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Halbes Jahr nach HWA-Trennung: AMG kämpft mit Ersatzteilnot

Ausgeliehene Teile, Nachfertigungen und fehlende Komponenten: Wie sich der Mercedes-AMG-Wechsel von HWA zur Affalterbach Racing GmbH auswirkt

Ersatzteilnot bei Mercedes-AMG: Rächt sich die Trennung von HWA?

Ersatzteilnot bei Mercedes-AMG: Gibt es Auswirkungen auf den Einsatz?

Foto: ADAC Motorsport

Laut Informationen von Motorsport-Total.com gibt es bei Mercedes-AMG nach wie vor Probleme mit der Ersatzteilversorgung des Mercedes-AMG GT3: Das ist auf die Umstellung des gesamten GT3-Programms von Langzeitpartner HWA auf die hauseigene Affalterbach Racing GmbH (AFF) zurückzuführen, die seit Januar 2025 für die Betreuung der Teams zuständig ist.

"Es ist tatsächlich eng, aber die Teams helfen einander gegenseitig gut weiter", bestätigte Thomas Jäger, der bei Mercedes-AMG als Sportlicher Leiter für den DTM-Bereich fungiert, Ende April beim DTM-Saisonauftakt in Spielberg. "Momentan ist es nicht so, dass deswegen ein Auto steht."

Abgesehen davon habe sich die Lage "in den letzten Wochen deutlich gebessert. Wir sind sicher noch nicht dort, wo wir hinwollen, aber auf einem guten Weg", meinte Jäger damals. Dennoch hört man, dass die Situation nach wie vor angespannt ist.

Mussten selbst für Verstappen Teile ausgeliehen werden?

Laut Informationen von Motorsport-Total.com musste das Winward-Team Mitte Mai beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring nach dem Antriebswellendefekt bei Max Verstappens Auto Teile vom Schnitzelalm-Team ausleihen. Nur so konnte der Bolide für das gemeinsame Zielfoto mit dem Winward-Siegerauto wieder flott gemacht werden.

Und auch der beim 24-Stunden-Klassiker siegreiche Mercedes-AMG GT3 profitierte von Getriebe-Teilen der Schnitzelalm-Truppe, die nach Maro Engels Qualifying-Crash am Freitag bei Winward benötigt wurden, damit das Auto am Samstag das Rennen in Angriff nehmen konnte.

Davor hatte bereits das Ring-Racing-Team am 19. April das zweite Qualifiers-Rennen für den 24h-Klassiker ausgelassen, weil man nicht genügend Teile zur Verfügung hatte. Andere Teams sollen wegen des Notstands gewisse Teile sogar selbst nachgefertigt haben, was nicht ungefährlich ist, weil sie die genauen Spezifikationen nicht kennen. Das kann zu Materialbrüchen führen.

Auch Anfang Juni waren Spurstangen und untere Querlenker für die Vorderachse noch Mangelware - und ein Team durfte in der GT-Open-Serie sogar mit einem kaputten Frontscheinwerfer fahren, weil es kein neues Teil gab und die Serie eine Ausnahmegenehmigung erteilte.

"Lieferanten sind insolvent gegangen"

Die Lieferschwierigkeiten betreffen "gerade ein paar wichtige Teile", meinte Jäger Ende April. Das sei darauf zurückzuführen, "dass Lieferanten insolvent gegangen sind und man bei komplexen Teilen relativ lange benötigt, um einen neuen Lieferanten zu ertüchtigen oder den Lieferanten wieder zum Arbeiten zu bringen", erklärte er damals.

Diese Probleme haben laut Jäger den Wechsel von HWA zur Affalterbach Racing GmbH, bei der sich um eine 100-Prozent-Tochter von Mercedes-AMG handelt, "deutlich erschwert. Aber wir hoffen, dass wir in den nächsten vier bis sechs Wochen wieder auf einem guten Niveau sind".

Dieser Zeitraum wäre mittlerweile erreicht, nach einer kompletten Entspannung sieht es allerdings nicht aus. Mercedes-AMG hatte seine Teams bereits Ende 2025 vor einer möglichen Ersatzteil-Knappheit gewarnt und empfohlen, die eigenen Lager für die Übergangsphase bis zum Frühjahr aufzufüllen. Die Engpässe dauern aber nun offenbar länger als erwartet - und man darf gespannt sein, wie sich die Situation weiterentwickelt.

24-Stunden-Klassiker sorgen für enorme Belastung

Aktuell ist die Belastung auch wegen der Langstrecken-Klassiker enorm: Nach dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring fanden vergangenes Wochenende die 24 Stunden von Le Mans statt, bei denen ebenfalls drei Mercedes-AMG GT3 des Iron-Lynx-Teams im Einsatz waren.

Und von 24. bis 26. Juni geht der dritte und vorerst letzte 24h-Klassiker des Jahres in Spa-Francorchamps über die Bühne - mit gleich zehn Mercedes-AMG GT3 am Start.

Das DTM-Wochenende auf dem Lausitzring, das von 19. bis 21. Juni (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.) stattfindet, sollte aber - solange es keine unerwarteten Totalschäden gibt - ohne größere Probleme über die Bühne gehen, denn die Einsatzzeiten sind im Vergleich zu den 24-Stunden-Rennen deutlich kürzer. Und auch die Anzahl der Boliden hält sich mit vier Stück halbwegs in Grenzen.

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