Nach DTM-Horrorunfall: Team bestätigt Wirbelverletzung bei Maximilian Paul
Nach dem Horrorunfall auf dem Norisring ist das Verletzungsausmaß von Maximilian Paul größer als zunächst bekannt: Der DTM-Pilot meldet sich erstmals zu Wort
Schwere Verletzungen: Maximilian Paul steht vor einer längeren Genesung
Foto: ADAC Motorsport
Drei Tage nach dem schlimmen DTM-Crash beim Samstagsrennen auf dem Norisring ist das komplette Ausmaß der Verletzungen von Maximilian Paul klar: Wie sein Teamchef Gottfried Grasser auf Nachfrage von Motorsport-Total.com mitteilt, hat der 26-jährige Dresdner "einen Wadenbein- und einen Schienbeinbruch sowie eine Lendenwirbelfraktur" erlitten.
Bisher war offiziell nur von einem Unterschenkel-Bruch die Rede gewesen, die sich der Lamborghini-Pilot beim ungebremsten Anprall in die Fahrertür von Kelvin van der Lindes Schubert-BMW zugezogen hat. "Er ist operiert worden, alles ist gut verlaufen, und er ist in Genesung", stellt Teamchef Grasser am Dienstag klar.
Das Team wünsche "Max, dass er schnell wieder fit wird und bald zu uns zurückkehrt", kündigt der Österreicher an. "Wir wissen, dass er ein Kämpfer ist und diese schwere Zeit meistern wird." Auch Paul selbst meldet sich erstmals aus dem Krankenhaus zu Wort - und bedankt sich in einem Presse-Statement für die gute Betreuung.
"Großer Rückschlag": Maximilian Paul spricht erstmals über Crash
"Der Unfall war für mich ein großer Rückschlag", teilt er mit. "Mein Dank gilt allen Ersthelfern und den Ärzten, die mich so hervorragend betreut haben." Nun gelte es, "den Blick nach vorne zu richten. Ich ziehe mich bis auf Weiteres zurück, um mich um meinen Körper und meine Gesundheit zu kümmern, und werde bald wieder voll angreifen. Die nächsten Tage bin ich noch im Krankenhaus, anschließend geht es für mich in die Reha."

Die Front des Lamborghini von Maximilian Paul war völlig zerstört
Foto: ADAC Motorsport
Paul wird definitiv monatelang ausfallen, denn gerade das linke Bein muss im Lamborghini einer enormen Belastung standhalten, da die Piloten mit mehr als 100 Kilogramm Druck auf das Bremspedal treten. Abgesehen davon erfordern Wirbelbrüche in der Regel zumindest ein halbes Jahr Genesung, auch wenn keine Details über die genaue Verletzung bekannt sind.
"Ich weiß die Unterstützung meiner Familie, meines Teams, meiner Freunde und aller, die aktuell an mich denken, sehr zu schätzen und werde mich in der kommenden Zeit bewusst auf diesen Support und meine Heilung fokussieren", kommuniziert Paul, der dieses Jahr nach dem Wechsel von seinem eigenen Rennstall zum Grasser-Team immer besser zurecht kam.
"Ich danke euch allen von Herzen für die vielen netten Worte und Genesungswünsche. Sie geben mir Kraft und stärken mich auf meinem Weg zurück."
Bortolotti bei Paul im Krankenhaus: "Max ist ein Kämpfer"
Das Grasser-Team hat für Paul, der dem Team 2023 auf dem Nürburgring den ersten DTM-Sieg bescherte, ein spezielles Genesungsvideo angefertigt, in dem nicht nur Teamchef Grasser und Teamkollege Mirko Bortolotti, sondern auch die Mechaniker dem Team-Youngster Grußbotschaften ausrichten.
Bortolotti besuchte seinen Kumpel bereits am Samstag nach dem Unglück. "Nach dem Rennen bin ich ins Krankenhaus gefahren, um ihn und Kelvin zu besuchen", erzählt der in Wien lebende Italiener, der dann einige Stunden dort verbrachte. "Ich war froh, dass Kelvin sofort entlassen wurde."
Auch wenn Paul einige Tage im Krankenhaus verbringen muss, glaubt er an sein baldiges Comeback. "Max ist ein Kämpfer, und ich bin erleichtert, dass seine Genesung in eine positive Richtung verläuft", sagt er. "Ich wünsche ihm eine schnelle Genesung und habe keinen Zweifel daran, dass er stärker denn je zurückkommen wird."
Cairoli über Wucht: "Habe Einschlag in meinem Auto gehört"
Während van der Linde beim Crash in der Grundigkehre davon profitierte, dass der Lamborghini vorne keinen Motor hat, und mit Prellungen davonkam, könnte das einer der Gründe für Pauls schwere Beinverletzungen sein. Denn im Gegensatz zu einem Frontmittelmotor-Boliden wie dem BMW oder dem Mercedes-AMG hat der Temerario GT3 eine kurze Schnauze, wodurch die Beine weniger gut geschützt sind.
Auch die Bilder des Unfallautos zeigen, dass vorne rechts - wo der Lamborghini in den BMW einschlug - nicht mehr viel übrig war. Die Tatsache, dass der Pilot links sitzt, könnte sich jedoch positiv auf Pauls Verletzungsgrad ausgewirkt haben.
Alles deutet darauf hin, dass Paul auf einer Ölspur von Timo Glock ausrutschte und vor dem Anbremsen, wo die Piloten rund 250 km/h draufhaben, in die Leitplanken einschlug. Dadurch riss das rechte Hinterrad ab, wodurch das Fahrzeug nicht mehr abzubremsen war.
"Ich habe den Einschlag von Maximilian Paul in Kelvin direkt hinter mir in meinem Auto gehört", sagt Matteo Cairoli bei ran.de. Der Emil-Frey-Ferrari-Pilot, der zum Zeitpunkt des Unglücks direkt vor van der Linde fuhr, nahm den Einschlag sogar im Cockpit wahr - ein weiteres Indiz für die enorme Wucht des Unfalls.
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