Zum Hauptinhalt springen

Kostenlos registrieren

  • Direkt zu Deinen Lieblingsartikeln!

  • Benachrichtigungen für Top-News und Lieblingsfahrer verwalten

  • Artikel kommentieren

"Nicht ganz sportlich": Wieso lag Vermeulen der HRT-Reifen im Weg?

Ein ungünstig abgelegter Reifen sorgte in Zandvoort für eine brenzlige Situation: Wieso das Emil-Frey-Team Kritik an HRT übt und Ulrich Fritz mit der Strafe hadert

"Nicht ganz sportlich": Wieso traf Vermeulen vor Stopp den HRT-Reifen?

Thierry Vermeulen konnte dem HRT-Reifen bei der Anfahrt zur Box nicht ausweichen

Foto: ADAC Motorsport

Die Boxenstopps sorgten beim DTM-Wochenende in Zandvoort für erhitzte Gemüter: Am Samstag erfasste der drittplatzierte Emil-Frey-Ferrari-Pilot Thierry Vermeulen einen unmittelbar davor für den HRT-Boxenstopp von Finn Wiebelhaus bereitgelegten Reifen: Zum Glück wurde kein Mechaniker getroffen, denn die Pneus wiegen rund 20 Kilogramm.

"Wir hatten mit HRT abgesprochen, dass sie mit dem Herauslegen des Reifens noch warten sollen, aber dann ist vom Boxenstand die Order gekommen, dass sie ihn wieder zurücklegen müssen. Also nicht ganz so sportlich", ärgert sich Emil-Frey-Technikchef Jürg Flach über den Vorfall.

Die HRT-Box war in der engen Boxengasse in Zandvoort direkt vor der Emil-Frey-Box positioniert, und die Piloten haben kaum Platz, um zum Boxenstopp einzubiegen. Der HRT-Mechaniker wurde laut Flach angewiesen, das linke Vorderrad für den Stopp abzulegen, der 25 Sekunden später stattfand.

Vermeulen fordert: "Müssen etwas bei Stopps verbessern"

Die Sportkommissare untersuchten die Angelegenheit und verhängten gegen HRT eine Geldstrafe von 1.000 Euro. "Ich habe zum Glück nicht so viel Zeit verloren, aber allgemein müssen wir in der DTM etwas bei den Boxenstopps verbessern", fordert Vermeulen. "Der ganze Ablauf hier in Zandvoort ist sehr eng - und es ist sehr schwierig, in die Box einzulenken."

Wie eine Verbesserung aussehen könnte? "Ich bin nicht der Veranstalter, aber in der GT-World-Challenge geht die Crew später raus. Oder man geht einfach ein bisschen aus dem Weg, wie es in der Formel 1 gemacht wird, wo vor und nach der Box immer etwas Platz gemacht wird." Allgemein fordert er für 2027 Verbesserungen, "denn wir wollen nicht, dass jemand verletzt wird oder man Zeit verliert wegen so einer Sache".

Warum HRT bestraft wurde

Warum HRT bestraft wurde? Entscheidend war in diesem Fall Artikel 39.1, Absatz f, in dem steht, "die Räder müssen so abgelegt werden, dass von diesen Rädern keine Behinderung und Gefährdung anderer Teilnehmer ausgeht". Laut Ansicht der Sportkommissare hätte der HRT-Mechaniker den Reifen sicherer und mit einem besseren Timing platzieren können. (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!)

HRT-Teamchef Ulrich Fritz hadert mit der Strafe. "Die Teams haben die Aufgabe, alles zu tun, damit es sicher ist, aber im Umkehrschluss bedeutet das, dass man den eigenen Boxenstopp vermasselt, weil ein anderer vor einem kommt", sagt er. Man habe zwar auf dem Schirm gehabt, dass Vermeulen gleich stoppt, "aber am Schluss muss man sich auch selbst vorbereiten", erklärt er den Zwischenfall.

"Haben wir alles gemacht, um das zu verhindern? Nein. Insofern kann man uns die Strafe schon geben", sagt Fritz. Dem Team sei aber gesagt worden, dass es keine Strafe gegeben hätte, wäre der Mechaniker beim Reifen gestanden, weil dann Vermeulen den Reifen besser gesehen hätte.

"Dann lassen wir jetzt den Mechaniker über den Haufen fahren"

"Dann lassen wir jetzt den Mechaniker über den Haufen fahren", kann Fritz die Argumentation nicht ganz nachvollziehen, obwohl ihm bewusst ist, dass es auch für die Sportkommissare nicht einfach ist, die richtige Entscheidung zu treffen. "Die Situation ist schwierig zu lösen. Ich habe vielleicht eine andere Meinung, aber ich verstehe, dass sie etwas machen müssen. 'No further Action' können sie sicher nicht machen."

Am Sonntag kam es zu einer ähnlichen Situation - nur mit umgedrehter Beteiligung. Während ein Dörr-Mechaniker den Boxenstopp von Timo Glock vorbereitete, erwischte ihn der zum Boxenstopp einfahrende HRT-Pilot Arjun Maini: Der Heckflügel des Ford Mustang GT3 Evo traf den Reifen, den das Crewmitglied in der Hand hatte. Zum Glück gab es - abgesehen vom beschädigten Heckflügel - keine Folgen.

Vorheriger Artikel "Dachte schon, es ist vorbei": Wie Ben Dörr das erste McLaren-Podium gelang
Nächster Artikel "Auto stark beschädigt": Kostete Bortolotti-Crash Preining das Podium?

Aktuelle News