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"Hat genau dieses Loch erwischt": Blackout kostet Aitken die DTM-Führung

Wie es passieren konnte, dass Jack Aitken drei Kurven vor der Zielflagge Platz zwei und die klare DTM-Führung verspielte und wieso ihn sein Emil-Frey-Team warnte

"Hat genau dieses Loch erwischt": Blackout kostet Aitken die DTM-Führung

Jack Aitkens Ferrari war nach dem Einschlag links hinten ordentlich beschädigt

Foto: Sven Sven

Jack Aitken vergoss nach dem Samstagsrennen der DTM auf dem Red-Bull-Ring bittere Tränen: Der Emil-Frey-Ferrari-Pilot lag auf Kurs zu einem ungefährdeten zweiten Platz und hätte mit zwölf Punkten Vorsprung die DTM-Führung übernommen, wäre er nicht drei Kurven vor der Zielflagge abgeflogen und in die Reifenstapel gedonnert!

"Ich habe nur gesehen, dass er mit dem hinteren rechten Rad in Kurve 7 im Kies war", schildert Marco Wittmann, der hinter ihm lag, den Zwischenfall. "Was der Auslöser ist, kann ich nicht sagen. War es ein Fahrfehler, war es ein technisches Problem am Fahrzeug? Sicherlich ist es etwas, was du keinem Gegner wünscht, in der letzten Runde auf Podiumskurs so auszufallen. Tut mir extrem leid für ihn."

Und auch Sieger Rast bekam den Abflug mit: "Ich habe es im Rückspiegel gesehen und weiß nicht, ob da Öl oder was anderes auf der Strecke war." Aitken selbst war nach dem Rennen so frustriert, dass er keine Interviews gab. Über den Boxenfunk klärte er aber auf: "Es tut mir so leid. Ich habe einen Fehler gemacht. Ich bin draußen."

Aitken wurde kurz vor Crash sogar vor Öl gewarnt

Dabei hatte ihn sein Team noch gewarnt, dass möglicherweise Öl durch Winward-Mercedes-Pilot Jules Gounons technisches Problem auf der Strecke war. "Wir wussten nicht, ob er Öl verloren hat oder einfach ein Reifen geschliffen hat", sagt Emil-Frey-Teamchef Lorenz Frey Hilti im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Wir haben auch noch gefunkt: 'Pass auf, eventuell ist noch Öl auf der Strecke.' Aber er meinte, da war nichts an dieser Stelle. Das war ein Fahrfehler."

Und das, obwohl Aitken eigentlich ein Pilot sei, "der kaum Fehler macht", betont der Schweizer. Dennoch hat er eine Erklärung für das Missgeschick, das am Ende dafür sorgte, dass nun nicht Aitken, sondern Sieger Rene Rast in der DTM-Wertung in Führung liegt und der Brite auf Platz vier acht Punkte Rückstand hat.

"Das Thema war, dass an dieser Stelle schon viele mit zwei Rädern durch das Kies gefahren sind und sich immer mehr eine Delle entwickelt hat", erklärt Frey-Hilti. "Ich glaube, er hat genau dieses Loch erwischt, darum hat es ihn so ausgehebelt."

Emil-Frey-Team zitterte nach Wittmann-Berührung um Aitken

Frey-Hilti, der auch selbst Rennfahrer ist, kennt die Kurve sogar aus der Cockpit-Perspektive - und zeigt sich verwundert: "Ich kann mich nicht erinnern, dass man in dieser Kurve so abfliegen kann. Ich glaube, er ist voll in diese Delle hineingefahren." Aitken setzte daraufhin offenbar mit dem Unterboden auf, verlor die Kontrolle - und sein Ferrari bog plötzlich nach links ab.

Davor hatte das Team übrigens Sorge, dass es Aitken nicht ins Ziel schaffen könnte. "Wir hatten eine ziemlich starke Berührung mit Wittmann, der am Kerb in Kurve 3 enorm Speed rausgenommen", verweist er auf den Zweikampf, als Aitken nach dem Stopp mit wärmeren Reifen attackiert. "Er ist hinten draufgefahren."

Dass Aitkens Ferrari keine Beschädigung davontrug, sei "auch ein bisschen Glück" gewesen. "Darum waren wir dann 20, 25 Minuten lang ziemlich nervös, dass wir ins Ziel kommen. Wir haben ziemlich gezittert, dass die Temperatur auf einem anständigen Niveau bleibt, was sie auch geblieben ist."

Teamchef stärkt Aitken Rücken: "Wissen, was wir an ihm haben"

Aitken Frust nach dem Rennen ist für den Teamchef verständlich, zumal Aitken erst am Sachsenring durch die Kollision mit Thomas Preining einen möglichen Sieg verloren hatte und in der Meisterschaft klar führen könnte. "Es war ziemlich hart, aber Motorsport geht immer bis zur Ziellinie", sagt er. Jetzt gelte es, die Angelegenheit hinter sich zu lassen und nach vorne zu schauen.

"Wir sind immer noch in Schlagdistanz", rechnet Frey-Hilti. "Wichtig ist, dass er das Vertrauen wieder aufbaut und weitermacht. Wir wissen, was wir an ihm haben. Wir glauben an ihn. Es gibt auch andere Situationen, in denen wir als Team Fehler machen. Wir sind ein Team - und gewinnen und verlieren zusammen."

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