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"Geht nicht um Fabio an sich": HRT erklärt Mustang-Fahrerwechsel in DTM

Warum ersetzt das Ford-Team HRT nach nur einem Jahr Fabio Scherer mit dem 19-jährigen Finn Wiebelhaus? Teamchef Ulrich Fritz erklärt die überraschende Wahl

"Geht nicht um Fabio an sich": HRT erklärt Mustang-Fahrerwechsel in DTM

Kämpferischer Fabio Scherer: Dennoch muss der Schweizer nach 2025 gehen

Foto: ADAC Motorsport

Das Ford-Team HRT liefert mit der Fahrerwahl für die DTM-Saison 2026 eine Überraschung: Im zweiten Jahr mit dem Ford Mustang GT3, der dieses Jahr mit dem Evo-Paket versehen wird, sitzt neben Ford-Werksfahrer Arjun Maini nicht mehr der Schweizer Fabio Scherer im US-Boliden, sondern der erst 19-jährige Hesse Finn Wiebelhaus, der 2025 mit dem Team das ADAC GT Masters gewonnen hat.

Aber wie rechtfertigt das HRT-Team den Wechsel? "Das war wirklich eine schwierige Entscheidung, die sich niemand leicht gemacht hat", erklärt HRT-Teamchef Ulrich Fritz im Gespräch mit Motorsport-Total.com.

"Ich gehe davon aus, dass wir in anderen Bereichen weiter mit Fabio zusammenarbeiten, aber in der DTM war das vor dem Hintergrund des Road-to-DTM-Programms - und dass Finn Ford-Junior wurde - eher eine Entscheidung für Finn als gegen Fabio", sagt der frühere DTM-Leiter von Mercedes-AMG.

Ulrich Fritz rechtfertigt Scherer-Aus mit "Gesamtkonstrukt"

Dabei hatte sich der 26-jährige Scherer in Anbetracht seiner fehlenden GT3-Erfahrung im Vorjahr achtbar aus der Affäre gezogen und in der DTM etabliert - und könnte nun von den Erkenntnissen profitieren. Warum er dazu nicht die Gelegenheit bekommt?

"Es ist nicht so, dass es mit Fabio irgendein Thema gegeben hätte", sagt Fritz. "Wenn es machbar gewesen wäre, hätte ich liebend gerne drei Autos eingesetzt. Da geht es nicht um Fabio an sich, sondern das ist vor dem Gesamtkonstrukt die Variante, die für viele Beteiligte Sinn macht."

Wiebelhaus-Aufstieg spielt für HRT und ADAC wichtige Rolle

Was er damit meint: Wiebelhaus entschied 2025 neben dem ADAC-GT-Masters-Titel, den er mit Teampartner Salman Owega einfuhr, auch die Road-to-DTM-Wertung für sich. Er holte 249 Punkte und lag damit um neun Zähler vor Owega, weil er die besseren Qualifying-Platzierungen einfuhr.

Dem amtierenden Road-to-DTM-Sieger wird beim Aufstieg in die DTM das Nenngeld von 109.000 Euro (zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer) erlassen. Das ist zwar nur ein kleiner Teil des Jahresbudgets von rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr für ein Auto, aber für den ADAC und dessen Nachwuchspyramide ist der Aufstieg des Road-to-DTM-Gewinners ein wichtiges Signal, nachdem im Vorjahr Elias Seppänen gescheitert war.

Das gilt auch für das HRT-Team, das 2026 erneut mit drei Boliden und sechs Fahrern im ADAC GT Masters am Start ist. Die Nachwuchsserie ist ein wichtiger Teil des HRT-Geschäftsmodells. Mit Wiebelhaus' DTM-Aufstieg bietet man den sechs Nachwuchsfahrern eine Perspektive. Abgesehen davon ist HRT sogar in der deutschen Kartmeisterschaft aktiv, in der einst auch Wiebelhaus anfing. Dadurch ist die Erfolgsgeschichte perfekt.

HRT-Teamchef über Scherer: "Muss Finn erst mal hinkriegen"

Und auch auf Herstellerebene wird Wiebelhaus inzwischen gefördert. Der Hesse wurde von Ford gemeinsam mit dem 18-jährigen HRT-Kollegen Kiano Blum, der dieses Jahr im ADAC GT Masters debütieren wird, als einer von acht Neulingen für das Nachwuchsprogramm ausgewählt und ist damit Ford-Junior.

"Es war beeindruckend, wie super vorbereitet er und auch Kiano nach Amerika zu diesem Development-Driver-Assessment-Center gegangen sind", lobt Fritz seine Piloten. "Die beiden haben das nicht einfach als Dienstreise gesehen, sondern im Simulator und in Sachen Fitness massiv an sich gearbeitet."

Dennoch weiß Fritz, dass der Aufstieg für Wiebelhaus nach seinen zwei Jahren im ADAC GT Masters eine enorme Herausforderung darstellt, denn in der DTM ist die Gangart härter und das Niveau höher. "Natürlich muss sich Finn durchbeißen", sagt der HRT-Teamchef. "Fabio hat von Anfang an mit guter Racecraft und Durchsetzungswille überzeugt. Das muss ein Finn erst mal hinkriegen. Das ist uns allen bewusst."

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