"Hauptthema sind neue Felgen": Ford Mustang GT3 dank Evo vor Wendepunkt?
Warum die Testpremiere des Mustang-Evo-Pakets von HRT erneut verschoben wurde und die Felgen eine zentrale Rolle spielen, um den Ford nach vorne zu bringen
Das Evo-Paket des Ford Mustang GT3 soll mehr Performance bringen
Foto: Ford/Fromeiras
Das HRT-Team muss zum zweiten Mal die Testpremiere des neuen Evo-Pakets für den Ford Mustang verschieben: Mitte Dezember in Portimao war ein technischer Folgeschaden nach dem Crash eines Kunden die Ursache, diese Woche am Mittwoch vereitelte das schlechte Wetter in Estoril das Evo-Debüt. Jetzt soll es Anfang Februar in Portimao so weit sein, wie Teamchef Ulrich Fritz ankündigt.
Und das HRT-Team ist guter Dinge, dass das umfangreiche Paket 2026 gerade für die DTM einen großen Fortschritt bedeutet. "Es wurden viele Punkte angegangen - und ich glaube, dass damit die größten Challenges des Autos adressiert wurden", sagt Fritz im Gespräch mit Motorsport-Total.com.
Er ist überzeugt: "In der Theorie sind das die richtigen Maßnahmen. Und auch die Daten sehen vielversprechend aus. Ich glaube also, dass das der Schritt in die richtige Richtung ist."
Wo der Schwachpunkt des Ford Mustang GT3 liegt
In seinem ersten DTM-Jahr hatte der Ford Mustang das Problem, dass er an der Vorderachse zu wenig Abtrieb generierte. Das machte es schwierig, das durch den langen Radstand ohnehin schon nicht sehr wendige Fahrzeug flott um die Kurven zu bekommen. Zumal auch die Reifen rasch überhitzten und es bei der Bremse Luft nach oben gab.
Das machte es schwierig, den Mustang GT3 bei der Balance-of-Performance-Einstufung in das Fenster der anderen Fahrzeuge zu bringen. "Die BoP-Leute konnten uns zwar einen riesigen Restriktor geben, wodurch das Auto auf der Geraden viel schneller als jedes andere war - aber damit fährst du keine Rennen", erklärt Fritz das Problem.
"Wenn du einen Mercedes fährst, der mit dem Topspeed seine Probleme hat, dann pfeift das Ding einfach an dir vorbei. Und in der Kurve steht es mehr im Weg."
Überhitzung und Boxenstopps: Neue Felgen sollen's richten!
Das Update soll den Mustang GT3 nun insgesamt konkurrenzfähiger machen. "Wir haben eine neue Bremsanlage, die in der Theorie weniger Hitze entwickeln sollte", erklärt Fritz. "Das Hauptthema ist aber, dass wir neue Felgen bekommen, die ein besseres Leitverhalten haben sollten."
Da die Felge nun weniger Wärme leitet, sollte die Hitzeentwicklung nicht so stark ausfallen. "Unser Problem war, dass der Reifen viel zu warm geworden ist", erklärt Fritz. Zudem sollen die neuen Felgen laut Fritz als eine Art "Sauger" fungieren, um die heiße Luft aus dem Radhaus zu bekommen.

In Daytona ist der Ford Mustang erstmals mit dem Update am Start
Foto: Ford
"Sie sind deutlich offener", sagt er über die neuen Felgen. "Sie sollten auch für den Pitstop besser sein, was auch unser Problem war. Und ich glaube, das ist schon eine relativ große Änderung." Tatsächlich verloren die HRT-Mechaniker immer wieder Zeit bei den Reifenwechseln, weil sie das Rad nicht richtig packen konnten. Das sollte durch das Update Geschichte sein.
Was sich HRT vom Mustang-Update in der DTM verspricht
Auf die Frage, was sich Fritz nun in der DTM vom Update verspricht, antwortet er mit einer Gegenfrage: "Wird das Auto in Oschersleben alles in Grund und Boden fahren? Nein, das glaube ich nicht. Dafür ist das Konzept das falsche - mit dem langen Radstand und so weiter. Werden wir besser dastehen als im letzten Jahr? Ja, ich bin mir sicher", lautet seine Einschätzung.
Wie man hört, spielte der Input des HRT-Teams für das Update des Ford Mustang eine große Rolle. Ein Beleg dafür ist die Tatsache, dass die zwei neuen Flaps an der Front des Autos bereits vor einem Jahr auf der Nürburgring-Nordschleife getestet wurden. "Das sind ja alles keine Nasenbohrer", relativiert Fritz und verweist auf die anderen Ford-Teams, die genauso gewusst hätten, wo die Schwachstellen liegen.
HRT habe aber gerade mit den Pirelli- und den Yokohama-Reifen auf der Nordschleife viel Input gegeben. "Wir haben sicher die meiste Daten gesammelt von allen, weil wir natürlich am meisten Autos eingesetzt haben", erklärt Fritz. "Ich glaube, es sind im letzten Jahr 14 Mustangs regelmäßig bewegt worden, allein acht davon von uns."
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.