Zum Hauptinhalt springen

Kostenlos registrieren

  • Direkt zu Deinen Lieblingsartikeln!

  • Benachrichtigungen für Top-News und Lieblingsfahrer verwalten

  • Artikel kommentieren

HRT-Umbruch: Geht neben Ingenieuren auch großer Sponsor zu DTM-Gegner?

Der Personalumbruch beim Ford-Team HRT ist offenbar größer als gedacht: Mehr als fünf Ingenieure und ein finanzstarker Sponsor sollen zur Konkurrenz wechseln

HRT-Umbruch: Geht neben Ingenieuren auch großer Sponsor zu DTM-Gegner?

HRT-Aufstellung auf dem Nürburgring: Beim Ford-Team steht ein Umbruch bevor

Foto: Haupt Haupt

Der Personalabgang beim Ford-Team HRT ist offenbar größer als angenommen: Wie Motorsport-Total.com aus mehreren Quellen erfahren hat, werden das Haupt Racing Team nach der Saison nicht - wie bereits berichtet - nur fünf Ingenieure verlassen, darunter Chefingenieur Laurent Fedacou, der in den vergangenen Jahren auch für die technische Leitung verantwortlich war.

Stattdessen haben gleich neun HRT-Ingenieure und angehende Ingenieure, deren Ausbildung noch nicht beendet ist, für die Saison 2027 Dienstverträge bei einem neuen Arbeitgeber unterschrieben.

Die Betroffenen gehören zum französischen Teil der HRT-Ingenieursmannschaft, deren Mitglieder in unterschiedlichen Programmen des Teams eingesetzt werden - neben der DTM unter anderem auf der Nürburgring-Nordschleife, in der GT-World-Challenge Europe (GTWCE) und im ADAC GT Masters. Der Umbruch soll nicht sofort, sondern nach Saisonende erfolgen.

Was HRT zum internen Umbruch sagt

Neun Abgänge im Ingenieursbereich auf einen Schlag stellen HRT vor die Herausforderung, dieses Know-how zu ersetzen. Auch die Suche nach kurzfristigem Ersatz mit entsprechender Erfahrung dürfte nicht einfach werden, denn neben HRT setzt in Europa derzeit nur Proton den Ford Mustang GT3 Evo ein.

"Wie in unserer Pressemitteilung vom 4. August 2026 angekündigt, werden wir bei HRT einige strukturelle Änderungen implementieren, um unsere Prozesse zu schärfen und in Zukunft noch performanter und effizienter aufgestellt zu sein", nimmt HRT-Teamchef Ulrich Fritz zum bevorstehenden Umbruch Stellung.

"Dementsprechend schauen wir positiv in die Zukunft und sind überzeugt, dass wir einen weiteren Schritt nach vorne mit unserem Ford-Mustang-GT3-Projekt machen werden."

Neben Ingenieuren auch Sponsor vor Wechsel zur Konkurrenz?

Aber welche Zukunftsaussichten haben die Ingenieure? Nach der aktuellen Saison sollen sie für ein Team arbeiten, das bereits jetzt in der DTM am Start ist und sein Projekt in den kommenden Jahren ausbauen möchte. Interessant: HRT droht nach Informationen von Motorsport-Total.com zur kommenden Saison auch noch der Verlust eines finanzstarken Sponsors.

Aktuell finden Gespräche darüber statt, den Sponsor künftig auch bei jenem DTM-Team zu engagieren.

Neun Abgänge im Ingenieursbereich: Was steckt dahinter?

Aber was steckt hinter dem Umbruch? Nach Informationen von Motorsport-Total.com soll das Verhältnis zwischen der Teamführung und Fedacou bereits seit längerer Zeit angespannt sein. Der erfahrene Ingenieur arbeitete bereits in der DTM-Herstellerära beim ehemaligen Audi-Werksteam Phoenix als Renningenieur mit Ex-Champions wie Timo Scheider oder Mike Rockenfeller und ist seit Ende 2021 bei HRT im Einsatz.

Laurent Fedacou

HRT-Chefingenieur Laurent Fedacou steht vor einem Neuanfang

Foto: ADAC Motorsport

Fedacou hat zudem die Zusammenarbeit mit der französischen Ingenieursakademie ESTACA aufgebaut, wodurch das HRT-Team seit Jahren mit jungen Ingenieuren aus Frankreich versorgt wird.

Im Windschatten von Fedacou haben nach Kenntnis von Motorsport-Total.com auch seine Landsleute Clement Fay und Valentin Planque Dienstverträge bei einem anderen Arbeitgeber unterschrieben. Fay ist dieses Jahr in der DTM als Renningenieur für Arjun Maini zuständig. Planque arbeitet in der DTM als Renningenieur von Überraschungsrookie Finn Wiebelhaus (siehe DTM-Steckbrief von HRT in unserer Datenbank).

Auch Performance-Ingenieurin Julie Schotter und Performance-Ingenieur Alex Salomon haben entsprechende Verträge unterschrieben. Gleiches gilt für vier weitere Ingenieure und angehende Ingenieure der französischen Gruppe. Damit beläuft sich die Zahl der der Redaktion bekannten bevorstehenden Abgänge in diesem Bereich auf insgesamt neun.

HRT sieht Sponsorensituation gelassen

Motorsport-Total.com hat dem HRT-Team die Möglichkeit gegeben, auch zu dieser Recherche Stellung zu nehmen. Teamchef Fritz möchte sich jedoch "grundsätzlich nicht zu weiteren Spekulationen und Gerüchten äußern - dies gilt insbesondere im Kontext bezüglich unserer Mitarbeitenden und zu vertraglichen Vereinbarungen mit Sponsoren".

Im Hinblick auf den potenziellen Verlust eines finanzstarken Sponsors stellt er jedoch klar: "Wir arbeiten mit über 15 Partnern zusammen und ganz bewusst ohne den einen dominanten Partner, insofern bewegt sich auch kein einzelner Partnerschaftsvertrag in einer Größenordnung, die für das Unternehmen im Beendigungsfalle kritisch wäre."

Technische Struktur: Wie geht es beim Ford-Team weiter?

Die HRT-Truppe, die sich nach dem Ende 2024 eingegangenen Ford-Deal im zweiten Jahr eines Dreijahresvertrags befindet, muss sich für 2027 neu aufstellen. Mit Andreas Riedl kehrte erst kürzlich ein erfahrener Mann vom BMW-Team Rowe Racing zu HRT zurück, der sich zuletzt laut Teamchef Fritz um die DTM-Boxenstopps kümmerte.

Der Ex-HWA-Mann, der als Renningenieur mit Ralf und David Schumacher arbeitete, trifft bei HRT auf seinen früheren HWA-Kollegen Thomas Strick, der aktuell für Qualitätskontrolle, Einsatz und Reglement zuständig ist. Beide könnten damit künftig eine wichtige Rolle beim Neuaufbau der technischen Struktur spielen.

Vorheriger Artikel "Traut sich keiner zu": Warum nur ein Kurs für neuntes DTM-Event infrage kam
Nächster Artikel Personalkürzungen bei Porsche: Leiter des GT3-Bereichs nun doch nachbesetzt

Aktuelle News