"Gibt mehr Potenzial": Ist der neue Porsche 911 GT3 R für die DTM gerüstet?

Die DTM-Einstufung, die sich an der Leistungsgrenze orientiert, kam Neueinsteiger Porsche bisher nicht entgegen: Wie man beim Nachfolger für 2023 darauf einging

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Wegen der Balance-of-Performance-Einstufung in der DTM, die die schnellstmöglichen Rundenzeiten vorsieht, musste der aktuelle Porsche 911 GT3 R mit seinem kleinen Boxermotor meist an der absoluten Leistungsgrenze und mit weniger Gewicht eingesetzt werden. Doch abgesehen vom Norisring, der ein wendiges Auto bevorzugt und wo man siegte, war man bisher kaum konkurrenzfähig.

Welche Vorzeichen bringt diesbezüglich das eben präsentierte Nachfolgemodell mit, das schon kommende Saison den aktuellen Boliden auch in der DTM ablösen wird? "Man wird nichts neues entwickeln, was weniger Leistung hat", schmunzelt GT3-Projektleiter Sebastian Golz im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

Tatsächlich sind die reinen Leistungsdaten auch für die DTM positiv: Der Sechszylinder-Heckmotor kommt zwar im Gegensatz zu den meisten anderen neuen GT3-Autos weiter ohne Turbo aus, verfügt aber über 4.194 statt 3.997 Kubikzentimeter Hubraum. Die Bohrung wurde von 102 auf 104,5 Millimeter vergrößert. Man geht von 565 PS aus, während es beim Vorgänger knapp über 520 PS waren.

Warum Porsche dem Motorenkonzept treu bleibt

Die DTM habe man laut Golz aber bei der Entwicklung des Boliden, die laut Informationen von 'Motorsport.com' rund 25 Millionen Euro gekostet hat, gar nicht im Blick gehabt.

"Unser Fahrzeug wurde für die GT3 entwickelt", stellt Golz klar. "Die DTM hat GT3-Fahrzeuge gewählt, und hat gesagt: Ich versuche, maximale Leistung darzustellen und mich abzusetzen. Die Maximalleistung geht dabei aus dem Performance-Fenster von einem normalen GT3-Fahrzeug heraus."

Während andere Fahrzeuge aufgrund ihrer größeren Motoren diesbezüglich mitgehen können, habe man bei Porsche ein Auto entwickelt, das die GT3-Klasse mitbedienen kann und sich innerhalb des Fensters bewege. "Wir bauen keinen Motor ein, um zu sagen: Es ist toll, 650 PS zu leisten. Das hat keinen Sinn", so Golz. Zumal es in der "DNA von Porsche" stecke, kleinvolumige Motoren mit Hochdrehzahl-Konzept zu bauen.

"Das neue Fahrzeug hat mehr Potenzial"

Dennoch habe man versucht, den neuen GT3-Porsche für die Herausforderungen im kommenden Homologationszeitraum, in dem 2024 auch der Wechsel von GTE auf GT3-Premium in Le Mans bevorsteht, zu rüsten.

"Mit dem neuen Fahrzeug gibt es natürlich mehr Potenzial", sagt Golz. "Wenn man die Entwicklung weiterführt, ist es normal, dass die Fahrzeuge in Summe auch immer mehr können. Weil wir uns natürlich auch die GT3-Evolution anschauen. Wo geht diese BoP in Zukunft vielleicht hin? Das neue Fahrzeug hat mehr Potenzial, um natürlich auch in Zukunft über Jahre immer konkurrenzfähig zu sein", erklärt er die Herangehensweise bei der Entwicklung.

Zudem legte man wert darauf, ein Auto zu bauen, das vor allem in Meisterschaften erfolgreich sein kann, in denen eine Balance of Performance zum Einsatz kommt. "Was ist das Wichtigste in diesen BoP-Meisterschaften?", fragt Golz - und gibt gleich die Antwort. "Baue ein Auto, mit dem ich konstant schnell fahren kann. Weil: Peak-Performance wird vom Promoter bestraft. Das heißt, ich muss meine Performance lange halten können. Viel Arbeit ging also in das Thema Fahrbarkeit."

Zudem wollte man dafür sorgen, dass auch Amateure mit dem Boliden schnell konkurrenzfähig sind. "Wir haben Wert darauf gelegt, dass das Auto leichter zu fahren und leichter zu bedienen ist", sagt Golz. "Am Ende werden wir durch die BoP natürlich immer irgendwo eingebalanct. Und dann geht es darum, lange, konstant und gut schnell fahren zu können."

Mit Bildmaterial von Porsche AG.

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