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"Im ersten Sektor unschlagbar": Lamborghini-Probleme mit Sieg gelöst?

Weltweit erster Sieg für den neuen Lamborghini Temerario GT3: Teamchef Gottfried Grasser erklärt, wie das möglich war und ob damit der Durchbruch gelungen ist

"Im ersten Sektor unschlagbar": Lamborghini-Probleme mit Sieg gelöst?

Mirko Bortolotti zeigt die Faust: Erster Sieg weltweit für den vielkritisierten Lamborghini

Foto: ADAC Motorsport

Erster Sieg weltweit für den zu Saisonbeginn stark kritisierten Lamborghini Temerario GT3 beim Sonntagsrennen der DTM in Oschersleben! Nach dem starken zweiten Platz von Abt-Lamborghini-Pilot Luca Engstler am Samstag setzte Grasser-Pilot Mirko Bortolotti am Sonntag noch eins drauf und bescherte dem Fahrzeug den Durchbruch. Aber sind die Temerario-Probleme damit gelöst?

"Ich vermute nicht, dass es so weitergehen wird", ist Teamchef Gottfried Grasser im Gespräch mit Motorsport-Total.com misstrauisch. "Jetzt hat alles zusammengepasst, aber ich glaube, dass Strecken wie der Sachsenring relativ schwierig werden."

Trotz der Euphorie beim Lamborghini-Traditionsteam, das vor zehn Jahren bereits dem Vorgänger Huracan GT3 zum ersten Sieg weltweit verholfen hatte, bleibe zu sagen, "dass mit diesem Einzelresultat natürlich nicht alle Probleme gelöst sind", zeigt sich Grasser realistisch.

"Immer noch nicht alle Antworten gefunden"

"Wir haben, was die Performance des Autos angeht, immer noch nicht alle Antworten gefunden. Das sehen wir in den Qualifyings und auch auf bestimmten Rennstrecken immer wieder. Es wartet also immer noch viel Arbeit auf uns." (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!)

Aber warum hat der Temerario GT3 in Oschersleben so gut funktioniert? "Im ersten Sektor mit den engen Kurven sind wir unschlagbar", erklärt Grasser. "In Sektor 3, wo es normale Kurven gibt, sind wir wieder hinten. Das zeigt die aktuelle Charakteristik des Autos. In engen Kurven mit wenig Bremszonen ist das Auto sehr stark."

Tatsächlich gibt es im ersten Sektor in Oschersleben, der aus den ersten drei Kurven besteht, keinen harten Bremspunkt. Und die Bremse ist nach wie vor die größte Baustelle des Boliden, der dank einer DTM-Ausnahmeregelung mit mehr Abtrieb auf der Hinterachse und mehr Ladedruck als von der FIA-Homologation eingesetzt werden darf.

Warum erster Sektor dem Lamborghini auf den Leib geschneidert war

"Die erste Kurve ist kein brutaler Bremspunkt, denn du bremst in diesen Knick locker rein. Das ist nicht wie in Monza, wo du mit 250 km/h ankommst und dann voll bremsen musst", erklärt Grasser. Abgesehen davon liegen dem Fahrzeug laut dem Ingenieur, der das Vorgängermodell Huracan mitentwickelte, langsame Kurven, wie es sie in Oschersleben zuhauf gibt.

"Das haben wir auch auf dem Norisring gesehen. Dort war das Bremsen ein Thema, aber in den Kurven hat alles gepasst", verweist er auf Nürnberg, wo das Grasser-Team im Mittelfeld war und Bortolotti Achter und Elfter wurde.

Luca Engstler

Schnellster Mann im ersten Sektor: Luca Engstler zeigt die Stärke des Temerario

Foto: Alexander Trienitz

Auch die Oschersleben-Daten belegen Grassers Aussage: Abt-Lamborghini-Pilot Engstler war in den zwei Qualifyings im ersten Sektor in 29.833 Sekunden der absolut schnellste - noch vor Thomas Preining (29.849), der im Manthey-Porsche das Wochenende dominierte.

Auf den Plätzen drei und vier lagen mit den HRT-Piloten Arjun Maini (29.858) und Finn Wiebelhaus (29.909) ebenfalls Fahrer, bei deren Ford Mustang GT3 Evo die Bremse nicht gerade als Stärke gilt.

"Hätten wir ersten Stopp hingekriegt, hätten wir geführt"

"Ich denke nicht, dass wir die schnellsten da draußen waren", sagt auch Bortolotti. Stattdessen war "die Strategie in unserem Fall der Schlüssel zum Erfolg", denn der von Platz sechs gestartete Italiener kam beim ersten Stopp als Letzter an die Box, was ihn auf Platz zwei nach vorne brachte.

Und das, obwohl der Reifenwechsel mit 9,2 Sekunden eigentlich danebenging und man 2,2 Sekunden auf Leader Thomas Preining verlor. "Wenn wir den ersten hingekriegt hätten, hätten wir nach dem ersten Stopp geführt", glaubt Grasser. Nach dem Stopp fehlten Bortolotti 3,1 Sekunden auf Preining, aber der hätte an Bortolotti erst vorbeikommen müssen.

Warum der Overcut beim Lamborghini so gut funktionierte

"Uns hat gewundert, warum kaum jemand auf diese Strategie gesetzt hat, denn lang fahren war in Oschersleben schon immer gut", weiß Grasser. "Bei uns kommt noch dazu, dass wir ein Auto haben, das ohnehin sehr reifenschonend ist. Und du kriegst den Reifen durch die vielen Kurven gleich mal auf Temperatur und es kann dir keiner so leicht vorfahren. Das ist auf einer anderen Strecke unmöglich."

Mirko Bortolotti

Mirko Bortolotti fuhr Maro Engel nach dem Stopp um mehrere Sekunden davon

Foto: Alexander Trienitz

Vor dem zweiten Stopp brachte sich Bortolotti in Position und lauerte direkt hinter Leader Preining, um dann von der Boxenstopp-Panne bei Manthey zu profitieren. Denn die Grasser-Crew fertigte den DTM-Champion des Jahres 2024 in 7,3 Sekunden ab, wodurch man diesmal 2,2 Sekunden schneller war als Manthey, was Bortolotti die Führung und letztlich den Sieg einbrachte.

"Man muss die brillante Leistung von Mirko hervorheben", sagt Grasser nach dem ersten gemeinsamen DTM-Sieg mit seinem langjährigen Weggefährten und Freund Bortolotti, der drei Sekunden vor Preining als Erster das Ziel erreichte. "Was der wieder abgefeuert mit der Kiste! Der fährt da zum Schluss noch einen Abstand heraus, also wirklich Hut ab."

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