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Maximaler Abtrieb, kleinerer Restriktor: Porsche am Sachsenring noch Favorit?

Porsche war 2025 und beim Sachsenring-Test überlegen: Doch wie fällt die BoP für das DTM-Wochenende aus - und wer hat im Titelkampf nun wirklich Vorteile?

Maximaler Abtrieb, kleinerer Restriktor: Porsche am Sachsenring noch Favorit?

Der wenige Porsche war im Vorjahr auf dem kurvigen Sachsenring bärenstark

Foto: Gruppe C Photography

Der Sachsenring erwies sich im Vorjahr als absolute Porsche-Strecke: Damals verspielte Manthey-Pilot Thomas Preining durch Kollisionen zwei mögliche Siege - und beide Male staubte Teamkollege Ayhancan Güven ab. Kann Preining, der in der Gesamtwertung nur noch einen Punkt hinter Winward-Mercedes-Pilot Maro Engel liegt, beim vorletzten Saisonwochenende (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.) bereits für eine Vorentscheidung im Titelkampf sorgen?

"Nach dem Vorjahr haben wir dort eine Rechnung offen - und grundsätzlich ist es auch eine Strecke, die dem Porsche entgegenkommt", so Preining bei ran.de. Das neue Evo-Paket, das beim 911 GT3 R noch mehr auf Abtrieb ausgerichtet ist, solle den Sachsenring tatsächlich noch mehr zur Porsche-Strecke machen. Aber ermöglicht das auch die Balance of Performance (BoP)?

Bereits beim Sachsenring-Testtag im August, als eine Test-BoP vorgeschrieben war, lagen Preining und Teamkollege Ricardo Feller klar an der Spitze des Klassements. Im Vergleich dazu wird der Porsche um fünf Kilogramm schwerer. Und der minimal erlaubte Heckflügelwinkel wird von 7,3 Grad auf neun Grad erhöht.

Porsche muss am Sachsenring mit maximalem Abtrieb fahren

Das bedeutet: Der Neunelfer muss - zumindest beim Heckflügel - mit maximalem Abtrieb eingesetzt werden, denn das Fahrzeug bietet diesbezüglich nur drei Einstellmöglichkeiten: 7,3, 8,3 und 9,3. Maximaler Abtrieb ist auf dem Sachsenring, der über schnelle Kurven, aber keine langen Geraden verfügt, jedoch definitiv kein Nachteil.

Im Vergleich zur finalen BoP des Vorjahres ist der Porsche um 15 Kilogramm schwerer, zudem ist der Restriktor um zwei Millimeter kleiner. 2025 war der Porsche allerdings auch bärenstark - und das Evo-Paket noch nicht im Einsatz. Dafür ist der Heckmotor-Bolide um fünf Kilogramm leichter als bei der Ausgangseinstufung 2025, mit der Preining und Güven "nur" auf die Startplätze neun und zehn kamen. Interessant: Auch im Vergleich zu Nürburgring 2026 ist der Restriktor um zwei Millimeter kleiner.

Wäre Hitze für Mercedes-AMG besser gewesen?

Aber wie wurde Hauptkonkurrent Mercedes-AMG eingestuft? Im Vergleich zum Test, als Titelkandidaten Engel mit über einer halben Sekunde Rückstand als bester AMG-Pilot Vierter wurde, gibt es keinerlei Änderungen. Im Vergleich zu finalen Sachsenring-BoP des Vorjahres ist der Mercedes-AMG GT3 um zehn Kilogramm leichter und erhält einen um 0,5 Millimeter größeren Restriktor.

Das dürfte mit dem ungünstigeren Motorenmapping zu erklären sein, das 2026 beim Boliden vorgeschrieben ist. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass der Sachsenring und der Mercedes-AMG GT3 durchaus gut harmonieren können, denn Luca Stolz siegte 2023 und 2024 in der DTM.

"Normalerweise ist das eine gute Strecke für uns", weiß auch Lucas Auer. Bei der Marke mit dem Stern hätte man sich aber vermutlich gewünscht, dass der Hochsommer noch ein paar Tage länger anhält. Denn vor allem der rechte Vorderreifen wird auf dem Sachsenring, der fast nur aus Linkskurven besteht, extrem belastet - und der reifenschonende Mercedes-AMG GT3 kommt damit besser klar als so mancher Rivale.

Ferrari sollte stark sein, Aston Martin als Wundertüte

Aber kann Nicki Thiim nach zwei schwierigen Wochenenden zurückschlagen? Der Däne war beim Test auf Augenhöhe mit Engel. Sein Aston Martin Vantage GT3 Evo wird im Vergleich dazu um zehn Kilogramm leichter und erhält im niedrigen bis mittleren Drehzahlbereich um 0,01 bis 0,02 bar mehr Ladedruck.

2025 wurde der Bolide deutlich besser eingestuft, doch auch diese Tendenz ist nicht neu. Sie ist damit erklärbar, dass Comtoyou als Team und auch bei der Fahrerwahl 2026 deutlich besser aufgestellt ist als im Vorjahr.

Auch der Ferrari 296 GT3 mit seiner hervorragenden Aerodynamik sollte auf dem Sachsenring gut laufen, wie Jack Aitken im Vorjahr mit seiner überlegenen Sonntags-Pole bewiesen hat. Im Vergleich dazu ist das Auto 2026 um 15 Kilogramm schwerer, der Ladedruck ist ebenfalls über fast das gesamte Drehzahlband um 0,3 bar niedriger.

Beim Test hatte man über eine Sekunde Rückstand, dafür wurde danach der Bodenabstand vorne und hinten um zwei Millimeter verringert, was der Aerodynamik hilft. Im Gegenzug wurden fünf Kilogramm Ballast eingeladen. "Ich bin überzeugt, dass wir mit unserer Vorbereitung und den Erkenntnissen aus den Testfahrten gut aufgestellt sind", zeigt sich Teamchef Lorenz Frey-Hilti zuversichtlich.

BMW-Pilot Wittmann über Test: "Nach vorne hat einiges gefehlt"

Wie es bei Sachsenring-Sorgenkind BMW aussieht? So richtig nach Wunsch lief es für den M4 GT3 auf der Berg-und-Talbahn mit den vielen Kurven noch nie. Dabei muss Marco Wittmann, dem in der Gesamtwertung auf Platz fünf 25 Punkte fehlen, Boden gutmachen.

Beim Test reichte es für Wittmann und Kelvin van der Linde für die Plätze sieben und elf. "An sich war der Test ganz gut - und auch wichtig für uns, da wir uns am Sachsenring mit dem BMW-Paket in der Vergangenheit sehr schwer getan haben", sagt Wittmann. Nach vorne habe aber "sicherlich noch einiges gefehlt", sagt er.

Dafür wurde der Ladedruck beim BMW im Vergleich zum Test im mittleren Bereich um bis zu 0,07 bar aufgedreht. Bei den Münchnern wird es darauf ankommen, ob man die Reifen schon im Qualifying in den optimalen Bereich bekommt, denn das Überholen ist auf dem Sachsenring schwierig.

McLaren nicht zu unterschätzen, Audi wie 2025

Auch dem Ford-Team HRT steht vermutlich kein einfaches Wochenende bevor, wobei der Mustang GT3 mit dem Evo-Paket dieses Jahr zumindest etwas vielseitiger ist als 2025. Die Einstufung ist abgesehen von einem um ein Grad steileren Heckflügel gleich wie beim Testtag, an dem Arjun Maini 16. wurde.

Vom Lamborghini Temerario, der beim Test im Mittelfeld landete und im Vergleich dazu im niedrigen Bereich um 0,02 bar mehr Ladedruck erhält, sollte man auch keine Wunder erwarten. "Wir tun uns nach wie vor im Qualifying mit dem Auto schwer", sagt Teamchef Gottfried Grasser.

Dafür könnte der McLaren, dem die schnellen Kurven und die Reifenbelastung liegen, stark sein. Die BoP wurde nach dem Test, bei dem Ben Dörr starker Dritter wurde, kaum verändert. Und schon im Vorjahr fuhr der McLaren-Youngster auf Platz drei ins Ziel, ehe er wegen eines Regelverstoßes disqualifiziert wurde.

Und wie sieht die BoP beim Audi-Gaststart aus? Genauso wie im Vorjahr, als das Land-Team den R8 LMS GT3 Evo II einsetzte. Feller erlebte damals ein Wochenende zum Vergessen, fuhr allerdings im ersten Qualifying mit 15 Kilogramm mehr auf Startplatz sechs.

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