Kelvin van der Lindes Titel-Fahrplan: "Nürburgring letzte starke Strecke"

DTM-Leader Kelvin van der Linde erklärt, warum er am Nürburgring trotz über 20 Punkten Vorsprung siegen muss und es danach im Audi R8 LMS ums Überleben geht

Kelvin van der Lindes Titel-Fahrplan: "Nürburgring letzte starke Strecke"

Abts GT3-Spezialist Kelvin van der Linde hat vor Saison-Halbzeit auf dem Nürburgring in der DTM-Wertung 21 Punkte Vorsprung auf AF-Corse-Ferrari-Pilot Liam Lawson. Sein großer Rivale, HRT-Mercedes-Pilot Maximilian Götz, liebt auf Platz drei sogar schon 29 Zähler zurück. Ist Audi-Werksfahrer van der Linde, der als einziger zwei Siege feierte, damit voll auf Titelkurs?

Nicht wenn es nach ihm geht. Denn der 25-jährige Südafrikaner warnt vor der zweiten Saisonhälfte, die nach den Rennen in der Eifel beginnt. "Nürburgring wird eine unserer letzten starken Strecken", blickt er auf das vierte von acht Rennwochenenden (hier geht's zum Zeitplan und zu den TV- und Stream-Zeiten). "Dort müssen wir zuschlagen. Und dann müssen wir überleben. So sehe ich das."

Dass er auf seiner "Lieblingsstrecke" in Zolder 32 Punkte holte und Lawson am Samstag durch den Ausfall bei der Startkollision sogar leer ausging, lässt van der Linde etwas durchatmen, "zumal wir am Lausitzring ein paar Punkte wegen eines technischen Problems verloren haben", verweist er auf den plötzlichen Energieverlust, der ihn den Sieg kostete.

Audi Probleme am Red-Bull-Ring und in Assen?

"Aber die Saison ist noch lang. Strecken wie der Red-Bull-Ring oder Assen kommen noch. Und man muss BMW, Mercedes, aber auch Ferrari auf der Rechnung haben. Sie werden dort extrem stark sein - und ich glaube, dass der Audi dort Probleme haben wird", prognostiziert van der Linde, der es sich zum Ziel setzt, "an jedem Wochenende in den Top 5 zu sein".

Spielberg sieht er sogar als "Angststrecke", wie er gegenüber 'Motorsport aktuell' sagt. "In Assen war ich noch nie und durch das begrenzte Reifenkontingent werde ich auch nicht viel Fahrzeit haben. Dort wird es also auch schwierig für mich."

"Wir versuchen, jetzt alle Punkte auf den - sagen wir mal - kleineren Strecken zu sammeln, auf denen wir stark sind." Eine Anspielung darauf, dass der wendige R8 LMS mit seinem kurzen Radstand und seiner Bremsstabilität zwar in Zolder und auf dem Nürburgring gut funktioniert, aber auf Strecken mit schnellen Kurven gegenüber Boliden wie dem BMW M6 GT3 oder dem Alleskönner Mercedes-AMG GT3 nicht ganz im Element ist.

AMG-Pilot Ellis irritiert: "Audi muss richtig schlecht sein"

"Der Audi ist sehr stark in der Bremsphase - da haben wir wahrscheinlich das stärkste Auto", bestätigte van der Linde vor dem Zolder-Wochenende. "Nürburgring sollte auch gut sein. Norisring ist hingegen schwierig einzuschätzen. Die Turbo-Autos beschleunigen normalerweise viel besser als wir. Das ist für mich also ein Fragezeichen."

Aber wie reagiert man im Mercedes-AMG-Lager auf die Einschätzung van der Lindes? Mit leichter Verwunderung. "Bereits seit Monza beschwert man sich speziell im Abt-Lager, und dennoch führt man mit großem Vorsprung die Meisterschaft an", sagt Winward-Mercedes-Pilot Philip Ellis im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Am Lausitzring hatte man 'Rocky' auf dem Podium, jetzt gab es einen Doppelsieg in Zolder. Das Auto muss also richtig schlecht sein", reagiert der Schweizer, der in der Meisterschaft 49 Punkte hinter van der Linde auf Platz sechs liegt, mit Ironie.

Götz sieht Mercedes-Schwäche im winkeligen ersten Sektor

Wie er seinen Mercedes-AMG GT3 auf dem Nürburgring einschätzt, nachdem er in Zolder nach dem Premierensieg in der Lausitz nur die Plätze acht und 16 belegte? "Ich glaube, wir hätten auch in Zolder um das Podium mitkämpfen können, wenn wir wie am Lausitzring ein sauberes Wochenende ohne Zwischenfälle, Probleme an der Box oder Hickups im Qualifying gehabt hätten", sagt er.

"Und ich gehe davon aus, dass wir auch am Nürburgring stark aussehen werden, denn das war immer eine Strecke, auf der der Mercedes sehr gut geht", zeigt sich der 28-Jährige zuversichtlich.

HRT-Mercedes-Pilot Maximilian Götz sieht den Nürburgring währenddessen nicht zur Gänze als Mercedes-Strecke. "Ich würde mich über knifflige, wechselhafte Bedingungen freuen, denn das würde uns vielleicht im ersten Sektor der Strecke ein bisschen helfen, der sicher nicht die Stärke des Autos ist. Dort müssen wir kämpfen und eine gute Balance finden."

Mit Bildmaterial von ABT Sportsline.

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