Nico Müller über seinen DTM-Abschied: "Freue mich auf das nächste Kapitel"

Kurz vor seinem Abschied von Audi auf zwei Bühnen bestätigt Nico Müller, dass auch seine Zeit in der DTM vorerst zu Ende geht - Vorfreude auf Doppelprogramm 2023

Nico Müller über seinen DTM-Abschied: "Freue mich auf das nächste Kapitel"
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Nico Müller verlässt Audi nach neun gemeinsamen Jahren. Jetzt bestätigt er erstmals, dass damit auch seine Zeit in der DTM, zumindest vorerst, zu Ende geht. Was Audi betrifft, so hat der Schweizer seine letzten Einsätze im R8 LMS Evo II an diesem Wochenende (1./2. Oktober) beim Saisonfinale der GT-World-Challenge Europe in Barcelona, und eine Woche später (8./9. Oktober) beim Saisonfinale der DTM in Hockenheim.

Müllers Audi-Vertrag wäre eigentlich noch nicht Ende dieses Jahres ausgelaufen, wurde aber im gegenseitigen Einvernehmen vorzeitig aufgelöst. Man hat sich im Guten getrennt. "Definitiv", sagt Müller auf entsprechende Nachfrage von 'ran.de' und stellt heraus: "Ich bin sehr sehr dankbar für diese neun tollen Jahre."

Leicht fällt dem 30-jährigen Schweizer der Abschied nach fast einem Jahrzehnt aber nicht: "In dem Moment, in dem man solche Entscheidungen trifft, schaut man immer nur nach vorne und versucht, für seine Karriere die beste Entscheidung zu treffen. Aber wenn es dann so weit ist und man zurückblickt, wenn dann so ein Abschied ansteht, dann ist das schon emotional. Das gebe ich zu."

"Audi hat mir die Chance gegeben, den Schritt zum Profi-Rennfahrer zu schaffen. Deshalb bin da, wo ich heute bin. Dankbarkeit überwiegt, viele schöne Erinnerungen, die man mitnimmt. Und jetzt freue ich mich auf diesen nächsten Schritt", sagt Müller.

Vorfreude auf Doppelprogramm WEC und Formel E

"Dieser nächste Schritt", das ist für Müller der Wechsel zu Peugeot in die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) inklusive der berühmten 24 Stunden von Le Mans.

"Ich glaube es ist kein Geheimnis, dass die Ziele, die ich mit Audi anvisiert hatte, sich leider ein bisschen verändert haben, was das Motorsportprogramm von Audi betrifft. Wir wollten zusammen in Le Mans um den Gesamtsieg fahren. Ab dem Zeitpunkt, als das LMDh-Programm ein bisschen auf Eis gelegt wurde, habe ich mich links und rechts umgeschaut", verrät er.

Denn Müllers eigene Ziele haben sich nicht verändert. "Ich würde da sehr gerne um den Gesamtsieg fahren", spricht er auf das legendäre 24-Stunden-Rennen in Le Mans an und sagt: "Dann hat sich diese Option mit Peugeot ergeben. Die werden in der LMH, also mit einem Hypercar, am Start stehen. Ich werde ab nächstem Jahr Teil dieses Teams sein und ein neues Kapital aufschlagen."

Nico Müller

Nico Müller im Peugeot-Overall, den er künftig regelmäßig tragen wird

Foto: Peugeot Sport

Bei Peugeot ist Müller als bisher einziger Fahrer für 2023 im 9X8 bestätigt. Die WEC mit Peugeot ist für den Eidgenossen aber nicht das einzige Aufgabengebiet im kommenden Jahr. Parallel dazu bestreitet er die Formel-E-WM 2023 für Abt.

Und danach? Vielleicht doch noch einmal DTM? "Man weiß nie, was die Zukunft so bringt. Für das nächste Jahr habe ich aber mit der Formel E und der WEC erst einmal zwei Programme, die das Jahr ziemlich gut füllen", grinst er.

Müllers negative und positive Highlights mit Audi

In neun Jahren mit Audi hat Müller einiges erlebt - positiv wie negativ. "Da gibt es ein paar Momente", sagt er und merkt sofort an: "Es gab natürlich auch ein paar schwierigere, die man leider auch nicht so schnell vergisst." Welche das gewesen sind? "Ich glaube, man kann schon sagen, dass das vergangene Jahr so ein Punkt war."

Für jene DTM-Saison 2021 wurde der Wechsel von Class-1-Autos zu GT3-Autos vollzogen. Für Müller kam noch der Teamwechsel von Abt zurück zu Rosberg hinzu. "Da kam vieles neu zusammen und am Anfang hat dieses Zusammenspiel noch nicht so richtig harmoniert. Wir mussten uns neu finden und die Performance, die wir eigentlich sonst immer abliefern konnten, war nicht mehr da", erinnert er sich.

Müllers bestes Ergebnis in der Saison 2021 war ein zweiter Platz direkt beim Saisonauftakt in Monza. Anschließend schaffte er es nicht mehr auf das Podium. Erst beim Saisonauftakt 2022 in Portimao meldete er sich mit einem Sieg eindrucksvoll zurück. Abgesehen davon fuhr er auch in Imola auf das Podium. Ins Finalwochenende am 8./9. Oktober in Hockenheim geht Müller als Siebter der aktuellen DTM-Gesamtwertung 2022.

Nico Müller

Der Norisring-Sieg 2016 gehört für Müller zu den Top-Momenten seiner Audi-Zeit

Foto: Alexander Trienitz

Was in der Erinnerung des Schweizers an seine neun Jahre bei Audi aber überwiegt, das sind die positiven Momente. "Die ganz schönen waren sicherlich der Sieg am Nürburgring beim 24-Stunden-Rennen 2015. Das war so der erste große Sieg zusammen mit Audi", denkt er zurück.

"Dann der erste DTM-Sieg am Norisring [2016], beim Heimrennen von Audi. Oder auch die Jahre 2019 und 2020, wo wir wirklich bis zum Ende um die Meisterschaft kämpfen konnten. Das sind so Momente, die formen einen als Rennfahrer und geben einem so dieses zusätzliche Feuer für die Zukunft", so Müller.

"Und jetzt freue ich mich auf das nächste Kapitel, einerseits mit Abt in der Formel E, was eine Rückkehr zu dieser Familie wird. Und das andere ist eine ganz neue Herausforderung mit den Franzosen, wie man so schön sagt, mit Peugeot. Ich freue mich sehr darauf", so der bald ehemalige Audi-Pilot.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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