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Fast 70 PS und 15 km/h eingebüßt: Wie Müller Sieg verlor

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Fast 70 PS und 15 km/h eingebüßt: Wie Müller Sieg verlor
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Die Technik brachte Nico Müller um ein perfektes Wochenende: Wieso die Probleme bereits in der fünften Runde losgingen und wie der DTM-Leader Platz fünf rettete

Bis zum Boxenstopp sah beim DTM-Sonntagsrennen auf dem Nürburgring alles nach Festspielen für Nico Müller aus: Doch dann verlor der DTM-Leader, der seinen Vorsprung auf Verfolger Robin Frijns kurzzeitig auf über vier Sekunden Vorsprung ausgebaut hatte, auf einmal bis zu zwei Sekunden pro Runde. Und musste bis zur Zielflagge nicht nur den Niederländer, sondern auch Rene Rast, Mike Rockenfeller und Loic Duval passieren lassen.

"Als ich gegen Ende des ersten Stints ein bisschen mehr pushen wollte, um einen etwas größeren Vorsprung herauszufahren, war ich überrascht, dass nicht mehr ging", erklärt Müller, dass es bereits vor dem Boxenstopp erste Anzeichen gab. "So richtig gespürt habe ich es aber erst direkt nach dem Stopp. Ich dachte erst, dass es wohl die Performance generell oder die Reifen sein müssten."

Doch das Problem stellte sich als Leistungsverlust dar. "Wir haben die Daten gecheckt: Auf ein paar Runden waren es fast 70 PS", stellt Abt-Audi-Sportdirektor Thomas Biermaier klar. "In Rundenzeit gesprochen, haben wir auf einigen Runden bis zu eine Sekunde verloren. Es war also wirklich ein riesiges Problem."

Hohe Temperaturen im Lufteinlass

Und es tauchte deutlich früher auf, als es Müller auffiel. "Wir vermuten, dass es ein Problem mit einem Sensor gab, weil wir ab der fünften Runde einen Leistungsverlust hatten", offenbart Biermaier. "Wir können uns glücklich schätzen, das Rennen überhaupt beendet zu haben."

Da das Auto allerdings bis nach 18 Uhr im Parc ferme stand, gibt es noch keine Antwort, was das Problem verursacht hat. "Wir haben hohe Temperaturen im Lufteinlass gemessen", verrät Audi-Sportchef Dieter Gass. "Dadurch wurde die Motorleistung reduziert."

Müllers Theorie? "Wahrscheinlich hat der Temperatursensor den Geist aufgegeben", sagt der Schweizer bei 'Sat.1'. "Dann geht der Motor in den Safety-Modus, wenn er zu hohe Temperaturen liest. Um zu verhindern, dass der Motor hochgeht, fährt er Leistung zurück, denn wir müssen mit diesem Motor das ganze Jahr lang fahren. Da kannst du es dir nicht erlauben, dass er hochgeht."

"Hatte große Angst, nicht ins Ziel zu kommen"

Fakt ist aber, dass das Problem ab dem Boxenstopp "in recht großen Schritten immer schlimmer wurde", meint Müller, bei dem der Alarm nach dem Stopp einen Temperaturanstieg beim Lufteinlass meldete. Wegen des Funkverbots konnte ihm sein Team allerdings nicht sagen, was seinen RS 5 einbremste.

"Ich wusste, dass es ein Problem gibt, wusste aber nicht, was das Problem ist. Ich hatte große Angst, nicht ins Ziel zu kommen. Denn das Gaspedal sprach anders an und auch die Geräusche im Auto waren anders als normal."

Abgesehen davon habe sich der Leistungsverlust auch auf die Temperaturen im Auto ausgewirkt, die nicht mehr im üblichen Bereich waren. "Du weißt nicht, ist es nur ein Sensorproblem oder geht tatsächlich etwas kaputt? Ich habe versucht, so schonend wie möglich zu fahren, ohne dabei allzu langsam zu werden."

Wie Müller seine Fahrweise anpasste

Der DTM-Leader musste also seine Fahrweise anpassen. "Ich habe versucht, das Problem zu managen, indem ich im Auto etwas anders mache, also weniger Push-to-Pass und all diese Dinge", erklärt er. "Damit wollte ich sicherstellen, dass es nicht schlimmer wird."

Was noch hinzukommt: "Wenn du plötzlich bei der Anfahrt auf eine Kurve bis zu 15 km/h langsamer bist als normal, musst du zwangsläufig anders fahren, weil du nicht an derselben Stelle bremst wie sonst und damit auch Bodenwellen anders triffst", sagt Müller.

Kein Wunder also, dass er für Frijns sechs Runden nach seinem Stopp zur leichten Beute wurde. "Die Lücke zu Nico zu schließen, ging einfacher als gedacht", sagt der spätere Sieger. "Als ich direkt hinter ihm fuhr, war mir auch klar, warum. Er hatte keinen Topspeed mehr - und beim Überholmanöver keine Chance."

So bekam Müller den Ausnahmezustand in den Griff

Zudem hatte Müller alle Hände voll zu tun, um seine Rundenzeiten zu stabilisieren. "Ich habe ein, zwei Runden gebraucht, bis ich unter den gegebenen Umständen noch das maximal Mögliche herausholen konnte. Denn du bist natürlich an so eine Situation einfach nicht gewöhnt."

Obwohl er nach dem Stopp DRS zur freien Verfügung hatte, habe er den Klappflügel "nicht in jeder Runde eingesetzt. Das allein macht hier gleich mal sechs Zehntelsekunden aus", erklärt er. "Als ich dann versucht habe, das Rennen zu lesen und zu verstehen, was die Jungs hinter mir machen, war es natürlich mein Ziel, die mir zur Verfügung stehenden Mittel so clever wie möglich einzusetzen, um so wenig wie möglich Positionen zu verlieren."

"Leider ging das Rennen zwei Runden zu lang"

Bis zur 26. Runde hielt sich Müller vor Rast, ehe er dann in der 30. und vorletzten Runde auch noch vom Phoenix-Audi-Duo überholt wurde. Duval glaubte zunächst, Müller habe ein DRS-Problem. "Dann habe ich aber gesehen, dass er DRS nutzt, aber dennoch auf den Geraden langsamer ist", erklärt der Franzose. "Ich dachte also, dass es mit der Leistung zu tun haben könnte. Es hätte aber auch am Reifenabbau liegen können, dass er so schlecht aus den Kurven kommt."

Für Müller, der sich immerhin vor BMW-Pilot Sheldon van der Linde halten konnte, ist klar: "Leider ging das Rennen für mich zwei Runden zu lang, um einen Podestplatz halten zu können."

Lob für Müller, der in der Meisterschaft immer noch 29 Punkte Vorsprung auf Frijns hat, gibt es aber von Audi-Sportchef Gass. "Es ging einfach darum, konzentriert zu bleiben, zu kämpfen und das Auto nach Hause zu bringen. Genau das hat er gemacht. Er ist hier, um um den Titel zu kämpfen. Dafür tut er alles, auch wenn es heute nicht einfach für ihn war."

Mit Bildmaterial von Audi.

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Artikel-Info

Rennserie DTM
Event Nürburgring 1
Subevent Rennen 2
Fahrer Nico Müller
Urheber Sven Haidinger