Grasser präsentiert mit Clemens Schmid ersten Fahrer: "DTM wird ihm liegen"

Das Lamborghini-Team Grasser stellt mit Clemens Schmid den ersten Fahrer vor: Warum der österreichische Teamplayer in der DTM über sich hinauswachsen könnte

Grasser präsentiert mit Clemens Schmid ersten Fahrer: "DTM wird ihm liegen"

Das österreichische Grasser-Team, das 2022 vier werksunterstützte Lamborghini Huracan GT3 Evo in der DTM einsetzt, hat mit Clemens Schmid den ersten Piloten bestätigt. "Mit dem Einstieg in die DTM geht ein langersehnter Traum in Erfüllung", freut sich der 31-jährige Österreicher, der seit Kindheitstagen die Serie verfolgt habe.

"Dass ich nun gemeinsam mit einem österreichischen Team in der DTM antreten kann, macht die ganze Sache noch spezieller", sagt der Tiroler aus Gries am Brenner, der bereits 2020 und 2021 für das Grasser-Team im ADAC GT Masters an den Start gegangen war.

Das Konzept der DTM mit nur einem Fahrer pro Auto sollte ihm besser liegen, glaubt Teamchef Gottfried Grasser.

Grasser: Schmid steckt bei der Abstimmung zurück

"Clemens ist einer der besten Teamplayer, die ich kenne", so der Steirer im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Er hat sich in den Jahren, in denen wir jetzt zusammenarbeiten, immer sehr auf seine Teampartner eingestellt. Wenn es um die Abstimmung ging, hat er immer gesagt: Machen wir es lieber so, wie es der andere haben will, damit er sich wohler fühlt. Das bringt mir dann unter dem Strich auch ein bisschen was."

Schmid, der bereits über zehn Jahre GT3-Erfahrung hat und 2016 beim 24-Stunden-Klassiker in Spa die Pole-Runde fuhr, ehe alle Mercedes-AMG vor dem Start disqualifiziert wurden, schloss sich der österreichischen Truppe vor zwei Jahren an.

Neben dem ADAC GT Masters trat man auch gemeinsam in der GT-World-Challenge Europe und in der Intercontinental-GT-Challenge an und holte im Silver-Cup der GTWC Europe in Le Castellet 2021 einen Podestplatz.

 

Clemens Schmid, Tim Zimmermann

Clemens Schmid fuhr in diesem Jahr bei den 1.000 Kilometern von Le Castellet ein Klassen-Podium ein

Foto: SRO / Patrick Hecq Photography

In allen drei Rennserien sind Fahrer-Paarungen vorgeschrieben, Schmid hatte den Lamborghini also nie für sich alleine. "Das habe ich so oft bei diesen 24-Stunden-Rennen erlebt, als er zu dritt auf einem Auto war", erzählt Grasser. "Da gibt er immer klein bei und versucht, das ganze Paket zu verbessern. Und verzichtet lieber darauf, dass er ein Auto mit einer Abstimmung hat, mit der er selber zwei, drei Zehntel schneller fahren könnte."

"Dann macht er noch einen wahnsinnigen Schritt"

Genau diese selbstlose Herangehensweise braucht es in der DTM allerdings nicht. Sie ist eine von wenigen GT3-Serien, in der die Fahrer das Auto für sich alleine haben.

"Wenn sich Clemens jetzt darauf fokussiert, dass er alleine auf einem Auto sitzt - und deswegen ist es glaube ich auch der richtige Weg, dass er DTM fährt - dann macht er noch einmal einen wahnsinnigen Schritt", sieht Grasser Entwicklungspotenzial. "Er hat in diesem Jahr schon einen extrem guten Sprung gemacht. Und ich glaube, dass ihm als Fahrer das Konzept der Serie sehr entgegenkommen wird."

Auch das Team ist laut Gottfried Grasser diesbezüglich gefordert. "Wir können das Auto an seinen Fahrstil anpassen und dementsprechend mehr herausholen. Ich glaube, dass wir daher auch bei Clemens mit dem einen oder anderen Highlight rechnen können", wagt der Teamchef eine erste Prognose für die Saison 2022, die Ende April in Portimao in Portugal beginnt. Man darf gespannt sein, wer dann seine drei Grasser-Teamkollegen sein werden.

Mit Bildmaterial von CS Motorsport.

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