"Gab diese Idee": Hätte Albon AF-Corse-Teamkollege Lawson vorbeigelassen?

Vier Runden lang lag AF-Corse-Titelkandidat Liam Lawson hinter dem Teamkollegen, ehe ihn Rockenfeller überholte: Aber war der Platztausch bei Alex Albon Thema?

"Gab diese Idee": Hätte Albon AF-Corse-Teamkollege Lawson vorbeigelassen?

Vier Runden vor Schluss des DTM-Samstagsrennen auf dem Hockenheimring sorgte der Zwischenstand für enorme Spannung: Während Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde das Feld anführte, schien der Positionstausch der beiden auf den Plätzen zwei und drei liegenden AF-Corse-Ferrari-Piloten Alex Albon und Liam Lawson - zu diesem Zeitpunkt noch DTM-Leader - unmittelbar bevorzustehen.

Doch der Neuseeländer wurde in der letzten Runde vom auf frischen Reifen attackierenden Mike Rockenfeller auf Platz vier verdrängt, wodurch der Abt-Audi-Pilot jegliche Teamtaktik bei AF Corse verunmöglichte und so seinem Teamkollegen zur DTM-Führung verhalf. Doch hätte Albon überhaupt für Lawson Platz gemacht?

"Es gab die Idee, ja", gibt der zukünftige Williams-Formel-1-Pilot auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com' zu. "Aber so wie 'Rocky' rangekommen ist, kann man nicht so viel riskieren. Dann versucht man, ein Auto vorbeizulassen und verliert gleich zwei oder drei Positionen."

Albon über Teamtaktik: "Sinnvoller, nicht zu clever zu sein"

Albon offenbart, dass es über diese heikle Frage in den letzten Runden Diskussionen am Funk gab. "Ich denke aber, wir haben es richtig gemacht", sagt er. "Meiner Meinung nach war es sinnvoller, das Rennen dort zu beenden, wo ich war. Und nicht zu versuchen, zu clever zu sein. Und das war denke ich die richtige Entscheidung."

Ein Positionstausch hätte laut Albon früher passieren müssen. "Als er an Götz vorbeigekommen ist, hätte es vielleicht eine Chance gegeben", verweist er auf Lawsons Überholmanöver gegen Maximilian Götz vier Runden vor der Zielflagge. "Aber 'Rocky' kam dahinter sehr schnell an."

Auch bei Abt wusste man in der Endphase, was auf dem Spiel stand, denn wäre es tatsächlich zum Platztausch zwischen Albon und Lawson gekommen, dann hätte der Neuseeländer statt Platz vier vermutlich Platz zwei geholt. Und wäre jetzt drei Saisonrennen vor dem Ende in der Meisterschaft nicht punktgleich mit DTM-Leader Kelvin van der Linde, sondern hätte sechs Zähler Vorsprung.

Rockenfeller: "Team hat mich angefeuert, Lawson zu kriegen"

"Als ich Liam vor mir gesehen habe, hat mich das Team noch ein bisschen mehr angefeuert, um sicherzustellen, dass ich auch ihn bekomme", offenbart Rockenfeller, dass es auch bei ihm am Funk zur Sache ging. "Nicht, dass ich nicht wüsste, wie es in der Gesamtwertung aussieht und wie wichtig das ist", grinst er.

Interessant ist, dass beide Teamkollegen der aktuell in der Meisterschaft voranliegenden Piloten in der Startaufstellung weit zurücklagen: Albon startete nur von Platz neun, Rockenfeller, der im Qualifying wegen eines Sensorproblems Motoraussetzer hatte, fuhr gar nur von Platz 17 los. Und beiden gelang es, über einen späten Stopp das Feld aufzurollen.

"Ich konnte schon am Start ein paar Autos überholen - und wenn man einen Pace-Vorteil hat, kann man es sich leisten, ein bisschen länger draußen zu bleiben", so Albon über seinen Stopp in Runde 13. "Es war dann gut, sich mit frischeren Reifen einzuordnen und ein paar Überholmanöver durchziehen zu können."

Bereitete Rockenfeller van der Linde Weg zum Titel?

Rockenfeller stoppte hingegen erst in Runde 25 und hatte dadurch am Ende mit Abstand die besten Reifen. "Mein Auto ist zum Glück beim Start und beim Re-Start heil geblieben - und ich wusste, dass ich die Waffen für den Kampf hatte", so der Audi-Routinier, der mit Saisonende die Ingolstädter verlässt.

"Wir kannten unsere Strategie. Wir mussten lange draußen bleiben und etwas anderes versuchen, um am Ende das Delta zu haben, um überholen zu können. Das ist mir gelungen, und ich habe beinahe jede Runde ein Auto gekriegt."

Dass nach Rockenfellers entscheidendem Überholmanöver gegen Lawson beim Neuseeländer die Emotionen hochgingen, darf nicht verwundern, denn möglicherweise hat der Abt-Audi-Pilot damit Kelvin van der Linde den Weg zum Titel bereitet.

Mit Bildmaterial von Red Bull.

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