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"Für Ruck gesorgt": Neuer Chefingenieur als BMW-Trumpf?

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"Für Ruck gesorgt": Neuer Chefingenieur als BMW-Trumpf?
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17.07.2020, 07:40

Ex-WRT-Mann Maurizio Leschiutta soll BMW 2020 zum Titel verhelfen: Welche Stärken der frühere Formel-1-Ingenieur hat und wie er bei BMW für Aufbruchstimmung sorgt

Bei BMW herrscht Aufbruchstimmung. Das hat auch mit dem Mann zu tun, der seit Dezember 2019 in der DTM-Abteilung der Münchner das Sagen hat: Maurizio Leschiutta. Nachdem der Italo-Kanadier im Vorjahr das neue Audi-Kundenteam WRT in Windeseile DTM-fit gemacht hatte, wurde er von BMW abgeworben, um dieses Jahr die Lücke zu Audi zu schließen.

Doch was kann der Mann, der von 1993 bis 1995 in der Formel 1 als Ferrari-Motoreningenieur für Gerhard Bergers V12-Triebwerk zuständig war und jetzt als BMW-Chefingenieur den Einsatz leitet? "Er ist ein sehr genauer, guter Ingenieur, der BMW in einigen Bereichen sicher voranbringen wird", sagt DTM-Chef Berger im Gespräch mit 'Motorsport.com' über seinen Ex-Motorenmann.

"Abgesehen davon hat BMW mehrere Maßnahmen unternommen, um 2020 um die Meisterschaft mitzufahren. Audi hat eine gute Mannschaft, BMW hat aufgerüstet. Es wird ein harter Kampf."

Glock: Leschiutta motiviert BMW-Truppe

Tatsächlich haben die Münchner in der Winterpause keine Mühen gescheut, um die Vibrationen am M4 zu entkoppeln. Das hat sich auch auf den Sound ausgewirkt. Bei den Tests auf dem Nürburgring zeigte man sich erstarkt, auch wenn Audi an drei von vier Tagen and der Spitze lag.

Dazu kommt, dass BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt nach der schwachen Vorjahressaison eingefordert hatte, die Verzahnung unter den Werksteams RMG und RBM, aber auch mit der Zentrale in München zu verbessern.

Eine Aufgabe, für die Leschiutta bestens geeignet zu sein scheint. "Seit Maurizio an Bord ist, hat es noch einmal einen Ruck gegeben", fällt BMW-Pilot Timo Glock im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' auf. "Er ist sehr strukturiert und gut aufgestellt mit der Art und Weise, wie er die Dinge angeht. Ich arbeite wirklich gerne mit ihm zusammen, denn er hat eine klare Aussprache und eine klare Richtung."

"Hat immer klaren Standpunkt - schwarz oder weiß"

Und auch sein Markenkollege Philipp Eng ist begeistert. "Du merkst bei ihm, dass er enorme Erfahrung im Motorsport, aber auch als Mensch hat", sagt der Österreicher im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Du sagst ihm etwas, er hört sich das an und sagt auch ab und zu nicht direkt etwas darauf, sondern überlegt. Und plötzlich kommt er zwei Stunden später zu dir, wenn du nicht damit rechnest, und erklärt dir seine Sicht der Dinge."

Zudem wisse man beim 59-Jährigen genau, woran man ist. "Er hat immer einen klaren Standpunkt - entweder schwarz oder weiß. Ich bin wirklich froh, dass wir ihn haben. Er ist ein supernetter Kerl und menschlich absolut top. Technisch stehen seine Qualitäten sowieso außer Diskussion. Und ich kann mein Italienisch wieder auffrischen."

Wenig Stabilität auf Chefingenieur-Position

Leschiutta bringt nur Informationen von Audi mit, schließlich arbeitete er ein Jahr lang mit dem Meisterauto RS 5. Er gilt auch als äußerst strukturiert und als absoluter Teamplayer. Aufgaben delegieren zu können, soll hingegen - so hört man aus München - nicht die größte Stärke von Leschiuttas Vorgänger Andrea Landi gewesen sein.

Der Italiener, der vor rund zehn Jahren Renningenieur bei Toro Rosso war und 2013 in der gleichen Funktion zu MTEK-BMW in die DTM wechselte, gilt aber als technisch sehr versiert und ist jetzt Chef aller Performance-Ingenieure.

In der Position des Chefingenieurs gab es bei BMW in den vergangenen Jahren ohnehin viel Fluktuation. Bis September 2017 hatte der Brite Tim Malyon diese Position inne gehabt. Allerdings nur etwas länger als ein Jahr lang, denn der langjährige Performance-Ingenieur des Red-Bull-Formel-1-Teams wurde in dieser Rolle nicht wirklich glücklich. Vor einem Jahr trennte er sich endgültig von BMW. Jetzt ist er FIA-Forschungsleiter.

BMW kann sich nun auch bei WRT-Teamchef Vincent Vosse bedanken, der Leschiutta vor einem Jahr in den Motorsport zurückgeholt hatte. Denn der Kanadier hatte sich von 2012 bis 2018 - abgesehen von einem kurzen Intermezzo bei Abarth als Rennsportleiter - bei Maserati um Projekte abseits der Rennstrecke gekümmert, nachdem die beiden einander in der FIA-GT-Zeit von Maserati kennengelernt hatten. Leschiutta war damals Technikchef, Vosse Pilot.

Kein böses Blut zwischen Leschiutta und WRT-Audi

"Maurizio war relativ lange weg vom Rennsport, und ich habe ihm die Möglichkeit zu einer Rückkehr gegeben", verweist WRT-Audi-Teamchef Vosse auf den DTM-Einstieg seines Teams im Jahr 2019, bei dem Leschiutta als Technikchef und als DTM-Leiter fungierte. "Er genießt das sehr. BMW hatte dann die Idee, ihn als Leiter der DTM-Abteilung zu holen."

Der Belgier hat Verständnis, dass Leschiutta nach nur einem Jahr über Bord ging und betont, dass es bei der Trennung kein böses Blut gab: "Es gab nie ein Problem, und ich freue mich für ihn, dass er sich weiterentwickelt. Es macht einen Unterschied, ob man die DTM-Abteilung bei WRT oder bei BMW leitet. Es ist zwar nicht Audi, und damit muss er leben, aber er ist bei einem Hersteller", schmunzelt er.

Vosse deutet an, dass Leschiutta das BMW-Angebot auch aus finanziellen Gründen kaum ablehnen konnte: "Wir hätten auch gern, dass sich Adrian Newey bei uns um die Aerodynamik kümmert, aber das kann ich mir nicht leisten. Das ist der Unterschied zwischen einem Werkseinsatz und einem Privatteam."

"Ist mir egal, wie Maurizio BMW helfen kann"

Welche Stärken Leschiutta nun bei BMW einbringen wird? "Maurizio hat viele Jahre Erfahrung im Motorsport - und auch außerhalb des Motorsports -, um so eine Abteilung zu leiten. Er ist sehr entschlossen. Generell ist es mir aber egal, wie er BMW helfen kann. Das ist nicht mein Problem. Ich muss mich darum kümmern, dass wir nicht unter seinem Abgang leiden."

Leschiutta hatte er im Dezember 2018 vor allem wegen seiner Führungsqualitäten geholt. "Er weiß auch aus technischer Sicht, was er tut, aber seine Stärke ist der Umgang mit meiner Mannschaft - ob es Ingenieure, Mechaniker oder Logistiker sind", meinte Vosse vor der Saison 2019. "Ich kann mich voll auf ihn verlassen."

Mit Bildmaterial von Instagram.

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Urheber Sven Haidinger