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Kurioser Irrtum: Wie Aston Martin "mindestens Platz vier" verspielte

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Kurioser Irrtum: Wie Aston Martin "mindestens Platz vier" verspielte
Autor:
Co-Autor: Tom Errington
20.07.2019, 18:57

Wieso Aston Martin an Paul di Restas Ausfall glaubte und dieser folgenschwere Irrtum den Schotten, der bei Regen Top-Zeiten fuhr, um eine Sensation brachte

Was für ein Pech: Aston-Martin-Pilot Paul di Resta, der zeitweise die schnellsten Runden im Feld fuhr, verpasste bei der Regenschlacht von Assen wegen eines Fehlers seiner Mannschaft ein Topresultat. "Wir hätten glaube ich auf jeden Fall Platz vier erreichen können, und das wäre für uns wie ein Sieg gewesen", ärgert sich der Schotte, der am Ende nur 14. wurde, gegenüber 'Motorsport.com'. "Aber es sind wieder Dinge passiert, die nicht in meiner Hand lagen."

Was di Resta damit meint? Als er in Runde sieben zum Pflichtstopp an die Box kam, war diese von seinem Teamkollegen Jake Dennis besetzt! "Ein anderer ist an die Box gekommen, und da wir uns die Box teilen, war das ein Alptraum", verweist er auf den Rookie-Teamkollegen, ohne dessen Namen zu nennen."Ich habe wegen dieses Missverständnisses 38 Sekunden in der Box verloren"

Bitter, denn di Resta kam am Ende 48,917 Sekunden hinter Wittmann ins Ziel. "Vor dem Stopp lag ich nur 15 bis 18 Sekunden zurück. Wir waren recht stark und so schnell wie alle anderen auch."

Darum glaubte R-Motorsport an di Restas Ausfall

Paul di Resta

Di Resta trauert der möglicherweise größten Chance der Saison nach

Foto: ITR

Doch wie kam es zur Panne bei R-Motorsport? "Die Runde vor dem Stopp hatte ich ein bisschen Öl auf der Scheibe, aber es war eigentlich geplant, dass ich zu diesem Zeitpunkt reinkomme", stellt di Resta klar, dass er sich an die ausgemacht Strategie hielt.

Unmittelbar davor gab es aber zwischen Dennis und dem Team ein folgenschweres Kommunikationsproblem, wie R-Motorsport-Teamchef Florian Kamelger gegenüber 'Motorsport.com' klarstellt: "Jake dachte, dass Paul ausgefallen sei - und es sah so aus, als hätte Paul tatsächlich ein Problem", spielt er darauf an, dass der Schotte wegen des Öls auf seiner Scheibe tatsächlich stark verlangsamte.

 

Da man von einem Ausfall des Routiniers ausging, änderte man bei Dennis "kurzfristig", wie Kamelger klarstellt, die Strategie und zog dessen Stopp vor. "Das haben wir einfach nicht hinbekommen, was sehr unglücklich war."

Di Resta beeindruckt mit drittschnellster Rennrunde

Auch der Zwischenfall mit dem Öl auf di Restas Scheibe sorgte nach dem Rennen für Verwunderung. "Ich weiß auch nicht, wer da Öl verloren hat", zuckt di Resta mit den Schultern. "Aber da musste ich fast stehenbleiben und hätte beinahe ein Safety-Car ausgelöst. Ich weiß auch nicht, wie derjenige weitermachen konnte. Es hat bestimmt zehn Sekunden gedauert, bis ich wieder einigermaßen etwas sehen konnte."

Wenig später ging auch noch der Scheibenwischer beim Vantage des Schotten zu Bruch, doch das hinderte ihn nicht daran, nach dem Stopp in 1:44.925 die drittschnellste Runde des Rennens hinzulegen - nur der Zweitplatzierte Nico Müller (1:44.598), der am Ende einen Reifenvorteil hatte, und Sieger Marco Wittmann (1:44.676) waren schneller.

Teamchef entschuldigt sich bei di Resta

"Paul war wirklich schnell, und sein Tempo war zumindest gut genug für die Top 10", meint Teamchef Kamelger. "Wenn man den Verkehr und andere Dinge in Betracht zieht, dann wäre er viel weiter vorne gelandet, und das tut mir leid für ihn. Wir müssen uns als Team bei ihm entschuldigen."

 

Ex-Formel-1-Pilot di Resta, der im Vorjahr mit Mercedes noch Platz drei in der Meisterschaft holte und dieses Jahr bei Aston Martin Aufbauarbeit leistet, sieht aber auch einen positiven Aspekt. "Ich war im Qualifying auch im Trockenen sehr zufrieden mit dem Auto", meint er. "Das ganze Paket ist momentan halt noch nicht optimiert. Das ist nun einmal das, womit wir uns auseinandersetzen müssen."

Habsburgs erstes Überholmanöver gegen Nicht-Aston-Martin

Auch Ferdinand Habsburg, der zwei Sekunden hinter Dennis als zweitbester Aston-Martin-Pilot auf Platz zwölf ins Ziel kam, sieht einen leichten Aufwärtstrend. "Ich habe Joel Eriksson auf der Strecke überholen können", sagt er nicht ohne Stolz. "Mein zweites Überholmanöver, das kein Aston Martin ist. Wir freuen uns, dass wir auf BMW und Audi aufholen konnten. Das ist ein gutes Zeichen."

Ferdinand Habsburg

Ferdinand Habsburg überholte Joel Eriksson auf der Strecke

Foto: R-Motorsport

Auch der zehntplatzierte BMW-Pilot Sheldon van der Linde sei am Ende bereits ein Sichtweite gewesen: "Auf den haben wir ordentlich aufholen können. Wir haben fast Punkte geholt. Fast ist immer noch fast, aber es hat trotzdem Spaß gemacht."

Und das, obwohl nach Daniel Juncadellas frühem Motorschaden alle Aston-Martin-Piloten ihre Strategie mit einem Stopp in Runde sieben auf ein Safety-Car ausrichteten, auf das man dann vergeblich wartete. "Leider hat unsere Strategie nicht viel gebracht", gibt Habsburg zu. "Aber zumindest konnten wir beim Re-Start nah dran bleiben."

Wasser im Cockpit: Habsburgs erstes DTM-Regenrennen

Dass er am Ende das Duell gegen seinen Markenkollegen Dennis verlor, führt er auf die Reifen zurück: "Unsere Linien und unser Fahrstil waren sehr ähnlich, aber der Reifendruck hat den Unterschied gemacht." Dafür freut sich der Österreicher darüber, nach seinem frühen Ausfall im Hockenheim-Regenrennen endlich Erfahrung auf nasser Strecke gesammelt zu haben.

"Es war sehr nass. Auf der Strecke und auch im Cockpit - da ist ein bisschen Wasser reingekommen", offenbart er. "Am Anfang hat man gar nichts gesehen. Man hat nur gewartet, bis man Bremslichter sieht." Im Laufe des Rennens habe er sich wohler gefühlt, auch wenn die Herausforderung enorm war: "Es ist echt schwierig im Vergleich zur Formel 3. Es fehlt einfach ein bisschen Grip, während das Gewicht riesig ist und wir so viele PS haben."

Mit Bildmaterial von R-Motorsport.

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