DTM Oschersleben
Gerichtstermin nach DTM-Disqualifikation steht: "Haben nichts Illegales getan"
Nach der Disqualifikation von Sieger Mirko Bortolotti steht nun der Termin für die Berufungsverhandlung fest: Wieso der Lamborghini-Pilot an einen Freispruch glaubt
Sven Haidinger
Bearbeitet: 04.09.2026, 18:56
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Mirko Bortolotti: Erhält er seinen Sieg nach der Disqualifikation doch noch zurück?
Foto: Alexander Trienitz
Bekommt Mirko Bortolotti seinen DTM-Sieg in Oschersleben vom 26. Juli zurück oder bleibt die Disqualifikation bestehen? Diese Frage wird am 25. September - also zwei Wochen vor dem DTM-Saisonfinale - geklärt. Denn an jenem Freitag findet nach dem Einspruch des Grasser-Teams die entscheidende Verhandlung vor dem DMSB-Berufungsgericht statt.
Das österreichische Team hat am heutigen Freitag die Berufung auch schriftlich begründet, nachdem die Frist wegen der aktuellen Urlaubszeit verlängert worden war. Wie Bortolotti mit der Disqualifikation umgeht? "Ich bin der Fahrer - und mein Job ist es, das bestmögliche Rennen zu fahren. Ich habe das Rennen auf der Strecke gewonnen, mit einer Meisterleistung", stellt er im Gespräch mit Motorsport-Total.com klar.
"Natürlich ist es schade, dass es sich jetzt so entwickelt hat, was sehr komisch ist." Dennoch habe er "vollstes Vertrauen in mein Team", sagt Bortolotti. "Die wissen, was sie tun". Daher sei das letzte Wort in der Angelegenheit noch nicht gesprochen - und der Italiener rechnet damit, dass er seinen Sieg behält.
"Wir haben nichts Illegales getan"
"Wir haben nichts Illegales getan - von dem, was ich sagen kann. Deswegen gehe ich stark davon aus, dass die Gerechtigkeit am Ende des Tages siegen wird", glaubt er an einen Freispruch.
Und daran, dass ihm die 25 Punkte für den ersten DTM-Sieg seit Spielberg 2024, als er den Grundstein zu seinem Meistertitel legte, nachträglich zugesprochen werden.
Von der Disqualifikation wegen eines nicht mit dem Originalteil übereinstimmenden Radlagers hat Bortolotti selbst auch erst am Donnerstag vor dem DTM-Wochenende auf dem Nürburgring - und damit zweieinhalb Wochen nach dem Rennen selbst - erfahren. "Um 17 Uhr", sagt er.
Wie die Verhandlung vor dem Berufungsgericht abläuft
Die offizielle Bestätigung kam rund eine Stunde später - um 17:53 Uhr. Teamchef Gottfried Grasser argumentiert, dass kein Regelverstoß vorliegt. Denn in einem Bulletin - also in einem Reglementzusatz - sei festgelegt worden, dass die Radlager frei seien. Und damit nicht mit dem in der Homologation angeführten Teil übereinstimmen müssen.
"Ich bin kein Anwalt und auch kein Richter", kommentiert Bortolotti die ungewisse Situation. "Ich glaube, dass das Team weiß, was sie machen. Sie kennen das Reglement. Von dem her war auch nichts Illegales am Auto verbaut - nach dem, was ich verstanden habe."
Ob das der Fall war oder nicht, wird am Ende das Berufungsgericht des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) in Frankfurt klären. Dabei wird Bortolottis Rennstall - vermutlich vertreten durch Teamchef Grasser selbst - dem Vorsitzenden Rainer Wicke und zwei Beisitzern gegenüberstehen und Argumente vorbringen, wieso die Disqualifikation seiner Meinung nach nicht gerechtfertigt ist.
Ergebnis entscheidend für Titelkampf
Das Ergebnis hat Einfluss auf die Meisterschaft, denn bis zur Berufungsverhandlung ist das Ergebnis des Sonntagsrennens in Oschersleben - und damit der Sieg von DTM-Leader Maro Engel - vorläufig.
Sollte die Berufung erfolgreich sein, würde der Winward-Mercedes-Pilot, der vier Rennen vor Schluss einen Punkt vor Thomas Preining führt, fünf Punkte verlieren. Preining würde vier Punkte verlieren, wodurch die beiden punktgleich an der DTM-Spitze liegen würden.
Der "Grello"-Pilot wäre wegen seiner zwei Saisonsiege allerdings DTM-Leader. Der in der Meisterschaft Drittplatzierte Auer und der Viertplatzierte Thiim würden bei einer Aufhebung der Disqualifikation nur einen Punkt verlieren.
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