"Lief auf einmal": Wieso bei AMG-Rookie Kalender beim Finale der Knoten platzte
Beim DTM-Finale war Tom Kalender plötzlich fast so schnell wie die Titelkämpfer und wurde Fünfter: Wie der Knoten platzte und was 2025 die größte Herausforderung war
Ungewohnter Anblick: Kalender vor den DTM-Champions Preining und Bortolotti
Foto: Alexander Trienitz
Es war die erwartet schwierige Debütsaison in der DTM für Landgraf-Mercedes-Rookie Tom Kalender, doch der mit 17 Jahren jüngste DTM-Pilot aller Zeiten konnte zum Abschluss in Hockenheim ein Highlight setzen: Beim Finalrennen kam er weniger als fünf Sekunden hinter seinem um den Titel kämpfenden Teamkollegen Lucas Auer ins Ziel und wurde starker Fünfter.
"Es lief auf einmal", zeigt sich Kalender, der davor nie in die Top 10 gekommen war und in der DTM-Gesamtwertung 21. wurde, über sein Tempo und das Ergebnis in Hockenheim überrascht. Aber wie ist der Leistungssprung zu erklären?
"Ich kenne die Strecke eigentlich am besten", sagt Kalender, der 2024 mit dem Landgraf-Team den Titel im ADAC GT Masters holte. "Als ich mit den GT3-Autos angefangen habe, waren wir dort viel testen, weil es sehr nah für das Team ist", nennt er einen entscheidenden Faktor.
Kalenders größter Nachteil: "Fahrzeit ist das A und O"
Und damit wären wir auch schon bei der größten Herausforderung für den Gymnasiasten aus dem Westerwald in seiner ersten DTM-Saison: Denn Kalender, der von "Mr. DTM" Bernd Schneider gemanagt wird, fehlt es im Gegensatz zu den Werksfahrern an Zeit im Mercedes-AMG GT3.
"Fahrzeit ist das A und O", sagt Kalender. "Die Jungs sitzen so gut wie jedes Wochenende im Auto, wir hingegen nicht. Wir haben acht Rennwochenenden DTM und vielleicht hier und da noch einen Gaststart. Das sind maximal dreizehn Rennen, was die Sache nicht leichter macht."
Bestreitet Kalender 2026 neben DTM noch zwei weitere Serien?
Tatsächlich hat Kalender 2025 neben den acht DTM-Wochenenden und den dazugehörigen Tests noch den 24-Stunden-Klassiker von Spa-Francorchamps, das 24-Stunden-Rennen in Fuji, die acht Stunden von Indianapolis und das GT-World-Challenge-Europe-Saisonfinale in Barcelona absolviert.
2026 peilt er daher mehr Zeit im Auto an, auch wenn das aus finanziellen Gründen gar nicht so einfach ist. "Die DTM ist als Hauptprogramm unser Ziel", erklärt er. "Daneben würde ich gerne eine weitere Serie - oder vielleicht auch zwei - machen. Ich möchte so viel wie möglich im Auto sitzen."

Steile Lernkurve: Tom Kalender ist mit 17 Jahren plötzlich im Konzert der Großen
Foto: Alexander Trienitz
Dass in der DTM nun ein eigener Reifen kommt und nicht mehr der Pirelli-Pneu aus der GT-World-Challenge Europe genutzt wird, sieht er positiv. "Wie wir wissen, fahren viele Fahrer mit demselben Reifen in anderen Rennserien, während das bei mir nicht der Fall ist", erklärt er. "Das ist ein Nachteil für uns, wenn wir nur fünf Testtage haben."
Pirelli-Reifen im Qualifying als größte Herausforderung
Abgesehen davon, dass sich die ungeheizten Pirelli-Reifen bei der Zeitenjagd für Kalender als besonders harte Nuss erwiesen.
Auf die Frage, was für ihn in der ersten DTM-Saison das Schwierigste war, verweist er auf die Qualifyings - und darauf, "den Reifen ins Fenster zu bringen. Wir benutzen in der DTM keine vorgeheizten Reifen. Und die Pirelli-Reifen haben ein ganz kleines Arbeitsfenster. Es gibt andere Reifen, die leichter zu handeln sind."
Das zeigt auch seine Qualifying-Bilanz: Nur auf dem Dünenkurs in Zandvoort gelang es Kalender mit den Startplätzen neun und zehn, sich in den Top 10 zu platzieren. Hier hat der Youngster also noch Luft nach oben, sollte er auch 2026 ein DTM-Cockpit ergattern, was ganz klar sein Plan ist.
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