"Keine Chance": Warum saß Thiim 2019 nicht im Class-1-Aston-Martin?
Warum fuhr Nicki Thiim 2019 trotz seines DTM-Traums keinen Class-1-Aston-Martin? Der Däne erklärt, wieso es keine Möglichkeit gab und wie er dennoch belohnt wurde
Paul di Resta statt Nicki Thiim: Im Class-1-Aston-Martin saßen keine Werksfahrer
Foto: Alexander Trienitz
Nach einem jahrelangen Kampf geht dieses Jahr Nicki Thiims großer Traum in Erfüllung, mit dem Aston Martin in der DTM zu starten. Aber warum saß der Däne, der seit elf Jahren Werksfahrer der britischen Marke ist, nicht schon 2019 im Class-1-Aston-Martin von R-Motorsport, der von HWA eingesetzt wurde?
"Es war schon immer meine Motivation, eines Tages dort anzutreten", sagt Thiim heute über die DTM. "Das war schon damals ein Traum, als ich bei Audi war - besonders die Class-1-Fahrzeuge. Das war etwas ganz Besonderes." Thiim weiß, wovon er spricht, denn Ende 2014 durfte der damalige Pilot des Audi-Kaders bei einer Nachwuchssichtung in Jerez den Audi RS 5 DTM testen.
Nach seinem Aston-Martin-Werksvertrag im Jahr 2015 geriet der Traum aber etwas in den Hintergrund, obwohl die Marke 2019 nach dem Mercedes-Ausstieg neben Audi und BMW in der DTM am Start war. Aber warum spielte Thiim keine Rolle?
Aston Martin gab Werksfahrer nicht für R-Motorsport frei
"Das wurde 2019 von den Schweizern von R-Motorsport vorangetrieben", erklärt der 36-jährige Däne auf Nachfrage von Motorsport-Total.com. "Ich war eher mit dem Werk verbunden, und der Fokus lag damals auf der Pro-Kategorie in der WEC. Das waren wahrscheinlich die besten Jahre meiner Rennfahrerkarriere, denn das waren noch die Pro-Zeiten in der WEC. Es gab also nicht wirklich eine Chance für mich, diesen Weg einzuschlagen."
Was Thiim damit meint: R-Motorsport war damals Lizenznehmer von Aston Martin in der DTM, es handelte sich aber nicht um einen direkten Werkseinsatz von Aston Martin Racing, wie er bis heute im GT-Bereich von Prodrive durchgeführt wird. Aus diesem Grund wurden die damaligen Werksfahrer, zu denen auch Thiim zählte, für den GTE-Werkseinsatz in der Langstrecken-WM (WEC) genutzt.

Jake Dennis und Thiim, der am Sonntag beim DTM-Auftakt 2019 zu Gast war
Foto: Getty Images
Ein DTM-Start war ohnehin nicht möglich, denn 2019 kollidierte bereits der DTM-Saisonauftakt in Hockenheim am ersten Mai-Wochenende mit dem am Samstag stattfindenden 6-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps. Aus diesem Grund setzte R-Motorsport in der DTM mit Paul di Resta, Daniel Juncadella, Jake Dennis und Ferdinand Habsburg auf vier Fahrer, die nicht aus dem Aston-Martin-Kader stammten. Sogar Thomas Preining war damals ein Kandidat.
"Sollte mich nicht beklagen": Wie Thiim für DTM-Verzicht belohnt wurde
Die Aston-Martin-Entscheidung sollte sich für Thiim im Nachhinein aber rentieren: Während das R-Motorsport-Projekt 2019 in der DTM nicht über zwei sechste Plätze hinauskam und nach einem Jahr beendet war, entschied Thiim in der von September 2019 bis November 2020 laufenden WEC-Saison mit seinem Partner Marco Sorensen die LMGTE-Pro-Klasse für sich, was ihm bereits 2016 gelungen war.
"Ich sollte mich nicht beklagen, denn dadurch habe ich mit Aston Martin zwei Weltmeistertitel in der Langstrecken-Weltmeisterschaft gewonnen", sagt er heute nicht ohne Stolz.
Zumal er nun auch endlich mit dem Aston Martin der DTM an den Start geht. "Der Wechsel der DTM von Class 1 auf GT3 hat die Tür wieder geöffnet, damit dieser Traum wahr werden konnte", freut sich Thiim über die vor einigen Jahren noch unverhoffte Gelegenheit.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.