DTM Norisring

Paul spricht erstmals über Horrorcrash: "Konnte Bremse nicht mehr drücken"

Maximilian Paul spricht erstmals über seinen Horrorunfall am Norisring: Der Lamborghini-Pilot schildert die drei Einschläge, die Rettung und seinen Weg zurück

Sven Haidinger

Bearbeitet: 05.09.2026, 12:28

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Paul spricht erstmals über Horrorcrash: "Konnte Bremse nicht mehr drücken"

Der zerstörte Grasser-Lamborghini von Maximilian Paul nach den drei Einschlägen

Foto: ADAC Motorsport

Maximilian Paul, der dieses Wochenende als Probe für sein DTM-Comeback auf dem Sachsenring in der italienischen GT-Meisterschaft in Imola an den Start geht, spricht erstmals über den Horrorunfall beim Samstagsrennen auf dem Norisring vor zwei Monaten. Aber wie hat der Grasser-Lamborghini-Pilot, der sich beim Crash Schien- und Wadenbein sowie einen Lendenwirbel brach, das Drama miterlebt?

"Ich bin am Ende der Gerade angekommen - und als ich gebremst habe, bin ich direkt ausgerutscht. In dem Moment war mir auch klar, dass es Öl war, weil nichts anderes rutscht so extrem", verweist der 26-Jährige in der

neuen DTM-Dokuserie
Behind the Grid

auf die Ölspur, die offenbar von Timo Glocks Dörr-McLaren kam. "Es waren drei ziemlich harte Einschläge."

Paul glaubt, dass die Verletzung des linken Fußes vom Einschlag in die Mauer stammt. "Beim ersten habe ich mir nach meinem Gefühl schon das Bein gebrochen, weil danach konnte ich die Bremse nicht mehr ordentlich drücken", sagt der Dresdner.

"Ab da habe ich einen Schmerz im Rücken gespürt"

"Und ja - dann war jeder Einschlag eigentlich nur so eine Hoffnung auf wenig Schmerz. Und der letzte war dann auch noch relativ hart, wo ich dann meinen Wirbel gebrochen habe, weil ab da habe ich einen Schmerz im Rücken gespürt."

Nach den drei Einschlägen - der erste in die Mauer, der zweite in den Schubert-BMW von Kelvin van der Linde und der dritte in den Reifenstapel - war bei Paul laut eigenen Angaben das "Schien- und Wadenbein komplett durchgebrochen - und der L1-Wirbel ist auch einmal gerade durchgebrochen".

Unmittelbar nach dem letzten Einschlag habe es "zehn bis 15 Minuten" gedauert, bis er Unterstützung erhielt. "Dann war schon jemand da - und ich habe dem gesagt: 'Hey, hilf mir aus dem Auto rauszukommen.' Die haben mir dann - ich glaube zu zweit oder so -geholfen, mich rauszuheben."

Paul bei Bergung: "Ich will gerade auf dem Boden liegen"

Paul hat laut seiner Erinnerung noch im Auto selbst den Helm abgenommen. "Und dann habe ich gesagt: Ich will gerade auf dem Boden liegen, damit das Bein nicht hin- und herhängt oder ich aus Versehen drauftrete. Und im Krankenwagen gab es dann eine Dosis Schmerzmittel, dann war erstmal alles easy."

Das Grasser-Team wusste zunächst nicht, wie es Paul ging, da der Funk nach dem Unfall - vermutlich durch die Beschädigung am Fahrzeug - nicht funktionierte. Zudem hatte Paul sein Handy im Krankenhaus nicht dabei. Nach der Operation wurde Paul am darauffolgenden Freitag aus der Klinik in Nürnberg entlassen und begann rasch mit der Rehabilitation.

Wie es dazu kam, dass Paul bei seinem Physiotherapeuten wohnte

Bereits am Sonntag besprachen Paul und sein Physiotherapeut Sven Helferich die Vorgehensweise. "Dann kam er, und dann war das Thema mit dem Hotel. Und dann habe ich zögerlich gesagt: 'Was hältst du denn davon, wenn du bei mir wohnst?'", erinnert sich Helferich an das Gespräch.

Paul zog für die Zeit der Genesung tatsächlich vorübergehend bei ihm ein - für ihn ein Grund dafür, dass der Heilungsprozess bisher so erfolgreich war. Sonst "würde mein Heilungsprozess wahrscheinlich viermal so lange dauern", sagt Paul, der nur 50 Tage nach dem Unfall beim DTM-Test auf dem Sachsenring erstmals wieder im Rennauto.

Auch Physiotherapeut Helferich zeigt sich verwundert: "Ich habe keine Ahnung, was mit dem nicht stimmt. Vielleicht muss man den auch mal untersuchen. Aber ich habe noch nie so einen Heilungsprozess bei einem Sportler oder Menschen gesehen wie bei ihm. Manchmal muss man ihn leider echt ein bisschen einbremsen."

Ob Paul in einer Woche auf dem Sachsenring sein Renncomeback im Grasser-Lamborghini geben wird, ist noch nicht offiziell bestätigt. Teamchef Gottfried Grasser meinte aber schon nach dem Sachsenring-Test, bei dem Paul 98 Runden absolvierte, dass er "zu 99,9 Prozent" fahren wird (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!).

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