"Muss man erst mal verarbeiten": Götz über schwierige erste DTM-Jahre

Maximilian Götz erklärt, warum er sich in seiner ersten Zeit in der DTM so schwer tat und welche lehrreiche Erfahrung er aus dieser schwierigen Phase mitgenommen hat

"Muss man erst mal verarbeiten": Götz über schwierige erste DTM-Jahre

Mit dem Gewinn des DTM-Titels 2021 hat Maximilian Götz nicht nur den wohl größten sportlichen Erfolg seiner Karriere eingefahren, sondern er hat in gewisser Weise eine offene Rechnung mit der Serie beglichen. Denn dass er Jahre später einmal Meister werden würde, hatte sich in seiner ersten Zeit in der DTM nicht abgezeichnet.

2015 war Götz als amtierender Meister der Blancpain-Sprint-Serie und früherer Champion des ADAC GT Masters von Mercedes in die DTM befördert worden. Was auf den ersten Blick nach einem wichtigen Karriereschritt aussah, wurde aus sportlicher Sicht für den Deutschen zu einem schwierigen Unterfangen - allerdings nicht ganz überraschend.

"Die Erwartungen waren vor meiner ersten DTM-Saison nicht ganz so hoch, weil das mit nur drei Testtagen echt schwierig war", blickt Götz im Gespräch mit 'Motorsport.com' auf die damalige Zeit zurück. "Es gab spezielle Autos, die nur in der DTM fahren. Und es ist immer schwierig, die Cracks zu schlagen, die schon lange dabei waren."

Viel Druck und eine steile Lernkurve

Gegen etablierte und mit Meistertiteln dekorierte Fahrer wie Gary Paffett, Mattias Ekström oder Timo Scheider tat sich Götz in seinem ersten DTM-Jahr schwer. Es dauerte bis zum zehnten Saisonlauf auf dem Red-Bull-Ring, ehe er als Siebter zum ersten Mal in die Punkte fuhr. Doch das blieb eine Ausnahme, am Ende seiner Premierensaison stand Meisterschaftsrang 22 bis 24 Vollzeit-Startern zu Buche.

Maximilian Götz beim Rennen der DTM in Hockenheim 2016

Maximilian Götz beim Rennen der DTM in Hockenheim 2016

Foto: ITR

Ein Wechsel innerhalb des Mercedes-Lagers von Mücke zu HWA brachte 2016 keinen Aufschwung. In Moskau erzielte Götz mit Rang vier zwar sein bis dato bestes Resultat, doch nach insgesamt nur drei Top-10-Platzierungen war das Thema DTM am Ende der Saison für ihn erst einmal gelaufen.

"Viele sehen nicht, dass man gegen die Elite fährt, die schon lange dabei ist", blickt Götz auf diese für ihn schwierigen Jahre zurück. "Dann kommt der Druck dazu, den man sich selber macht. Und der Druck vom Hersteller, denn du hast das Cockpit ja nicht umsonst bekommen, willst es ja bestätigen. Da kommt ein bisschen was zusammen, und am Ende haben wir immer über Hundertstel, Tausendstel gesprochen."

Eine wichtige Lektion gelernt

Dieser Druck und ausbleibende sportliche Erfolge nagten am Selbstvertrauen. Hinzu kam die Umstellung vom Kundensport im GT3 auf die damals von reinrassigen Werksteams geprägte DTM.

"Am Anfang bist du beschäftigt mit Lernen. Und Leute wie Gary und Co., die schon länger dabei sind, denken nur noch ans Autofahren, während bei mir alles neu war - die Ingenieursarbeit, die Medien", erinnert sich Götz. "Das muss man erst mal verarbeiten, das hat ein bisschen abgelenkt und einen definitiv beschäftigt, während die alten Cracks das eher ausblenden konnten und sich aufs Fahren konzentriert haben."

Auch wenn er sportlich seine Ziele in diesen beiden Jahren nicht erreichte, nahm Götz aus dieser Zeit eine wertvolle Erfahrung mit: "Dass alles sehr vom Ingenieur abhängig ist. Und das ist auch jetzt noch so: Du kannst zwar als Team in der DTM erfolgreich sein, aber wenn das nicht passt zwischen Ingenieur und Fahrer ..."

"Das finde ich an der DTM so geil. Dass jeder Sportler mit seinem Ingenieur zusammen das Maximale herausholen kann. Das fand ich immer geil", sagt Götz. "Das ist auch so eine Sache, wo du als Fahrer den Ingenieur brauchst, der auf der gleichen Wellenlänge ist, der die gleiche Sprache spricht, der dich versteht und den gleichen Spirit hat."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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