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Heute vor zehn Jahren: Als "Schieb' ihn raus" zum größten DTM-Skandal wurde

Es war der 2. August 2015 als ein Funkspruch mit nur vier Wörtern für einen der größten Skandale der DTM-Geschichte sorgte - Ein Rückblick, zehn Jahre danach

Heute vor zehn Jahren: Als "Schieb' ihn raus" zum größten DTM-Skandal wurde

Heute vor zehn Jahren passierte der "Schieb ihn raus"-Skandal

Foto: ITR/YouTube ITR/YouTube

Es ist der berühmteste Funkspruch der DTM-Geschichte: "Timo, schieb' ihn raus!" Am 2. August 2015, in der letzten Runde eines verregneten DTM-Rennens auf dem Red Bull Ring in Spielberg, sorgten diese vier Worte für einen der größten Skandale in der Historie der Rennserie.

Sie kamen von niemand Geringerem als dem damaligen Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. Und Audi-Werksfahrer Timo Scheider tat offenbar, was der Chef sagte: Der zweifache DTM-Champion rutschte Mercedes-Pilot Robert Wickens ins Heck, der wiederum seinen Markenkollegen Pascal Wehrlein ins Aus beförderte.

Eine brisante Szene, denn Wehrlein lag zu diesem Zeitpunkt an der Spitze der Meisterschaft. Der Schwabe ging durch den Rammstoß leer aus, und weil Audi-Pilot Mattias Ekström das Rennen gewann, übernahmen die Ingolstädter die Tabellenführung. Wehrlein fiel sogar hinter Edoardo Mortara (Audi) auf Rang drei zurück.

Kein Wunder, dass die Aktion nicht folgenlos blieb: Scheider wurde bereits am selben Tag disqualifiziert, später zudem für die beiden nächsten Rennen in Moskau gesperrt. Ullrich durfte sich bis zum Jahresende nicht mehr im DTM-Fahrerlager blicken lassen.

Die höchste Geldstrafe der DTM-Historie

Hinzu kam die teuerste Sanktion in der DTM-Geschichte: Audi musste eine Geldstrafe in Höhe von 200.000 Euro bezahlen und bekam für das entsprechende Sonntagsrennen in Spielberg sämtliche Herstellerpunkte aberkannt. Auch das sollte sich für Audi noch rächen, denn am Ende ging der Titel an Mercedes.

Neben dem DMSB ermittelte damals sogar die österreichische Staatsanwaltschaft: Es wurde geprüft, ob das Verhalten den Tatbestand der Nötigung und der Gefährdung der körperlichen Sicherheit erfüllt. Im November 2015 wurden die Ermittlungen gegen Scheider und Ullrich eingestellt.

Audi hat an Sympathie eingebüßt, Scheider wurde sogar persönlich angefeindet: "Tut mir bitte nur einen Gefallen für meine Familie und Dr. Wolfgang Ullrich, lasst diese beleidigenden Beschimpfungen", schrieb er damals auf Facebook. "Ich akzeptiere jede Meinung, solange sie sachlich ist!"

Wehrlein sieht "Schieb ihn raus" mit Humor

Und Wehrlein? Rund drei Jahre später sagte der damalige Mercedes-Pilot im Formel-1-Podcast Starting Grid, dass er das Manöver des Audi-Piloten sogar "feiern" würde: "Darüber habe ich mir Gedanken gemacht: So gut, wie er es gemacht hat, hätte ich es nie hinbekommen", lachte Wehrlein.

"Ich verstehe mich heute gut mit Timo", sagte der Schwabe damals weiter. "Das war lange Zeit nicht der Fall. Aber als er [die DTM] kommentiert hat, haben wir öfter einmal geredet. Da gibt es überhaupt kein böses Blut." Eine vernünftige Aussprache mit allen Beteiligten, vor allem Audi-Motorsportchef Ullrich, habe es aber nie gegeben.

Dass Wehrlein den wohl größten Skandal der DTM-Geschichte (hier in der Chronologie) heute mit einem Augenzwinkern sehen kann, liegt auch am Saisonergebnis: Trotz des rüden Fouls krönte sich der Mercedes-Pilot im Alter von nur 20 Jahren zum jüngsten DTM-Champion aller Zeiten.

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