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Glock platzt wegen Dörr-Team der Kragen: "Gibt ein A- und ein B-Auto!"

Timo Glock findet deutliche Worte über die Rollenverteilung beim Dörr-Team - und erklärt, warum er trotz der dürftigen Bilanz nicht zu dumm zum Autofahren sei

Sven Haidinger

Bearbeitet: 21.08.2026, 10:17

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Glock platzt wegen Dörr-Team der Kragen: "Gibt ein A- und ein B-Auto!"

Dicke Luft: Sind Timo Glock beim Dörr-Team die Hände gebunden?

Foto: ADAC Motorsport

Wieso sieht Timo Glock beim Dörr-Team auch dieses Jahr kein Land gegen seinen Teamkollegen Ben Dörr? Der Ex-Formel-1-Pilot, der auf dem Nürburgring ein kämpferisches Sonntagsrennen zeigte, aber im Gegensatz zum Sohn des Teambesitzers mit der Spitze nichts zu tun hat, wehrt sich gegen das Vorurteil, er sei nicht mehr der alte Timo Glock. "Naja, der ist ja nicht weg", wird der 44-jährige bei ran.de emotional.

Er bekomme mit, "dass die Leute immer denken: 'Der kann ja nicht mehr Autofahren!' Ich bin ja nicht zu dumm zum Autofahren!", stellt er klar. Die Gründe? "Ich kann es nur so sagen: Wir sind limitiert. Mein Ingenieur weiß es, mein Dateningenieur weiß es, mein Nummer-1-Mechaniker weiß es - End of Story. Mehr können wir nicht machen. Es gibt ein A- und ein B-Auto - und Ende aus."

Glock wirft also seinem Team in klaren Worten vor, dass das Fahrzeug von Teamkollege Ben Dörr - Sohn von Teambesitzer Rainer Dörr - bevorteilt wird. "Es ist im Rennen so wie im Qualifying - vielleicht im Rennen etwas weniger", holt Glock aus.

"Probleme sind im Qualifying so extrem ..."

"Die Probleme, die wir auf der einen Seite der Box haben, sind im Qualifying so extrem, dass uns die Hände gebunden sind - und ich kann nichts machen", beschreibt Glock, der auf dem Nürburgring die Startplätze 18 und 19 einfuhr, während der Teamkollege Fünfter und Zweiter war, seine aktuelle Lage.

Wo die Probleme liegen? "Einfach Traktion aus der Kurve raus", antwortet Glock. "Aus irgendwelchen Gründen hatte ich heute 60 Prozent mehr Traktionskontrolle im Qualifying - im ersten Sektor fünf Zehntel verloren. Einfach viele Kleinigkeiten, wo wir nicht wissen, wo die herkommen und wieso die immer wieder auftreten."

Das sei "schade und tut weh, wenn du im Rennen siehst, dass es dann einigermaßen okay ist."

Welche Rolle spielte neu gelieferte McLaren-Software?

Ursache für die übermäßig eingreifende Traktionskontrolle im Qualifying dürfte eine neu gelieferte McLaren-Software gewesen sein, die laut der Dörr-Pressemitteilung am Sonntag nach dem Qualifying "wieder auf den alten Stand zurückgewechselt" wurde, da sich Glock "über mangelnde Traktion beschwert hatte".

Das Nürburgring-Wochenende zeigt deutlich: Die Probleme bei Glock sind wieder da, nachdem der Routinier zuletzt in Oschersleben laut eigenen Angaben erstmals in dieser Saison an einem Wochenende nicht von technischen Hürden gebremst worden war.

Nachdem der Dörr-McLaren-Pilot seinen Boliden am Samstag auf dem Nürburgring vorzeitig abgestellt hatte, kämpfte er sich am Sonntag mit Hilfe eines unbenutzten Reifensatzes von Platz 19 um elf Ränge auf Platz acht nach vorne - und war in spektakuläre Duelle verstrickt.

Single-Wheelspin nach wie vor ein Problem

Trotz frischer Reifen sei er im Vergleich zu Nicki Thiim nicht "aus den Ecken" herausgekommen, "weil wir teilweise Single-Wheelspin haben. Das aktiviert die Traktionskontrolle - und das ist ein ongoing Prozess, der uns immer wieder langsam macht."

"Single-Wheelspin" ist ein einseitiger Radschlupf, unter dem Glock schon im Vorjahr litt. Wenn das Differenzial nicht so sperrt wie es sollte, gerät das Auto am Kurveneingang aus der Balance, was für Übersteuern sorgt. Beim Herausbeschleunigen dreht das innere Rad durch - und die Traktionskontrolle greift ein. Das sorgt neben einem instabilen Fahrverhalten auch für erhöhten Reifenverschleiß.

Dennoch hatte Glock wegen der Zweikämpfe Spaß im Auto. "Das ist das, wofür ich hier bin - um geiles Racing zu zeigen", stellt er klar. "Ich habe meine Ingenieure immer gefragt: 'Habt ihr den Move gesehen?' Damit sie ein bisschen was zu lachen haben, damit meine Mechaniker wieder was zum Lachen haben, weil sie mit den Themen, die wir haben, gerade auch durch die Hölle gehen."

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