Legende Ludwig fordert noch mehr DTM-Marken: "Plattform dann unschlagbar"

Die DTM-Legenden Klaus Ludwig und Hans-Joachim Stuck zeigen sich vom GT3-Wechsel der Serie begeistert und fordern die Hersteller auf, die Chance zu nutzen

Legende Ludwig fordert noch mehr DTM-Marken: "Plattform dann unschlagbar"

Vor einigen Monaten hatte es noch so ausgesehen, als würde die DTM nach dem GT3-Wechsel nur mit den drei klassischen DTM-Marken Mercedes-AMG, Audi und BMW und einem Ferrari über die Bühne gehen. Doch bis zum Nürburgring-Wochenende sind inzwischen Lamborghini, McLaren und nun auch ein Porsche dazugekommen.

Der dreimalige DTM-Meister Klaus Ludwig, eine der größten Legenden der Serie, richtet nun einen Appell an die Automobil-Branche, dem Trend zu folgen. "Sieben Marken sind fantastisch - aber wir sollten zehn haben", meint der 71-Jährige. "Auch Aston Martin, Corvette, Ford und Bentley - und wie sie alle heißen - sollten kommen! Dann haben wir hier eine Plattform, die weltweit unschlagbar ist."

Ludwig, der dieses Wochenende im Rahmenprogramm der DTM bei den Tourenwagen-Legenden in einem ITC-Mercedes aus dem Jahr 1996 starten wird, hofft daher, dass die Porsche-Premiere durch SSR Performance zum Erfolg wird. "Denn dann steht der DTM eine große Zukunft bevor."

Ludwig vor Gaststart sicher: "Porsche gut genug für DTM"

Aber kann der Porsche 911 GT3 R trotz des Leistungsdefizits durch den kleinen Boxermotor in der DTM mithalten? Ludwig hat daran keinen Zweifel. "Ich habe immer gesagt: Der Porsche ist gut genug für die DTM, die Leistung reicht absolut aus", sagt er. "Sie reicht für Spa aus - und auch sonst überall auf der Welt. Warum also nicht in der DTM?"

Und wie steht die Legende, die 1988, 1992 und 1994 für Mercedes DTM-Champion wurde und auch in der ITC und in der neuen DTM im Jahr 2000 am Start war, die neue GT3-Ära der Traditionsserie? "Ich habe bislang alle Rennen gesehen, denn ich bin immer noch ein Fan", outet er sich. "Das macht Spaß für die Zuschauer."

Die Unkenrufe mancher Puristen, die DTM habe mit dem Wechsel auf Langstreckenautos ihre Wurzeln verraten, kann der Bonner nicht nachvollziehen. Stattdessen sind für ihn GT3-Autos nicht nur in der DTM der richtige Weg.

Ludwig verteidigt GT3-Wechsel: "Alles andere verrückt"

"Die GT3-Autos beherrschen heute die ganze Welt", sagt er. "Und das sollten sie auch. Sie sollten in Le Mans und überall fahren. Alles andere ist zu teuer, ist verrückt, ist zu technologiebestimmt. Ein GT3-Auto reicht - wir brauchen kein GTE. Das ist Blödsinn."

Seine Empfehlung: "Nehmt doch die GT3-Autos mit einer guten Balance of Performance - und dann gibt es fantastische Rennen. Die Jungs machen exzellente Arbeit." Ludwig ist übrigens nicht die einzige Legende, die sich vom GT3-Umstieg der DTM mehr als angetan zeigt.

Auch sein ehemaliger DTM-Rivale Hans-Joachim Stuck, der 1990 den ersten Audi-Titel einfuhr, bricht für die Serie eine Lanze. "Eigentlich brauche ich nur drei Wörter, um die DTM 2021 zu analysieren: Ich bin begeistert!", sagt der 70-jährige Ex-Formel-1-Pilot.

Auch Stuck lobt GT3-Format: "War immer mein Traum"

Kein Wunder, hatte er sich in den vergangenen Jahren mehrmals für einen GT3-Wechsel stark gemacht. "Ich bin so froh, dass Gerhard Berger die Idee von einer DTM mit GT3-Autos aufgegriffen und konsequent umgesetzt hat. Schon seit Jahren war eine derartige Serie mein Traum und es funktioniert großartig. Die Rennen bieten Markenvielfalt, Action, sie sind eng und wir erleben höchst unterschiedliche Typen von Autos in aufregenden Duellen."

Wie Ludwig hält er die GT3-Boliden für die "perfekten Rennwagen unserer Zeit. Sie sind zum einen spektakulär von der Akustik bis zum Design, zum anderen können hier Profis in der DTM ebenso tolle Rennen gegeneinander fahren wie das Gentleman-Driver in niedrigeren GT3-Klassen können. Und sie sind leistbar. Das macht diese Autos zu einem guten Business-Modell für Konzerne, was wiederum dafür sorgt, dass da viele Marken mitmachen."

Aber hat Stuck in der neuen DTM einen Lieblingsfahrer? "Bestimmte Lieblingsfahrer habe ich nicht", verneint er. "Aber das, was der erst 19-jährige Liam Lawson mit seinem Ferrari macht, das ist schon höchst beeindruckend", lobt er den neuseeländischen Red-Bull-Junior, der in der Meisterschaft auf Platz zwei liegt. "Es ist überhaupt super, dass auch so junge Fahrer noch vor ihrer Formel-1-Karriere schon DTM fahren."

Es sei aber auch "schön, mit welcher Leidenschaft und mit welchem Können ein alter DTM-Hase wie Mike Rockenfeller fährt, gerade auch wenn es regnet", lobt er den Audi-Routinier, der dieses Jahr für Abt ins Rennen geht und am Lausitzring und in Zolder auf dem Podest stand.

Mit Bildmaterial von ITR.

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