Langjähriger Norisring-Rennleiter Gernot Leistner ist tot

Gernot Leistner ist im Alter von 87 Jahren verstorben: Sein Name ist untrennbar mit dem Aufstieg des Norisring-Speedweekends verbunden

Langjähriger Norisring-Rennleiter Gernot Leistner ist tot

Gernot Leistner, langjähriger Rennleiter auf dem Norisring und Ehrenvorsitzender des Motorsport Clubs Nürnberg (MCN), ist tot. Das gab der MCN am vergangenen Sonntag auf seiner Homepage und in den Sozialen Netzwerken bekannt.

Leistner trat dem MCN 1951 im Alter von 17 Jahren bei und wurde elf Jahre später zum Rennleiter gewählt. Ab 1978 füllte "Mr. Norisring" die Doppelrolle als Rennleiter und Vereinsvorsitzender aus. 1990 wurde er zudem Sportleiter des ADAC-Nordbayern.

Unter Leistner, der im internationalen Motorsport hervorragend vernetzt war, blühte der Norisring auf. Er initiierte die legendären 200 Meilen vom Norisring, die in den 80er-Jahren von den Gruppe-C-Boliden der Sportwagen-WM bestritten wurden. Leistner brachte auch DRM und DTM nach Nürnberg. Letztere fuhr dort erstmals 1984.

Ein Tiefpunkt in der Ära Leistners ist der tödliche Unfall des Mexikaners Pedro Rodriguez beim 200-Meilen-Rennen 1971. Die Tragödie sorgte im Nachgang dafür, dass der Norisring aus Sicherheitsgründen auf die heute bekannte Streckenlänge von 2,3 Kilometern gekürzt wurde. Erst im September 2021 wurde in Nürnberg eine Brücke nach Rodriguez benannt.

Rainer Braun würdigt Gernot Leistner

Nachdem sich "Mr. Norisring" im Jahre 2011 von seinen Ämtern verabschiedet hatte, wurde er zum Ehrenvorsitzenden des MCN gewählt. Um seine Nachfolge hatte sich Leistner noch selbst gekümmert. Der Tod Leistners berührt auch Reporter-Legende Rainer Braun.

Braun schreibt in einem persönlichen Nachruf: "Was er und seine treuen Weggefährten im Laufe von mehr als 50 Jahren geschaffen haben, hat längst in den Geschichtsbüchern des deutschen und internationalen Motorsports seinen Platz gefunden."

Liam Lawson

Unter Gernot Leistner blühte das Norisring-Event auf

Foto: DTM

Und weiter: "Unter Leistner und seiner Mannschaft wurde der Norisring zu einer Kult-Veranstaltung in Deutschland, vergleichbar mit Monaco und seinem F1-GP. Nur dass in Nürnberg alles viel unkomplizierter und menschlicher war, Verträge noch per Handschlag abgeschlossen und Probleme höchst unkompliziert gelöst wurden."

Gernot Leistner erhielt für seine Leistungen zahlreiche Auszeichnungen. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, der Bürgermedaille der Stadt Nürnberg und der Ewald-Kroth-Medaille in Gold mit Brillant des ADAC. Er verstarb nach längerer Krankheit am 29. September im Alter von 87 Jahren.

Mit Bildmaterial von ADAC.

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