Liam Lawson: Durch dieses Manöver hat ihn Helmut Marko 2019 entdeckt

Wie ein spektakuläres Manöver dafür sorgte, dass Helmut Marko Liam Lawson bei Red Bull unter Vertrag nahm und wieso sich dieser ärgerte, als er vom Angebot erfuhr

Liam Lawson: Durch dieses Manöver hat ihn Helmut Marko 2019 entdeckt

DTM-Vizemeister Liam Lawson gilt als eine der größten Red-Bull-Zukunftshoffnungen für die Formel 1 und könnte eines Tages in die Fußstapfen von Größen wie Sebastian Vettel oder Max Verstappen treten. Doch wie hat Red Bulls Nachwuchsverantwortlicher Helmut Marko den 19-jährigen Neuseeländer eigentlich entdeckt?

"Er hat die Toyota-Serie überlegen gewonnen. Und das war der Grund, warum wir mit ihm in Kontakt getreten sind", verweist der Österreicher im Gespräch mit 'Motorsport.com' auf den Winter 2019, als sich Lawson in der neuseeländischen Formelserie gegen Marcus Armstrong, Lucas Auer und Esteban Muth durchsetzte. An Details könne er sich nicht mehr erinnern: "Wir haben ja so viele Fahrer."

Grund genug, bei Lawson selbst nachzufragen, wie das damals genau lief. Und der Red-Bull-Youngster, der sich 2022 voll auf die Formel 2 konzentrieren wird, verweist auf ein Überholmanöver am ersten Rennwochenende der Toyota-Serie beim Regenrennen in Highlands, mit dem er Marko überzeugt haben dürfte.

Videoclip erregte Markos Aufmerksamkeit

"Soweit ich weiß, hat Dr. Helmut Marko ein Video von mir gesehen, wie ich am ersten Wochenende der Toyota-Serie in Highlands unter schwierigen Bedingungen überhole. Und das hat seine Aufmerksamkeit erregt", erzählt er im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

"In diesem Rennen bin ich ein kalkuliertes, aber dennoch großes Risiko eingegangen, um den Sieg zu holen. Und das Manöver außen in der letzten Kurve und hinein in die Bus-Stop-Kurve hat das klar gezeigt. Ich musste viel Vertrauen in die anderen Autos setzen, aber das war auch nötig, um den Sieg zu holen."

Beeindruckendes Rad-an-Rad-Duell gegen Armstrong

Konkret handelt es sich bei der angesprochenen Aktion um ein beeindruckendes Überholmanöver Lawsons auf feuchter Strecke gegen Landsmann und Ferrari-Academy-Fahrer Marcus Armstrong im Kampf um Platz zwei hinter dem führenden Lucas Auer.

Am Ende der sechsten Runde attackierte der damals 16-Jährige seinen späteren Titelrivalen und kämpfte diesen in einem vier Kurven und 17 Sekunden andauernden Rad-an-Rad-Duell nieder. Die Reifen der beiden Boliden waren teilweise nur durch wenige Zentimeter getrennt. Wenig später überholte "Awesome Lawson", wie er damals genannt wurde, auch den damaligen Red-Bull-Piloten Auer und feierte seinen zweiten Sieg im dritten Saisonrennen.

"Das war ein ganz besonderes Rennen", erklärt Lawson. "Kenny Smith, der einer meiner Mentoren war, als ich noch viel jünger war, wollte unbedingt, dass ich dieses Rennen gewinne. Es handelte sich um die Dorothee-Smith-Memorial-Trophy - das war seine Mutter, die ein paar Jahre zuvor verstorben war."

Red-Bull-Vertrag am 17. Geburtstag unterzeichnet

Laut Lawson fackelte Marko nicht lange und das Angebot, in den Red-Bull-Nachwuchskader aufgenommen zu werden, folgte rasch. "Wir hatten eine großartige Saison, aber es war wirklich schon nach dem ersten Wochenende, dass wir das Angebot hatten", erzählt er. "Mir wurde das wochenlang nicht gesagt, denn sie wollten, dass ich mich auf das Fahren konzentriere."

Als er davon Wind bekam, habe sich seine Freude in Grenzen gehalten. "Zu der Zeit war ich ehrlich gesagt ziemlich angepisst deswegen", gibt er zu. "Ich war genervt, dass sie mir das verheimlicht haben, aber ich habe auch verstanden warum."

Umso feierlicher war dann die Vertragsunterzeichnung. "Am Saisonende sind wir Meister geworden und haben am Sonntag auch noch das Rennen gewonnen", erzählt er. "Am Montag war dann mein Geburtstag. Und ich habe meinen Red-Bull-Vertrag unterschrieben. Das war der tollste Geburtstag meines Lebens", verweist er auf den 11. Februar 2019.

Damals wurde er 17 Jahre alt und hatte mit Red Bull endlich einen großen Unterstützer im Rücken, was vor allem für Lawson einen Meilenstein in seiner Karriere darstellte. Denn der junge Mann aus Hastings kommt aus einfachen Verhältnissen und hätte sich die weitere Formelkarriere sonst kaum leisten können.

Mit Bildmaterial von Toyota Series.

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