"Geht nicht ohne Ausgleich": Wie die Teams zu neuntem DTM-Event stehen
Die DTM will 2027 internationaler werden, doch bei den Teams gibt es Widerstand: Was sie von einem neunten Event halten und wie der ADAC damit umgeht
Startet die DTM 2027 bei neun statt acht Events? Bei den Teams gibt es Widerstand
Foto: ADAC Motorsport
ADAC-Motorsportchef Thomas Voss hat angekündigt, dass für 2027 ein neuntes DTM-Wochenende Thema ist: "Ohne zu viel verraten zu wollen, solltet ihr euch fürs nächste Jahr ein Wochenende mehr freinehmen." Während der ADAC gerade evaluiert, wohin die Reise gegen könnte und Strecken wie Brünn oder der Hungaroring Thema sind, hält sich die Begeisterung bei den Teams wie in den vergangenen Jahren in Grenzen.
"Finanziell geht sowas nicht ohne Ausgleich", stellt HRT-Teamchef Ulrich Fritz klar. "Entweder der Veranstalter sagt, er verdient damit so viel Geld, dass er einen Teil an die Teams weitergibt, oder es gibt einen anderen Weg. Aber in unserem Budget gibt es keinen Spielraum für weitere 200.000 oder 300.000 Euro für ein zusätzliches Rennen."
Bereits Ende 2024 gab es diesbezüglich heiße Diskussionen: Die Bemühungen um ein Stadtrennen in Vila Real verzögerten damals die Kalenderbekanntgabe für die Saison 2025 bis Anfang Oktober, ehe man sich wegen des großen Widerstands der Teams und der drohenden Schäden an den Fahrzeugen dann doch dagegen entschied.
Grasser warnt: "Hauptaugenmerk sollte auf Starteranzahl liegen"
Dabei hatte man sogar eine Versicherung für die Fahrzeuge auf dem winkeligen Stadtkurs in Nordportugal gefunden - und auch ein Reisekosten-Zuschuss für die Teams war bereits vereinbart.
Einer der größten Gegner eines neunten Wochenendes war schon damals Gottfried Grasser vom gleichnamigen Lamborghini-Team. Und daran hat sich nicht viel geändert. "Das Hauptaugenmerk sollte auf der Starteranzahl liegen", warnt er den ADAC. "Wenn die wie in den letzten drei Jahren sinkt, sollte man nicht daran denken, mehr Rennen zu machen, sondern sich eher darauf fokussieren, mehr Starter anzuziehen."
Trotz weiterhin steigender Zuschauerzahlen an der Rennstrecke umfasst das DTM-Feld dieses Jahr 21 Boliden, während es im Vorjahr noch 24 Autos waren.
ADAC will Teams nicht übergehen: "Keine einsame Entscheidung"
Aber wie reagiert der ADAC auf die kritischen Stimmen? Laut Voss will man die Teams auf keinen Fall übergehen. "Wir sehen die DTM als Gesamtsystem, da gehören natürlich die Rennteams dazu", sagt er. "Es ist für uns selbstverständlich, dass wir es auch ihnen ermöglichen müssen, eine solche zusätzliche Veranstaltung mitmachen zu können." Es mache daher "keinen Sinn", eine "einsame Entscheidung in München zu treffen".
Aber welche Möglichkeiten gibt es, die Teams zu unterstützen? "Das Problem ist, dass die Teams unterschiedlich finanziert sind", antwortet Voss auf Nachfrage von Motorsport-Total.com. "Die einen sagen: Das schaffe ich gar nicht. Die anderen sagen: Gar kein Problem."
Bevor man in Hinblick auf ein neuntes Wochenende Nägel mit Köpfen mache, gehe es darum, diesbezüglich "die goldene Mitte zu finden", sagt Voss. "Um dann mal definitiv sagen zu können: hat Sinn? hat keinen Sinn? Machen alle mit?". Man darf also gespannt sein, ob es mit den Teams zu einer Einigung kommt und die geplante Kalendererweiterung zustande kommt.
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