"Ganz großes Manöver": Lucas Auer ärgert sich über Thiims "Tank Slapper"
Nicki Thiim spricht von einem "Riesenfehler", Lucas Auer zeigt sich ungewohnt sarkastisch: Wie ein Tank-Slapper des Aston-Martin-Piloten beide Rennen ruinierten
Nicki Thiim räumte Lucas Auer im blauen Landgraf-Mercedes aus dem Weg
Foto: ADAC Motorsport
Was für ein Pech für Vizemeister Lucas Auer, der am Samstag mit Platz zwei die DTM-Führung übernommen hatte: Der Landgraf-Mercedes-Pilot überholte Nicki Thiim am Sonntag in Zandvoort (Rennbericht) beim Restart nach der Safety-Car-Phase und war bereits auf Platz sieben, als ihn der Comtoyou-Aston-Martin-Pilot in einen Dreher schickte und er ans Ende des Feldes zurückfiel.
"Ein ganz großes Manöver", ärgert sich der Österreicher, der von Thiim im Heck getroffen wurde, bei ran.de. "Wichtig für uns beide - auf jeden Fall. Jetzt sind wir Vorletzter und Letzter geworden. Es gibt nichts zu sagen, danach war es ein gebrauchter Tag."
Der Sarkasmus zeigt die Stimmungslage des sonst meist gut gelaunten Mercedes-AMG-Piloten: Am Ende holte er noch Platz 13 und drei Punkte heraus, während Thiim 18. wurde. Er musste dreimal durch die Penalty-Zone, was einer Strafe von 15 Sekunden entspricht.
"Riesigen Tank-Slapper bekommen": Thiim erklärt Unglück
Renndirektor Sven Stoppe gab den Fall nicht einmal an die Sportkommissare weiter - so eindeutig war die Angelegenheit für ihn. "Ich bin von mir selber enttäuscht, habe einen Riesenfehler gemacht beim Restart", verweist der Däne darauf, dass er bereits vor der Zielkurve ins Kies kam.

Kurz vor der Berührung: Auer hat das Duell gewonnen, Thiim gerät ins Rutschen
Foto: ADAC Motorsport
Dadurch konnte Ben Dörr vorbeiziehen - und auch Auer nutzte seine Chance. Als dieser vorbei war, habe Thiim laut eigenen Angaben "in der ersten Kurve einen riesigen Tank-Slapper bekommen. Dadurch habe ich Lucas getroffen, was mir natürlich leid tut. Auto vorne kaputt - und dann ist das Rennen gelaufen."
Sein Bolide sei an der Front beschädigt gewesen, die drei Penalty-Laps taten ihr Übriges. "Die habe ich natürlich verdient", stellt Thiim klar. Was ein Tank-Slapper ist? Dabei handelt es sich um einen englischen Begriff, mit dem Thiim vermutlich meint, dass er beinahe selbst die Kontrolle über seinen Vantage verloren habe, korrigieren musste und dadurch in Auers Boliden rutschte.
Auer nach Aussprache: "Er hatte wohl Pickup auf Reifen"
Nach dem Rennen kam es zur Aussprache zwischen dem spürbar verärgerten Auer und dem "Vikinger", der das Malheur auf seine Kappe nahm. "Beim Re-Start ging er schon weit. Dann hatte er wahrscheinlich viel Pickup auf den Reifen", glaubt Auer nach dem Gespräch mit Thiim, dass dessen Reifen durch Reifengummi verschmutzt waren. "Kann passieren. Es ist scheiße für uns beide. Das ist der Worst Case für ihn und für mich, aber das gehört zum Rennsport."
Auer, der in den ersten drei Saisonrennen zwei zweite und einen dritten Platz einfuhr, liegt nach seinem unglücklichen Sonntag in den Niederlanden in der Gesamtwertung auf dem zweiten Platz hinter Winward-Markenkollege Maro Engel.
Jetzt geht es auf den Lausitzring, wo Auer 2016 seinen ersten von bislang elf DTM-Siegen einfuhr. "Es ist für mich immer etwas Spezielles, dorthin zurückzukommen", blickt er mit positiven Gefühlen auf das kommende DTM-Wochenende. Denn der Vizemeister gilt tatsächlich als Lausitzring-Spezialist.
"Ein sehr gutes Pflaster für mich - und darauf freue ich mich auch", sagt er. Thiim liegt nach seinem neunten Platz am Samstag in der Gesamtwertung auf Rang neun.
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