"Habe ich super hart gefunden": Lucas Auer kritisiert Manöver von Arjun Maini
Lucas Auer und Arjun Maini liefern sich auf dem Norisring ein packendes Duell um den dritten Platz: Welche strittige Aktion nach dem Rennen für Diskussionen sorgte
Arjun Maini verteidigte seinen dritten Platz gegen Lucas Auer
Foto: ADAC Motorsport
Während Nicki Thiim seinem zweiten DTM-Sieg an der Spitze nahezu ungefährdet entgegenfuhr, entwickelte sich dahinter ein packender Kampf um den letzten Podestplatz: Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) und Arjun Maini (HRT-Ford) lieferten sich über weite Strecken des Rennens ein intensives Duell um den dritten Rang.
Der Inder lag nach dem Start eigentlich noch deutlich vor seinem Kontrahenten, fiel infolge eines langsamen Boxenstopps und wegen des Verkehrs auf der Strecke jedoch hinter den Österreicher zurück. "Auf meiner Outlap hatte ich viel Verkehr, und so ist Luggi an mir vorbeigekommen", resümiert der Drittplatzierte Maini sein Rennen.
"Danach musste ich das Überholmanöver setzen", ergänzt der Ford-Pilot, der sich in der Dutzendteichkehre sofort wieder innen neben Auer setzte und sich mit leichtem Kontakt am Landgraf-Mercedes vorbeidrückte. Eine Aktion, die der Österreicher kritisch sieht.
"Arjun und ich sind cool. Wir kommen echt gut miteinander aus. Deswegen schieße ich jetzt auf keinen Fall dagegen", hält sich Auer im Gespräch mit Motorsport-Total.com zurück. "Das müssen andere beurteilen. Aber um ehrlich zu sein, habe ich das super hart gefunden."
Arjun Maini kontert Auer-Kritik: "Das ist eben Racing"
"Es war hart, es war spät, aber ich habe mich voll dazu bekannt", kontert der HRT-Ford-Pilot. "Ja, es gab eine leichte Berührung, aber das ist eben Racing." Die Vorwürfe von ran-Experte David Schumacher, der im TV gesagt hatte, dass Auer die Tür auf der Bremse noch zugeschmissen hat und deshalb zumindest eine Teilschuld trägt, sieht Maini ebenfalls nicht.
"Es war ein bisschen diagonal, aber auf dieser Streckenführung ist das immer schwierig, weil die Strecke dort nicht gerade verläuft", erklärt der Inder bei Motorsport-Total.com. "Ich glaube nicht, dass er beim Bremsen die Richtung geändert hat, aber er hat ein bisschen in diese Richtung gezogen."
"Ich habe mich für die Innenseite entschieden, und er ist auf den Scheitelpunkt zugefahren. So habe ich es aus meiner Sicht wahrgenommen. Natürlich würde ich mir das gerne noch einmal von außen anschauen. Aus meiner Sicht bin ich das Manöver gefahren, und er wollte keinen Platz lassen. Deshalb kam es zum Kontakt."
Maini-Manöver bringt ihn auf das Podium
"Wenn man sich einmal dazu entschließt, dann ist es das", sagt Maini. "Ich kann nicht mehr zurückziehen. Wenn dann kein Platz gelassen wird, kann ich nichts mehr machen. Dann kommt es eben zum Kontakt. Und es war meine letzte Chance, weil seine Reifen gerade auf Temperatur kamen."

Auer und Maini lagen schon beim Start des Rennens dicht beisammen
Foto: ADAC Motorsport
Der HRT-Pilot ist überzeugt, dass genau diese Attacke den Grundstein für seinen Podestplatz legte. "Ich glaube, ohne dieses Manöver wäre ich heute nicht auf dem Podium gewesen", sagt Maini, der auf dem Norisring bereits seinen zweiten Podestplatz einfährt.
Für Auer blieb der Kontakt nicht ohne Folgen: "Mein Auto ist auch echt in Mitleidenschaft gezogen worden", sagt der Österreicher, der während der Rennunterbrechung nach dem schweren Unfall sogar daran zweifelte, das Rennen überhaupt beenden zu können.
Auer gibt zu: "Es war dann eh nicht so schlimm"
"Es hat am Anfang echt so gewirkt, als könnte ich gar nicht zu Ende fahren, weil ich dachte, meine Reifen haben was abgekriegt. Er ist mir quer durchgefahren", berichtet Auer, der nach der Unterbrechung zunächst gegen Thomas Preining (Manthey-Porsche) kämpfte und anschließend erneut die Verfolgung von Maini aufnahm.
"Es war dann eh nicht so schlimm, sonst hätte ich nicht so schnell fahren können." Denn tatsächlich wurde der Kampf um den dritten Rang in der Schlussphase noch einmal spannend: Auer schloss in den letzten Runden wieder bis auf wenige Zehntelsekunden zu Maini auf, fand jedoch keine Gelegenheit mehr für einen entscheidenden Angriff.
Am Ende fehlte dem Landgraf-Mercedes-Piloten weniger als eine Sekunde auf Maini und den letzten Podestplatz. Dass ihm nach dem vorangegangenen Manöver des Inders noch Wut im Bauch steckte, verneint Auer jedoch. "Nein, weil so Sachen hast du ja immer. Das gehört dazu", sagt er. "Ich war eigentlich schon relativ ruhig."
Die Rennleitung nahm den Vorfall zwar unter die Lupe, verzichtete letztlich aber auf eine Strafe. "Wie gesagt, das müssen andere beurteilen", hält sich der Österreicher weiterhin zurück, auch wenn seine Einschätzung zwischen den Zeilen deutlich wird: "Ich bin eigentlich ein Fan von Arjun, deswegen schieße ich jetzt nicht dagegen."
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