Für DTM-Verbleib: Wie weit würden die Mercedes-Fahrer gehen?

Die Mercedes-Fahrer stehen nach dem Ausstieg der Marke vor einer ungewissen Zukunft: Kommt für sie ein Wechsel zu einem anderen Hersteller in Frage?

In rund einem Monat startet die DTM in die Saison 2018. Die Mannschaft von Mercedes wird dem Jahr mit Wehmut entgegenblicken. Denn mit dem Finale in Hockenheim im Oktober endet die Ära der Stuttgarter in der deutschen Tourenwagenserie. Für die sechs Sternfahrer heißt es in der neuen Saison mehr denn je: Alles oder nichts! Im Abschiedsjahr möchten alle ihr Bestes geben und den DTM-Titel ins Schwabenland holen.

Was danach kommt, ist für viele derzeit noch nicht klar. Für einen Verbleib in der DTM müssten die Piloten nach dem Mercedes-Ausstieg zu einem anderen Hersteller wechseln. Kommt das für Auer, Paffett und Co. überhaupt in Frage? "Man muss jede Option abwägen. Ich muss dafür sorgen, dass meine Kinder jeden Tag etwas zu essen bekommen", erklärt Paul di Resta im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

"Natürlich ist Mercedes ein wichtiger Bestandteil meines Lebens geworden, ich würde liebend gerne weitermachen. Aber, man weiß nie was die Zukunft bringt", ergänzt der zweifache Familienvater, der den Fokus auf sein letztes DTM-Jahr mit Mercedes richten möchte. Doch parallel dazu wird er sich im Juni 2018 einen langgehegten Traum erfüllen: ein Start bei den 24 Stunden von Le Mans.

Wohin geht es für die Fahrer nach der DTM?


Der Schotte schaut sich seit Bekanntwerden des Mercedes-Ausstiegs in anderen Rennserien um und scheint in der Langstrecke fündig geworden zu sein. Am Jahresbeginn startete er bereits bei den 24 Stunden von Daytona und den 12 Stunden von Sebring in der LMP2-Klasse.

"Ich möchte noch eine lange Zeit bei Mercedes bleiben. Ich brenne für diese Marke und ich bin schon so lange hier. So wie sie an mich geglaubt und mir vertraut haben, möchte ich dasselbe tun", will Gary Paffett seinem Arbeitgeber die Treue halten. "Ich möchte der Marke auch in Zukunft so gut ich kann helfen."

Ein Wechsel zur Konkurrenz von Audi oder BMW "wäre nicht gerade hilfreich für diese Beziehung", meint der DTM-Champion von 2005. Anders wäre es seiner Meinung nach, wenn ein neuer Hersteller in die DTM kommt: "Man muss jede Situation bewerten." Der 37-Jährige gehört seit seinem Einstieg in die deutsche Tourenwagenserie 2003 zum Kader der Stuttgarter.

 

Diese Beziehung zu beenden ist für den Briten unvorstellbar. "Ich möchte mit Mercedes keine Brücken abbrechen. Ich möchte, dass diese Verbindung weiterlebt", sagt er, "und wenn ich das machen und woanders Rennen fahren könnte, wäre das perfekt."

Teamkollege Edoardo Mortara wagte im Winter 2016 den Wechsel zu einem anderen Hersteller. Nach sechs Jahren bei Audi kam der Genfer vor der Saison 2017 zu den Stuttgartern und kämpfte zu Beginn mit Anpassungsschwierigkeiten. Folgt bald die Rolle rückwärts und der Abschied von der Marke mit dem Stern? "In erster Linie bin ich ein Mercedes-Fahrer", stellt der 31-Jährige klar.

"Ich fühle mich sehr wohl bei Mercedes und ich würde sehr gerne bleiben. Aber, um bleiben zu können, muss ich eine gute Leistung zeigen", weiß er um den harten Konkurrenzkampf in den eigenen Reihen. Nach dem schwierigen Vorjahr will der Vizemeister von 2016 unter Beweis stellen, "dass ich auch in einem Mercedes gut performen kann".

Die Saison 2018 wird für die Sternfahrer wohl richtungsweisend für ihre motorsportliche Zukunft werden. Dabei werden die sechs Mercedes-Fahrer alles für den Erfolg geben, um sich in die Mercedes-Geschichtsbücher einzutragen und für andere Projekte zu empfehlen.

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