"Gebranntes Kind": Maro Engel spielt nach Siegmanöver auf Erzrivale Rast an
Maro Engel gewinnt das DTM-Rennen in Spielberg: Warum der AMG-Pilot bei seinem Siegmanöver gegen Kelvin van der Linde als "gebranntes Kind" sehr vorsichtig war
Maro Engel war beim Siegmanöver gegen Kelvin van der Linde (vorne) besonders vorsichtig
Foto: ADAC Motorsport
Winward-AMG-Pilot Maro Engel hat das zweite DTM-Rennen auf dem Red-Bull-Ring (kompletter Rennbericht) gewonnen: Der Deutsche war vom fünften Startplatz in das Rennen am Sonntag gegangen und katapultierte sich bereits in der Anfangsphase auf den zweiten Rang nach vorne.
Das entscheidende Siegmanöver gegen BMW-Pilot Kelvin van der Linde gelang Engel allerdings erst kurz nach dem ersten Boxenstopp: Der Winward-Mercedes-Pilot bog eine Runde früher zum vorgeschriebenen Reifenwechsel ab und setzte damit einen klassischen Undercut gegen den Polesetter.
Mit wärmeren Reifen attackierte Engel auf der Innenseite von Kurve 3, zog zunächst neben den Schubert-BMW und vollendete das Überholmanöver schließlich auf der Außenseite in Kurve 6. Auffällig dabei: Der spätere Rennsieger ließ seinem Kontrahenten ungewöhnlich viel Platz und hielt auffallend großen Abstand.
"Ich wollte sichergehen, dass ich ihm innen genug Platz lasse, mit den kalten Reifen, denn ich bin ein gebranntes Kind", verrät Engel in der Pressekonferenz nach dem Rennen. Der AMG-Pilot spielt damit offenbar auf eine Szene an, die inzwischen fast zwei Jahre zurückliegt.
Im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring 2024 lag Engel, damals von der Poleposition gestartet, souverän in Führung, als ihn der damalige Schubert-BMW-Pilot Rene Rast am Heck traf und umdrehte. Der dreifache Champion war gerade mit kalten Reifen aus der Box gekommen und hatte deshalb den Bremspunkt in der ersten Kurve verpasst.
DTM-Sieger Engel ist "besonders vorsichtig gefahren"
Im Anschluss an das Rennen machte Rast sogar Engel für die Kollision verantwortlich, weil ihm der AMG-Pilot seiner Meinung nach nicht genügend Platz gelassen hatte. Doch während der BMW-Fahrer damals von der Rennleitung als Verursacher mit drei Penalty-Laps bestraft wurde, rettete Engel immerhin noch den zweiten Platz ins Ziel.
Genau diese Szene ist dem inzwischen 40-Jährigen offenbar bis heute präsent - und auch beim diesjährigen Spielberg-Rennen dürfte der Mercedes-Pilot die Situation von damals im Hinterkopf gehabt haben. "Also bin ich besonders vorsichtig und sehr weit außen gefahren, um sicherzugehen, dass es keine Berührung gibt", sagt Engel.
"Aber Kelvin ist natürlich ein großartiger Fahrer, also wusste ich, dass er sein Auto unter Kontrolle hatte und wollte nur sichergehen, dass genug Platz da ist", ergänzt der AMG-Pilot mit einem leichten Seitenhieb gegen seinen damaligen Kontrahenten Rene Rast.
Mit seinem Überholmanöver gegen Kelvin van der Linde, der anschließend wegen Reifenproblemen noch weiter zurückfiel, übernahm Engel die Rennführung und steuerte anschließend souverän seinem dritten DTM-Sieg entgegen. Mit diesem Auftakterfolg übernimmt der Winward-Mercedes-Pilot auch die Spitze in der Gesamtwertung.
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