"Habe Ben vertraut": Strafe für Dörr nach Kollision mit Jules Gounon
Ben Dörr wird für die Kollision mit Jules Gounon am Sonntag bestraft: Wie er sich verteidigt und wieso der Mercedes-AMG-Pilot nach mehreren Ausritten aufgab
Schon beim Start ist es zwischen Jules Gounon und Ben Dörr eng, Bortolotti lauert
Foto: ADAC Motorsport
Nachträgliche Strafe für McLaren-Pilot Ben Dörr nach der Kollision mit Jules Gounon in der ersten Runde des DTM-Samstagsrennens in Oschersleben: Der Youngster, der durch die Berührung einen Reifenschaden rechts hinten erlitt und aufgab, muss nun zusätzlich eine Rückversetzung in der Startaufstellung am Sonntag um drei Startplätze hinnehmen.
"Ich habe Ben vertraut, dass er mir am Ausgang Platz lassen würde, denn in der DTM gibt es die Regel, dass du immer Platz lassen musst", wundert sich Winward-Mercedes-Pilot Gounon. "Ich weiß nicht, was bei ihm los war. Ich werde versuchen, mit ihm zu sprechen, aber das war nicht gut."
Der "Mamba"-Pilot kämpfte nach dem Start gegen Dörr um Platz fünf und war auf der Außenbahn, ehe es zur Berührung kam. Gounon wurde von Dörr von der Strecke gedrängt und räuberte wild durch die Wiese, wodurch er viel Staub aufwirbelte.
Dörr verteidigt sich: "Keine Chance, irgendwas zu verhindern"
Dörr argumentiert allerdings, dass er selbst keinen Platz hatte. "Ich habe versucht, mich eingangs Kurve 3 zu verteidigen", sagt er. "Ich habe dabei das Heck ein bisschen verloren. Dann ist jemand innen hineingestochen und ich war im Sandwich, also eine blöde Situation."
Es tue ihm "sehr leid für Jules - er war auf der Außenbahn, und ich denke, wir haben uns berührt." Da er aber auch von der anderen Seite bedrängt worden sei, habe er "keine Chance gehabt, irgendetwas zu verhindern". Tatsächlich nutzte Grasser-Lamborghini-Pilot Mirko Bortolotti den Zweikampf aus und überholte beide auf der Innenbahn.
Warum die Sportkommissare Dörr bestrafen
Aber warum sahen die Sportkommissare dennoch Dörr als Übeltäter? Der McLaren-Pilot war sich mit ihnen einig, dass Gounon nichts falsch gemacht hat und entschuldigte sich bei der Anhörung beim Winward-Mercedes-Piloten für die Kollision. Dörr hätte die Situation ihrer Meinung nach besser lösen können und trägt die Hauptschuld.

Der Moment vor der verhängnisvollen Kollision: Bortolotti macht sich bereit
Foto: ADAC Motorsport
Gounon meldete sofort nach der Kollision einen möglichen Schaden vorne links. Im Verlauf des Rennens kam er mehrmals von der Strecke ab und musste das Rennen laut dem Winward-Team wegen eines Folgeschadens der Kollision vorzeitig beenden: Demnach nahmen die Vibrationen an der vorderen Aufhängung im Verlauf des Rennens immer weiter zu, und man wollte kein Risiko eingehen.
Gounon hadert mit Qualifying: "Ein bisschen frustrierend"
All das sei ein Sinnbild seiner Saison, meint Gounon. "Es läuft nicht gut", sagt der Franzose, der zusehen muss, wie seine Markenkollegen Maro Engel und Lucas Auer um den Titel fahren, während er nach einem weiteren Ausfall in der Tabelle abgeschlagener Zwölfter ist und im Titelrennen kaum noch Chancen hat.
Der weitere Ausfall sei "schade - aber ehrlich gesagt war es schade, dass ich heute Morgen im Qualifying keine ordentliche Runde gefahren bin und als Sechster starten musste", macht Gounon die Startposition für das unglückliche Rennen verantwortlich. "Die Runde war wegen einiger Probleme auf der Strecke schlecht vorbereitet", klagt er. "Das ist ein bisschen frustrierend."
Gegen Schubert-BMW-Pilot Kelvin van der Linde lief nach dem Qualifying eine Untersuchung, Gounon in Kurve zehn behindert zu haben, doch der Deutsch-Südafrikaner wurde dafür nicht bestraft.
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