Mit 19 in die DTM: Ist HRT-Youngster Finn Wiebelhaus bereit für den Sprung?
Welche Ziele Rookie Finn Wiebelhaus für seine erste DTM-Saison hat, welchen Vorteil er durch sein Alter sieht und wieso es einem der Mustang "nicht immer leicht macht"
Als Teenager in die DTM: GT-Masters-Meister Finn Wiebelhaus hat es geschafft
Foto: ADAC Motorsport
Ist der erst 19-jährige Finn Wiebelhaus, der nach seinem ADAC-GT-Masters-Titel als neuer HRT-Ford-Pilot präsentiert wurde, bereit für den Sprung in die DTM? Wie schwierig die Aufgabe ist, erwies sich im Vorjahr bei Landgraf-Mercedes-Rookie Tom Kalender, der ebenfalls als ADAC-GT-Masters-Meister den Aufstieg schaffte - und dann nie in die Top 10 kam, ehe beim Saisonfinale mit dem starken fünften Platz der Knoten platzte.
Aber was erwartet Wiebelhaus, der im Gegensatz zum 17-jährigen Mercedes-AMG-Junior ein zweites ADAC-GT-Masters-Jahr auf dem Buckel hat, von seiner ersten DTM-Saison? "Ich sehe mich nicht nur als Lehrling, sondern will direkt um Punkte und Top-10-Platzierungen mitfahren - um das große Vertrauen und den Support des Teams zu rechtfertigen", erklärt der Offenbacher im Gespräch mit der FAZ.
Dabei hofft er auch auf etwas Unterstützung von Arjun Maini, der in seine bereits sechste Saison geht und den Wiebelhaus als "erfahrenen und kooperativen Teamkollegen", bezeichnet, "der sich mit allen Prozedere auskennt, im Fahrerlager vernetzt ist und mich sicher auch mal an die Hand nehmen kann".
DTM-Aufstieg als Teenager: Welchen Vorteil Wiebelhaus sieht
Dennoch ist ihm bewusst, dass er am 28-jährigen Inder, der 2026 unbedingt seinen ersten DTM-Sieg einfahren möchte, gemessen wird. "Am Ende des Tages gilt es natürlich, den Teamkollegen zu schlagen. Und das werde ich im Verlauf der Saison versuchen", zeigt er sich topmotiviert (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!).
Der Vorteil von Wiebelhaus: Im Gegensatz zu Kalenders erster DTM-Saison kommt er parallel dazu auch in der Langstreckenserie der GT-World-Challenge Europe (GTWCE) bei HRT zum Einsatz - und sammelt somit zusätzliche Erfahrung im Ford Mustang GT3 Evo, was gerade im Vergleich zu den Werksfahrern wichtig ist, die ständig im Auto sitzen.
"Natürlich habe ich noch nicht die Erfahrung wie andere DTM-Fahrer, die alle Rennsituationen erlebt haben und abgezockter sind", weiß Wiebelhaus. "Mein Vorteil aber ist: Ich werde die Erfahrungen nun sehr früh sammeln können - und dann länger davon profitieren können", sieht er seine Situation durch sein Alter längerfristig sogar positiv.
Tatsächlich steht Wiebelhaus bei seinem ersten DTM-Rennen am 25. April auf dem Red-Bull-Ring acht Tage vor seinem 20. Geburtstag - und schafft es somit ganz knapp nicht in die Top 10 der jüngsten DTM-Piloten aller Zeiten.
Mustang "einer, der es dem Cowboy nicht immer leicht macht"
Aber nicht nur er, sondern auch sein Team betritt dieses Jahr Neuland. Denn das Evo-Paket des Ford Mustang GT3, das 2026 erstmals in der DTM zum Einsatz kommt, soll dem US-Boliden mit dem spektakulären Sound zu seinem ersten DTM-Podestplatz verhelfen, nachdem Maini 2025 zwei fünfte Plätze eingefahren hatte.
Wie Wiebelhaus, der im ADAC GT Masters und in der GT-Winter-Series im Mustang saß, den populären Boliden erlebt? Er habe "einen guten Draht zum Mustang", sagt er und lacht. "Es ist einer, der es dem Cowboy im Sattel nicht immer nur leicht macht. Man muss eins sein mit dem Pony. Man muss genau wissen, wie man ihn reiten kann - es funktioniert immer nur mit und nie gegen ihn."
Dabei sei Sensibilität gefragt, "sonst bockt es und schmeißt einen buchstäblich ab", sagt Wiebelhaus, der das Kultauto wegen seines V8-Motors als "Biest" bezeichnet.
Der Herausforderung, das Auto nicht zu "überfahren", fühlt sich Wiebelhaus aber gewachsen. "Grundsätzlich mache ich mir nicht zu viel Druck, weil ich weiß, dass ich gut am Lenkrad drehen kann", sagt er.
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