"Passt nicht wirklich zu uns": Aus für DTM-Pläne am Salzburgring?
Große Investitionen, klare Ambitionen - und jetzt die Kehrtwende: Warum der Salzburgring seine DTM-Pläne nach der GT3-Generalprobe im Vorjahr überdenkt
Im Vorjahr sorgte das ADAC GT Masters für die GT3-Premiere auf dem Salzburgring
Foto: Mackinger Mackinger
Seit Jahren bemüht sich der Salzburgring um einen Platz im DTM-Kalender. Die österreichische Traditionsrennstrecke, die im süddeutschen Einzugsgebiet liegt, hatte für 2023 sogar schon einen Vertrag mit Gerhard Berger in der Tasche, ehe der DTM-Boss die Serie an den ADAC verkaufte - und der Traum vorzeitig platzte.
Nach Gesprächen mit dem ADAC kam es dann im September 2025 endlich zur DTM-Generalprobe, als das ADAC GT Masters vor rund 10.000 Zuschauern auf der malerisch gelegenen Highspeed-Rennstrecke im Nesselgraben gastierte. Aber nun scheint sich der Wind im Hinblick auf ein DTM-Comeback im Jahr 2027 gedreht zu haben.
"Wir haben uns hinterfragt, ob die Notwendigkeit für die DTM hier besteht", stellt Salzburgring-Geschäftsführer Ernst Penninger gegenüber der Kronen Zeitung klar. "Die Strecke kann das, aber das Drumherum ist für uns ein Thema: Campingplätze, Verkehr und Infrastruktur. Außerdem haben wir in Österreich ja ein DTM-Rennen am Red-Bull-Ring "
"Ziel, uns in der zweiten Rennsport-Liga weiter zu etablieren"
Die Aussage kommt überraschend, denn bislang trieb Penninger die Bemühungen intensiv voran, die DTM nach den Gastspielen in den Jahren 1987 und 1988, als die Rennen nach Massenunfällen abgesagt werden mussten, auf den Salzburgring zurückzuholen. Was das Umdenken auslöste?
"Ich war vergangene Woche beim DTM-Saisonauftakt in der Steiermark und habe gesehen, was da für ein Aufwand betrieben wird", erzählt Penninger. "Ich musste selbst einsehen, dass ein Premiumprodukt wie die DTM zu uns vermutlich nicht wirklich passt. Unser Ziel muss es sein, dass wir uns in der zweiten Rennsport-Liga weiter etablieren."
Was er damit meint, ist klar: Zumindest solange die DTM in Österreich mit Spielberg eine Heimat hat, möchte man am Salzburgring weiterhin das ADAC GT Masters austragen, das im Vorjahr im Rahmen des breitensportlastigen ADAC-Racing-Weekends stattfand.
Salzburgring nach schweren Unfällen weiter verbessert
Eine Veranstaltung, die im engen Nesselgraben mit seinen Naturtribünen deutlich leichter umzusetzen ist als ein DTM-Wochenende wie zuletzt in Spielberg mit 51.000 Zuschauern, vor allem bei schlechten Witterungsbedingungen.
Dass der Salzburgring, dessen Sturzraum durch die Topografie - ähnlich wie auf der Nürburgring-Nordschleife - begrenzt ist, grundsätzlich GT3-tauglich ist, hat man im Vorjahr bewiesen, obwohl es beim ADAC GT Masters zwei schwere Unfälle wegen Reifenschäden gab. Die Analyse ergab, dass die Reifenschäden vor allem auf die Nutzung der Reifen durch die Teams zurückzuführen war.
Um die betroffene Passage besser abzusichern, wurde in der Fahrerlagerkurve für die Saison 2026 ein FIA-Fangzaun installiert. Zudem wurde die Auslaufzone in der ersten Kurve optimiert, damit nicht mehr so viel Kies von den Boliden auf die Strecke getragen wird.
Das ist nur eine von zahlreichen Verbesserungen, die in den vergangenen Jahren vorgenommen wurden, um die Rennstrecke DTM-fit zu machen, darunter auch eine topmoderne "Race Control", also ein Rennleitungsraum auf Formel-1-Niveau. Davon profitiert nun zumindest das ADAC GT Masters, das 2026 erneut auf dem Salzburgring gastiert.
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