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"Nicht verstanden": Grasser nach Podest über Regenreifen bei Rivalen verwundert

Das Lamborghini-Team Grasser pokerte sich am Norisring zu zwei Podestplätzen: Wieso Regenreifen kein Thema waren und Engstler bereits ans Aufgeben dachte

"Nicht verstanden": Grasser nach Podest über Regenreifen bei Rivalen verwundert

Das Grasser-Team war der große Gewinner des Wetterpokers auf dem Norisring: Denn die Lamborghini-Truppe setzte bei beiden Piloten darauf, nach dem Pflichtstopp nicht mehr auf Regenreifen zu wechseln - und Franck Perera und Luca Engstler holten die Plätze zwei und drei (Rennbericht). "Ich habe nicht verstanden, warum die anderen auf Regenreifen wechseln", sagt Gottfried Grasser nach dem Rennen. Aber wieso war er sich seiner Sache so sicher?

Der Schlüssel lag in der Nebenbox bei Paul Motorsport, denn Maximilian Paul hatte bereits beim Pflichtstopp mit Regenreifen gepokert. "Wir haben ihn immer beobachtet und sahen, dass er nicht schneller fährt als wir, selbst als es schon richtig geregnet hat", so der Teamchef im Gespräch mit Motorsport-Total.com.

"13, 14 Runden vor Schluss, als alle gewechselt haben, waren wir eine halbe Sekunde langsamer als Paul. Dann habe ich mir gedacht: Wir sind 35 Sekunden vorn. Ich habe noch 14 Runden zu fahren. Ich kann also mindestens zweieinhalb Sekunden pro Runde verlieren, ohne Angst haben zu müssen. Also habe ich gesagt: Kein Wechsel!"

"Bei uns am Funk war komplette Silence"

 

Das war die goldrichtige Entscheidung, denn die Strecke war nur in der Grundig-Kehre nass. Die restliche Strecke trocknete auch wegen der hohen Temperaturen von fast 30 Grad rasch wieder ab - und nur Rene Rast war wie die Grasser-Piloten auf Slicks unterwegs.

Während der Schubert-BMW-Pilot die Anweisung seines Teams, auf Regenreifen zu wechseln, selbst überstimmte, war es am Grasser-Funk trotz der schwierigen Bedingungen auffällig ruhig.

"Bei uns am Funk war komplette Silence", bestätigt Engstler bei ran.de. "Wir haben gar nicht gesprochen. Es war von beiden Seiten klar, dass wir draußen bleiben, weil wir waren nowhere - entweder du jumpst oder stellst ab."

Wieso Engstler an Aufgabe dachte

Davor war es sogar Thema, den Lamborghini abzustellen. "Ich hatte eine Berührung in der ersten Kurve, die Bremsenkühlung war also weg", sagt der Youngster, der nach einem verpatzten Qualifying von Startplatz 15 losfuhr. "Da war ich Letzter. Irgendwas hat mir aber gesagt, ich soll weitermachen."

Er hätte zwar "Reifen sparen können, aber da schon den ganzen Tag über den Regen geredet wurde, habe ich mir gedacht: Fahren wir weiter, schauen wir, dass das Auto in einem Stück bleibt und schonen wir die Reifen. Dann kam der Stopp, es hat leicht zu nieseln begonnen. Da wussten wir: Wir müssen das Gegenteil von den anderen machen und schauen, dass wir überleben."

Wie Engstler erfuhr, dass das Podest möglich ist

Warum auch Grasser keine großen Anweisungen gab? "Ich bin kein Fan davon, einen Fahrer aus dem Rhythmus zu bringen", sagt der Teamchef. "Und der Rhythmus war verdammt gut, als der Regen anfing."

Nur einmal meldete sich der Österreicher, wie Engstler offenbart: "Er hat gesagt: 'So Junge, jetzt keine Scheiße bauen. Du kannst aufs Podium fahren.' Und dann wusste ich, Okay, jetzt ist Go-Time!" Engstler nutzte seine Slicks und überholte kurz vor Schluss die beiden SSR-Lamborghini-Piloten sowie die beiden van-der-Linde-Brüder. "Sie waren auf Regenreifen und hatten keine Chance, sich zu verteidigen", weiß Engstler.

Perera ließ sich von Rast inspirieren - sogar Sieg möglich?

Auch Perera war vor dem Poker mit Platz zehn nicht gerade in einer Topposition. Der Franzose ließ sich von Rast inspirieren. Ich war nicht sicher, aber das Team hat mich gebeten, draußen zu bleiben", erzählt er. "Als ich ein paar Autos auf Regenreifen sah, waren die nicht so viel schneller als wir. Ich habe versucht, daran zu glauben, dass es möglich ist."

Zudem fiel ihm auf, dass Norisring-Spezialist Rast ebenfalls keine Regenreifen abholte. "Ich sah, dass er draußen blieb - und durch seine Erfahrung fand ich es interessant, dem zu folgen. Außerdem ist der 'Lambo' bei diesen Bedingungen ein gutes Auto."

Am Ende durfte er sogar noch vom zweiten DTM-Sieg träumen, denn Perera kam dem Schubert-BMW-Piloten immer näher und hatte im Ziel nur 2,272 Sekunden Rückstand. "Ein paar Runden länger hätte das Rennen schon noch dauern können", grinst Grasser. "Aber nicht viel länger, wegen des Regens."

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