Marco Wittmann siegt in Zolder: Kasten Bier für das Team nach Nachtschicht

Fast genau zwei Jahre nach seinem letzten DTM-Sieg gewinnt Marco Wittmann in Zolder: Dabei musste Walkenhorst-BMW eine Extra-Nachtschicht einlegen

Marco Wittmann siegt in Zolder: Kasten Bier für das Team nach Nachtschicht

Für Marco Wittmann ist an diesem Sonntag in Zolder eine fast zweijährige Sieg-Durststrecke in der DTM zu Ende gegangen. Der Walkenhorst-BMW-Pilot setzte sich gegen die Konkurrenz durch, die an diesem Tag vor allem aus dem Mercedes-AMG-Lager kam. Nach dem Rennen war ihm die Erleichterung deutlich anzumerken.

"Der letzte Sieg muss 2019 gewesen sein, dementsprechend fühlt es sich umso besser an", jubelte Wittmann im Parc ferme am 'ran'-Mikrofon. In der Tat ist der letzte Erfolg sogar fast auf den Tag genau zwei Jahre her: Es war Samstag, der 10. August 2019, als Wittmann in Brands Hatch Audi-Star Rene Rast knapp hinter sich halten konnte und gewann.

Es folgte eine Phase mit wenig berauschenden Ergebnissen. Nach seinem Erfolg in Brands Hatch startete Wittmann bei 30 DTM-Rennen und stand dabei lediglich fünf Mal auf dem Siegerpodest. Bestes Ergebnis in dieser Zeit ist ein zweiter Platz beim Finale 2019 in Hockenheim, hinzu kommen vier dritte Ränge.

Im 31. Anlauf klappte es jedoch wieder. Für Wittmann geht damit eine schwierige Zeit zu Ende, die der zweifache DTM-Champion so gar nicht mehr richtig gewohnt war: "Mit den zwei Titeln in der Tasche gehst du immer mit dem Ziel in eine neue Saison, wieder Meister zu werden. Die letzten eineinhalb Jahre waren offensichtlich sehr hart."

"Wir hatten einfach nicht das richtige Paket, um um Siege und Podestplätze zu kämpfen, geschweige denn um die Meisterschaft. Offensichtlich gab es dieses Jahr eine größe Veränderung in der DTM, von Class-1 zu GT3. Das war auch für mich eine Herausforderung ehrlich gesagt. Ich bin GT3-Autos hauptsächlich auf der Langstrecke gefahren, nicht in Sprintrennen", erklärt Wittmann.

Kühlerschaden: Nachtschicht bei Walkenhorst in Zolder

Doch der Wechsel vom BMW M4 DTM auf den BMW M6 GT3 kann nach dem jüngsten Erfolg als gelungen bezeichnet werden. In Zolder geigten Wittmann und die Walkenhorst-Truppe am Sonntag groß auf: Nach der Pole am Vormittag stellte man am Nachmittag auch den Sieg im Rennen sicher. Dabei musste man noch außerplanmäßig eine lange Nachtschicht einlegen.

"Die Mechaniker haben die ganze Nacht geschraubt. Wir hatten leider gestern im Rennen einen Kühlerschaden. Wir konnten gerade noch so das Rennen beenden, mussten aber daraufhin den Motor wechseln. Das heißt, die Jungs haben die ganze Nacht gearbeitet", gab Wittmann bereits nach dem Qualifying am 'ran'-Mikrofon zu Protokoll.

Diese Nachtschicht hat sich bezahlt gemacht: Wittmann ist nach Kelvin van der Linde in diesem Jahr der zweite Fahrer, der sich an einem Renntag in der DTM die maximale Punkteausbeute von 28 Zählern sichert. In der Gesamtwertung kletterte Wittmann dadurch bis auf Rang vier. "Das ist es, was es so besonders macht: Wenn du so einen Vorfall hast, wo die Jungs dann die ganze Nacht schrauben. Ich habe ihnen gestern noch einen Kasten Bier vorbeigebracht", lacht Wittmann.

"Aber was halt dann geil ist: Wenn du ihnen dafür was zurückgeben kannst. Wenn es dann wirklich so läuft: Pole und Sieg. Besser kannst du es den Jungs nicht zurückzahlen." Wittmann und die Walkenhorst-Mannschaft sind somit vor dem Nürburgring-Wochenende in zwei Wochen obenauf. Der nächste Sieg sollte dann aber nicht zwei Jahre auf sich warten lassen.

Mit Bildmaterial von DTM.

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