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Nach AMG-Kollision: Muss Lucas Auer jetzt für DTM-Leader Engel fahren?

Nach der internen Kollision auf dem Nürburgring darf AMG im DTM-Titelkampf keine Punkte mehr verlieren: Aber hilft Lucas Auer nach dem Vorjahr dem DTM-Leader?

Nach AMG-Kollision: Muss Lucas Auer jetzt für DTM-Leader Engel fahren?

Worst-Case: Maro Engel schoss auf dem Nürburgring AMG-Kollege Lucas Auer ab

Foto: ADAC Motorsport

Mercedes-AMG und DTM-Leader Maro Engel stehen zwei Wochenenden vor Saisonende unter enormem Druck: Der Winward-Mercedes-Pilot riss bei der AMG-internen Kollision auf dem Nürburgring mit Lucas Auer auch den zweiten Titelkandidaten der Marke mit dem Stern aus dem Rennen und führt in der Gesamtwertung nur noch einen Punkt vor Manthey-Porsche-Erzrivale Thomas Preining.

Als Strafe für die Kollision wird Engel zu allem Überdruss beim Samstagsrennen auf dem Sachsenring, wo Porsche im Vorjahr beide Siege holte und Überholmanöver schwierig sind, um drei Plätze zurückversetzt. Muss Mercedes-AMG jetzt alles auf eine Karte - und damit auf Engel - setzen, weil Langraf-Pilot Auer als Vierter 24 Punkte Rückstand hat?

"Ich glaube, Winward wird sich auf Maro fokussieren - und Landgraf auf mich", schüttelt Auer im Gespräch mit Motorsport-Total.com den Kopf und glaubt nicht an eine interne Vorentscheidung. "Wir werden alles geben, um in Hockenheim in Schlagdistanz zu sein."

Nach Engel-Manövern im Vorjahr: Hilft Auer dem DTM-Leader?

Vor allem das Vorjahr gibt Auer Hoffnung, als ausgerechnet er der Leidtragende war: Denn damals lag der spätere Champion Ayhancan Güven drei Wochenenden vor Schluss als Achter bereits 46 Punkte hinter Spitzenreiter Auer und wurde trotzdem noch Meister. "Deswegen sind wir beide noch voll drin im Kampf", fühlt er sich bestätigt.

Trotz der Durchhalteparolen Auers darf man davon ausgehen, dass bei Mercedes-AMG vor dem Sachsenring-Wochenende besprochen wird, wie sich der Österreicher am besten verhalten soll, wenn Engel plötzlich im Rückspiegel auftaucht. Stallorder ist zwar offiziell verboten, aber - wenn alle mitspielen - kaum nachweisbar.

Die Frage ist aber, ob Auer mitspielt: Denn im Vorjahr überholte ihn Engel auf dem Sachsenring in beiden Rennen in der Endphase, obwohl der Landgraf-Markenkollege in der Meisterschaft führte und in der Gesamtwertung über 20 Zähler Vorsprung auf ihn hatte. Das hat Auer vermutlich nicht vergessen.

Mercedes-AMG glaubt nicht an Vorentscheidung im Titelkampf

Aber wie sieht Mercedes-AMG die aktuelle Ausgangslage? Muss die Priorität auf Engel liegen? "Es sind noch vier Rennen, es ist nichts verloren", sagt Thomas Jäger, der bei Mercedes-AMG als Sportlicher Leiter für den DTM-Bereich agiert. Engel sei zwar aktuell das heißere AMG-Eisen im Feuer, "auf der anderen Seite sehen wir, was in einem Rennen alles passieren kann".

Nicht nur die AMG-Kollision zeige, wie dynamisch der Titelkampf ist, sondern auch das Auf und Ab bei der Konkurrenz. "Wir haben zwischendurch gesehen, dass Nicki Thiim plötzlich weg war, jetzt ist er wieder mit dabei. Preining war weg, ist wieder dabei. Das heißt, dass es für uns wichtig ist, den Mitbewerbern Punkte wegzunehmen", stellt Jäger klar.

Daher sei es das Ziel, "dass wir - wie wir es immer probieren - geschlossen vorne reinfahren".

Engel nimmt Schuld für Kollision klar auf sich

Die Kollision selbst haben die Betroffenen längst abgehakt - auch weil Engel die Schuld ganz klar auf sich genommen hat. "Es war sehr eng - links neben mir Marco (Wittmann; Anm. d. Red.), rechts Luggi. Und wir sind alle mit unterschiedlichen Winkeln in die Kurve gefahren. Am Ende muss ich sagen: Es war mein Fehler", sagt der Winward-Mercedes-Pilot.

Trotz der verlorenen Punkte gelte nun "Mund abwischen, nach vorne schauen - und den Fokus auf den Sachsenring legen."

Hätte Engel - auch in Anbetracht dessen, was auf dem Spiel steht - zurückhaltender agieren müssen? "Würde ich so nicht sagen", antwortet AMG-Projektleiter Jäger. "In der Startphase und in der ersten Runde versucht jeder zu schauen, was geht."

Preining über Engel: "Das geht micht nichts an"

Das mache niemand "vorsätzlich oder sonst irgendwas", steht für den Ex-DTM-Piloten fest. "Ich glaube, dass der Grip an dieser Stelle einfach schlechter war als es Maro eingeschätzt hat - und deshalb ist es zu dieser unglücklichen Berührung gekommen."

Profiteur Preining sagt hingegen, dass man derade in der ersten Kurve am Nürburgring, in der schnell mal vier Autos nebeneinander sind, "immer das Risiko abwägen", müsse. "In meiner Situation ist es klar, dass man das Risiko geht, wenn man aufholen muss. Bei Luggi ist es genauso. In dem Fall beschwere ich mich nicht."

Ob Engel weniger Risiko hätte nehmen müssen? "Das muss er analysieren und sich selbst seine Meinung bilden. Das geht mich nichts an."

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