"Gigantischer Biss": Paul-Comeback nach Horrorcrash früher als gedacht?
Schon drei Wochen nach seinem Horrorcrash macht Maximilian Paul in der Reha große Fortschritte: Grasser nennt erstmals ein mögliches Ziel für die Rückkehr.
Maximilian Paul arbeitet am Comeback: Wann kann er wieder einsteigen?
Foto: ADAC Motorsport
Während das Grasser-Team bei der DTM in Oschersleben dank Mirko Bortolotti den weltweit ersten Sieg mit dem neuen Lamborghini Temerario GT3 einfuhr, arbeitet sein vor drei Wochen auf dem Norisring schwer verunfallter Teamkollege Maximilian Paul unermüdlich an seinem Comeback - ohne sich dabei zu schonen.
"Max ist auf einem guten Genesungsweg", gibt Teamchef Gottfried Grasser nach dem Triumph ein Update. "Er trainiert, bis das Bein anschwillt - erst dann gibt er Ruhe. Er ist ein echter Kämpfer mit einem riesigen Kämpferherz, aber es ist ganz natürlich, dass das eine gewisse Zeit brauchen wird."
Grasser ist im Austausch mit Paul, dem Bortolotti mit emotionalen Worten seinen Sieg in Oschersleben widmete. Der Österreicher schließt es nicht aus, dass der Dresdner noch diese Saison in der DTM ein Comeback feiern wird.
Paul-Comeback in Hockenheim? "Würde mir nichts mehr wünschen"
"Ich würde mir nichts mehr wünschen, als dass Max in Hockenheim wieder bei uns im Auto sitzt", sagt Grasser. "Von seiner Motivation und von seiner Einstellung würde ich es ihm zutrauen - vorausgesetzt, der Heilungsprozess verläuft weiter so wie im Moment." Das Saisonfinale in Hockenheim findet von 9. bis 11. Oktober in Hockenheim statt - das wäre nur etwas mehr als drei Monate nach dem Unfall.
Es sei zwar "noch zu früh, etwas zu sagen, denn das muss man von der Heilung abhängig machen, aber es ist immer gut, so schnell wie möglich ins Auto zurückzukehren", weiß der Teamchef, der erst am Nürburgring beim ADAC GT Masters selbst am Steuer seines Lamborghini Huracan GT3 Evo2 saß.
Paul meldete sich am Oschersleben-Wochenende in einer Videobotschaft erstmals von der Reha in der Öffentlichkeit zurück - und machte einen guten Eindruck. "Ich wurde wieder zusammengeflickt", meinte der an einem Tisch sitzende Lamborghini-Werksfahrer. "Ich gebe natürlich Vollgas, dass ich so schnell wie es geht wieder da sein kann."
Grasser beeindruckt: "Er hat einen Biss, das ist gigantisch"
Nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch und dem Lendenwirbelbruch, den er sich am 4. Juli zuzog, verließ er bereits etwas weniger als eine Woche danach das Krankenhaus - und seine Freundin Patricija Stalidzane veröffentlichte anschließend ein Foto, das ihn stehend vor dem Eingang der Klinik zeigte, wie er die Krücken in die Luft streckte.
Auch Teamchef Grasser zeigte sich von seinem Piloten, der ihm 2023 auf dem Nürburgring den ersten DTM-Sieg bescherte, schwer beeindruckt. "Er hat einen Biss, das ist gigantisch. Und er ist voll in der Reha und trainiert, er hat also die besten Voraussetzungen."
Dennoch ist die Herausforderung für den Dresdner enorm, denn das verletzte linke Bein wird beim Bremsen benötigt - und dabei treten die Piloten mit einem Druck von über 100 Kilogramm auf das Bremspedal. "Die Bremskraft wieder zusammenzubringen ist sicher die größte Herausforderung", glaubt auch Grasser.
Wann wird Pauls Auto wieder eingesetzt - und wer fährt?
Aber wer wird im Grasser-Lamborghini mit der Startnummer 19, der in Oschersleben wegen nicht verfügbarer Ersatzteile nicht eingesetzt werden konnte, sitzen, bis Paul wieder einsatzbereit ist? Und kann das Fahrzeug am Nürburgring überhaupt - wie geplant - eingesetzt werden?
Eine Frage, die Grasser noch nicht beantworten kann. "Darum kümmern wir uns nach dem Rennwochenende", sagt der Österreicher.
Ein potenzieller Anwärter auf das Cockpit wäre Franck Perera: Der Franzose hat nicht nur 2024 bereits einen DTM-Sieg im SSR-Lamborghini eingefahren und stand 2025 mit Grasser auf dem Podest, sondern kennt auch den Temerario GT3, den er für Grasser bei den Langstreckenrennen der GT-World-Challenge Europe steuert.
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