Platz neun statt Podest: Warum Sheldon van der Linde für Stopp bestraft wurde

Rowe-BMW-Pilot Sheldon van der Linde sah am Lausitzring lange wie ein Sieger aus: Wieso er durch eine neue Regel eine Strafe erhielt und am Ende das Tempo fehlte

Platz neun statt Podest: Warum Sheldon van der Linde für Stopp bestraft wurde

Völlig verkorkstes DTM-Samstagsrennen auf dem Lausitzring für Rowe-BMW-Pilot Sheldon van der Linde: Der Mann, der sowohl beim Freitagtraining als auch im Qualifying die Bestzeit hingeknallt hatte, führte bis zur 21. von 32 Runden. Dann wurde er zunächst von Mercedes-AMG-Pilot Philip Ellis und AF-Corse-Ferrari-Mann Liam Lawson überholt - und fiel zu allem Überdruss wegen einer Fünf-Sekunden-Strafe auch noch auf Platz neun zurück.

Die Enttäuschung war dem 22-jährigen Südafrikaner nach dem Rennen ins Gesicht geschrieben. "Es tut ein bisschen weh", sagt er bei 'ran.de'. "Das war unser erstes Podium. Es hat alles geklappt bis zum Ende. Aber leider haben wir die Strafe bekommen." Warum er und sein Team für den Boxenstopp bestraft wurden? "Ich weiß im Moment nichts und kenne die Details nicht", sagt er mit fragendem Blick.

Was war also der Grund für die Strafe? 'Motorsport.com' ist der Angelegenheit auf den Grund gegangen und hat herausgefunden, dass der Mann mit dem Lollipop bei der Freigabe nach dem 8,4 Sekunden dauernden Stopp einen Schritt zurück in die Zone machte, in der er sich nicht aufhalten darf. Er steht mit dem Rücken zur sogenannten Fast Lane, in der die Boliden nach den Stopps in der Boxengasse zurück auf die Strecke fahren.

Diese neue Regelung wurde van der Linde zum Verhängnis

Das Reglement, in dem der Boxenstopp-Korridor definiert wurde, in dem sich die Crew aufhalten darf, wurde erst vor dem Lausitzring-Wochenende konkretisiert. Ein Grund dafür war unter anderem der Vorfall beim Samstagrennen in Monza, als ein Mitglied der Rowe-Boxencrew Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde bei der Anfahrt zum Stopp im Weg gestanden war. Zudem will man verhindern, dass durch die Personalreduzierung von neun auf sechs Personen Reifen nicht sachgemäß abgelegt werden und Chaos entstehen könnte.

Die Regelung besagt nun, dass bei der Besprechung der Teammanager im Vorfeld des Rennens mit Hilfe einer Linie der Boxenstopp-Korridor definiert wird. "Es ist die Verantwortung des Teams, sicherzustellen, dass sich die neuen und ersetzten Reifen während des Boxenstopps innerhalb des Korridors und niemals hinter der definierten Linie befinden", heißt es in der Reglement-Ergänzung.

"Auch die Personen, die am Boxenstopp teilnehmen, müssen sich während des Boxenstopps innerhalb dieses Korridors befinden." Dagegen hat der Lollipop-Mann klar verstoßen, den er befand sich nach dem Stopp auf der grünen Linie mit dem Dekra-Schriftzug.

Warum brachen bei van der Linde die Reifen ein?

Drei Runden nach van der Lindes Boxenstopp in der neunten Runde gab die Rennleitung bekannt, dass die Angelegenheit untersucht wird, die Entscheidung wurde dann in der 23. Runde bekanntgegeben, als der Südafrikaner bereits auf Platz drei lag - und am Ende des Rennens zu seiner Zeit addiert. Ohne die Strafe hätte er 5,314 Sekunden Rückstand auf Sieger Philip Ellis gehabt.

Aber wieso musste er in der 21. Runde dem Winward-Mercedes-Piloten und AF-Corse-Ferrari-Pilot Liam Lawson ziehen lassen? Van der Linde zeigt sich durchaus selbstkritisch und meint, er habe nach dem Stopp zu wenig dosiert. "Ich war am Anfang vielleicht ein bisschen zu schnell. Nach sieben, acht Runden sind dann die Reifen massiv eingebrochen", sagt er.

"Das müssen wir jetzt analysieren und dann mal schauen, wie wir es morgen machen. Wir müssen unsere Renn-Pace morgen auf jeden Fall verbessern." Trotz aller Selbstkritik darf man nicht vergessen, dass van der Linde nicht der einzige BMW-Pilot war, der unter einem heftigen Einbruch der Reifen litt, was auf den drehfreudigen BMW-Turbomotor zurückzuführen ist.

Auch Glock kämpfte mit Reifen: "Komplett eingebrochen"

Auch Teamkollege Timo Glock, der sich in der Anfangsphase bis auf Platz fünf nach vorne gearbeitet hatte und am Ende Elfter wurde, ereilte ein ähnliches Problem: "Vor allem in der Anfangsphase hatte ich viel Spaß. Der Start war richtig gut und ich habe es geschafft, auf Platz fünf zu kommen", erzählt Glock auf 'Instagram'.

Nachdem er dann beim Re-Start nach der Safety-Car-Phase "null Grip durch die Reifen hatte" und auf Platz neun zurückfiel, sah es zunächst so aus, als könnte Glock noch einmal angreifen. "Ich war einige Runden lang hinter Marco (Wittmann; Anm. d. Red.) und wäre glaube ich schneller gewesen, aber ich habe die Reifen überfahren, speziell den rechten Hinterreifen. Ich habe zu viel gepusht - und die Reifen sind hinten komplett eingebrochen. Daher musste ich langsamer machen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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