Neue Struktur, Doppelspitze: Was steckt hinter Umbau der DTM-Firma des ADAC?
Der ADAC ändert den Namen der GmbH, die die DTM ausrichtet, und setzt auf eine Doppelspitze: Was sich wirklich ändert und wer die neue Geschäftsführerin ist
Claudia Wagner wird ab dem 1. April als Geschäftsführerin der DTM-Firma agieren
Foto: ADAC Motorsport
Der ADAC setzt bei der 2022 für die Ausrichtung der DTM gegründeten Firma auf eine neue Struktur und eine Doppelspitze: Der Name wird von German Touring Car Motorracing Event GmbH (kurz GTM GmbH) auf ADAC Motorsport GmbH geändert. Zudem wird Marketingexpertin Claudia Wagner ab 1. April neben ADAC-Motorsportchef Thomas Voss als zusätzliche Geschäftsführerin agieren.
"Die DTM ist eine der führenden Motorsportplattformen in Europa. Wir haben ambitionierte Pläne, diese Plattform weiterzuentwickeln, und tragen dem mit der Einführung zukunftsfähiger Strukturen Rechnung", erklärt ADAC-Vorstand Dieter Nirschl, an den die Geschäftsführung berichtet.
"Mit Claudia Wagner haben wir dafür eine ausgewiesene Expertin im Sport- und Kommunikationsbereich für unsere Motorsportaktivitäten gewinnen können." Aber was steckt wirklich hinter der Umstrukturierung und der neuen Geschäftsführerin?
Warum der Name der GTM GmbH geändert wird
Der ADAC will laut Informationen von Motorsport-Total.com in Zukunft die kommerziellen Motorsport-Aktivitäten in der GTM GmbH bündeln, die bisher nur für die Events auf der DTM-Plattform zuständig war. Das ist auch der Hintergrund, warum der Name der 100-Prozent-Tochter des ADAC nun breiter angelegt wird.
Aktuell richtet die GTM GmbH, die knapp 20 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt, die aber auch in anderen Bereichen mitwirken, neben der DTM das ADAC GT Masters, die GT4 Germany und den neuen BMW-M2-Cup aus, der ab 2026 im Rahmenprogramm der DTM stattfinden wird.
In Zukunft soll auch die 50-Prozent-Beteiligung des ADAC an der Sachsenring Event GmbH, über die man mit dem gleichermaßen beteiligten ADAC Sachsen das MotoGP-Wochenende auf dem Sachsenring veranstaltet, Teil der umbenannten ADAC Motorsport GmbH werden.
Das würde auch für die Central European Rally Event GmbH gelten, doch die vom ADAC mitveranstaltete Zentraleuropa-Rallye der Rallye-WM fand zuletzt 2024 statt. Konkrete Zukunftspläne wurden bisher nicht kommuniziert.
Welche Bereiche nicht in die ADAC Motorsport GmbH kommen
Laut dem ADAC ist es nicht geplant, den Breiten-Motorsport wie das ADAC Racing Weekend, die Nachwuchsförderung oder auch die die deutsche Rallye-Meisterschaft in die ADAC Motorsport GmbH einzugliedern. Diese Bereiche fallen unter die Satzung des ADAC e.V. (eingetragener Verein), die unter anderem die Wahrnehmung, Förderung und Vertretung der Interessen des Motorsports als zentrales Interesse definiert.

Thomas Voss bleibt weiter Geschäftsführer der GmbH und ADAC-Motorsportchef
Foto: ADAC Motorsport
Der ADAC e.V. muss daher im Motorsport nicht gewinnbringend agieren. Da es sich aber bei der DTM oder der MotoGP am Sachsenring um hochkommerzielle Events handelt, will der ADAC seine Vereinsmitglieder nicht damit belasten und hat diese Bereiche in Tochtergesellschaften eingegliedert, die nun zentral in einer Firma organisiert werden.
Was hinter der neuen Doppelspitze steckt
Aber was steckt hinter dem Engagement von Claudia Wagner als Co-Geschäftsführerin? Die Marketingexpertin, die in den vergangenen acht Jahren Geschäftsführerin der Deutschen Sport Marketing GmbH (DSM) war, wird ab April als Chief Finance (CFO) und Chief Commercial Officer (CCO) der ADAC Motorsport GmbH fungieren.
Während sich ADAC-Motorsportchef Voss dort weiter um den Sport- und Eventbereich - und dessen strategische Weiterentwicklung - kümmert, ist Wagner für den kommerziellen Bereich zuständig. Dazu zählen Medienrechte, Kommunikation, Contentproduktion und das externe Sponsoring.
Wagners Fachgebiet ist das Sportmarketing sowie die Entwicklung von Plattformen und Partnerschaften. Sie hat zwar keine Motorsporterfahrung, die ist aber beim ADAC im Motorsportbereich ohnehin vorhanden. Dafür verfügt sie - wie man hört - über ein hervorragendes Netzwerk.
Wieso Marketingexpertin Wagner zum ADAC wechselt
Denn bei der DSM, für die Wagner seit 2008 aktiv ist, handelt es sich um die exklusive Vermarktungsagentur des Deutschen Olympischen Sportbundes und des Deutschen Behindertensport-Verbandes. Dazu zählt die Organisation des Deutschen Hauses bei Olympia, das auch als Treffpunkt für Sponsoren dient.
Erst im November hat die DSM unter Wagners Leitung Citroen als Partner des deutschen Olympiateams gewonnen, das auch von Adidas und Allianz unterstützt wird. Warum sie sich nun beruflich umorientiert?
"Die Aufgabe, unter dem Dach des ADAC die Etablierung neuer Strukturen im kommerziellen Motorsport vorantreiben zu können, ist ungemein reizvoll", erklärt sie den Schritt. "Die Deutsche Sport Marketing GmbH nach 14 Jahren zu verlassen, fällt mir grundsätzlich nicht leicht. Doch nach dem ersten Austausch mit dem ADAC war ich sofort begeistert und überzeugt, diesen Schritt zu gehen."
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