Paffett erklärt DTM-Aus: "Zehn Tage Quarantäne für mich unmöglich"

Ex-Champion Gary Paffett erklärt, warum sein DTM-Comeback endgültig gescheitert ist und die Reiseeinschränkungen bei Formel 1 und Formel E unkomplizierter sind

Paffett erklärt DTM-Aus: "Zehn Tage Quarantäne für mich unmöglich"

Das Mücke-Team und Ex-DTM-Champion Gary Paffett haben sich darauf geeinigt, dass der 40-jährige nach drei verpassten Wochenenden 2021 nun doch kein Comeback in der DTM geben wird. Als Ursache nennt der Brite, der in einem Vorort von London lebt, die Reiseeinschränkungen zwischen Großbritannien und Festland-Europa.

"Das ist unglaublich frustrierend, denn wir hatten große Ziele", sagt der Brite im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Und wir alle hatten erwartet, dass die Reiseeinschränkungen gelockert werden, damit man sich in Europa einfacher bewegen kann, aber das ist nicht passiert."

Paffett nennt als Hauptproblem, dass er Schwierigkeiten hatte, eine Ausnahmereglung für die DTM-Rennen zu erhalten und er deswegen zumindest auch die Rennen in Spielberg und Assen hätte absagen müssen.

Warum auch in Spielberg und Assen Absage gedroht hätte

Nachdem er die ersten zwei DTM-Wochenenden in Monza und am Lausitzring wegen Formel-E-Überschneidungen - Paffett fungiert beim Mercedes-Team als Berater und Ersatzmann - verpasst hat, gab er bei seiner Zolder-Absage die Einreiserestriktionen als Grund an. Großbritannien ist aktuell wegen der Deltavariante als rote Zone markiert.

"Wir haben wegen Zolder bei der Botschaft in Großbritannien um eine Ausnahme für Belgien angesucht, aber nichts bekommen", offenbart Paffett. "Das hätte erneut passieren können, denn in den Niederlanden und in Österreich gelten die gleichen Regeln für Einreisende aus Großbritannien."

Er würde also "möglicherweise zwei weitere Wochenenden verpassen, was bedeuten würde, dass ich nur bei drei Veranstaltungen dabei gewesen wäre", rechnet Paffett. Damit die Einreise in jenen Ländern erlaubt ist, brauche man einen "speziellen Reisegrund", sagt er. "Den könnten wir zwar bekommen, aber dann müsste man in jenem Land immer noch zehn Tage in Quarantäne, bevor man etwas tun kann. Und das ist für mich unmöglich."

Paffett: Anreise zu Formel 1 und Formel E einfacher

Und das, obwohl Paffett laut eigenen Angaben bereits zweimal geimpft ist. Woran es trotzdem gescheitert wäre? "Wir haben in der DTM das Problem, dass wir nicht die Ausnahmeregelungen bekommen, die es für die Formel 1 und die Formel E gibt", holt Paffett aus.

"In der Formel 1 und in der Formel E können wir die Blase, in der wir uns bewegen, kontrollieren. Wir sind sehr eingeschränkt, wenn es darum geht, wo wir hingehen können - und bei der Formel E wird in Hinblick auf die Tests vor Ort alles genau überwacht", erklärt er. "Wir dürfen eigentlich nirgends hingehen außer zur Veranstaltung, während wir in der DTM nicht so ein genaues Protokoll haben, was die Blase angeht."

"Müsste komplette Zeit in anderem Land verbringen"

Daher sei es auch deutlich einfacher, für die Einreise wegen eines Formel-1- oder Formel-E-Rennen aus Großbritannien eine Ausnahmeregelung zu erhalten als für die DTM, meint Paffett. "Daran können wir nichts ändern und da kann niemand was dafür, aber so ist das Leben im Moment", sieht er sich machtlos.

Gibt es diesbezüglich keinen Ausweg? "Es würde eine Möglichkeit geben, aber das würde bedeuten, dass ich meine komplette Zeit in einem anderen Land verbringen müsste", spielt Paffett auf einen Umzug für die DTM-Saison nach Festland-Europa an. "Das ist das Hauptproblem."

Paffett wird Schaeffler-Paravan-Markenbotschafter

Zudem habe sich Paffetts Ersatzmann Maximilian Buhk inzwischen gut beim Team von Peter Mücke eingefunden - und leiste auch mit dem Space-Drive-System von Schaeffler-Paravan "hervorragende Arbeit". Ist die Angelegenheit damit für den zweimaligen DTM-Champion erledigt?

"Ich habe meine Arbeit mit Schaeffler-Paravan nicht nur begonnen, um mit ihnen DTM zu machen", sagt Paffett. "Ich werde dort auch als Botschafter agieren und mit ihnen weitermachen." Darauf habe auch das geplatzte DTM-Projekt keinen Einfluss: "Sie schätzen meine Erfahrung bei der Entwicklung, ob es sich um Rennautos oder andere Dinge handelt."

Auch als Fahrer werde er dabei zum Einsatz kommen. Was aber potenzielle DTM-Einsätze in Zukunft angeht, gibt er sich bedeckt: "Jetzt wurde mal die Entscheidung getroffen, dass es kein Thema ist, aber wir müssen mal schauen, wie es weitergeht", sagt er. Das gelt auch "für die Arbeit mit Schaeffler-Paravan, denn da sind wir erst am Anfang."

Mit Bildmaterial von DTM.

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