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Preining-Verfolger: Welche Auswirkungen die Grasser-Berufung auf Titelkampf hätte

Die Grasser-Berufung könnte Auswirkungen auf den DTM-Titelkampf haben: Warum dann plötzlich nicht Maro Engel der schärfste Verfolger von Thomas Preining wäre

DTM-Titelkampf: Grasser-Berufung könnte schärfsten Preining-Verfolger verändern

Preining ist im DTM-Titelkampf der Gejagte, aber wer ist der Jäger?

Foto: ADAC Motorsport

Manthey-Porsche-Pilot Thomas Preining reist als großer Favorit auf den diesjährigen DTM-Titel zum Finale nach Hockenheim: Der Österreicher führt nach dem Sachsenring-Wochenende mit 23 Punkten Vorsprung auf seinen schärfsten Verfolger Maro Engel. Der Winward-Mercedes-Pilot liegt aktuell auf dem zweiten Tabellenplatz.

Doch genau das könnte sich tatsächlich noch ändern: Sollte das Grasser-Team mit seiner Berufung gegen die Disqualifikation von Mirko Bortolotti beim zweiten Rennen in Oschersleben durchkommen, würde sich auch der Stand in der Gesamtwertung noch einmal verändern - und Preining hätte plötzlich einen ganz anderen Verfolger.

Engel würde nicht mehr die Punkte für den Sieg im zweiten Rennen in Oschersleben bekommen, sondern lediglich die Zähler für den zweiten Platz und damit fünf Punkte weniger. Der AMG-Pilot steht aktuell bei 174 Zählern und hätte im Fall einer erfolgreichen Grasser-Berufung also lediglich noch 169 Punkte auf dem Konto.

Doch auch Spitzenreiter Thomas Preining wäre von der Änderung bei der Punktevergabe betroffen: Der Manthey-Porsche-Pilot hat derzeit die Zähler für den zweiten Platz auf seiner Seite, würde allerdings auf die dritte Position zurückfallen und dann lediglich noch 16 statt 20 Punkte bekommen, also ein Minus von vier Zählern.

Der 28-jährige Österreicher steht aktuell bei 197 Punkten und würde folglich auf 193 Zähler zurückfallen. Und dann wäre da noch Schubert-BMW-Pilot Marco Wittmann, der in der DTM-Gesamtwertung aktuell zwar auf dem dritten Platz liegt, durch eine erfolgreiche Grasser-Berufung aber plötzlich Gesamtzweiter wäre.

Und das erklärt sich wie folgt: Wittmann würde im Oschersleben-Rennen von der dritten auf die vierte Position zurückfallen und bekäme nicht mehr die 16 Punkte für den letzte Platz auf dem Podium, sondern nur noch 13 Punkte, also ein Defizit von drei Zählern.

In der Gesamtwertung hätte der BMW-Pilot dann nicht mehr die aktuellen 173 Punkte, sondern nur noch 170 Punkte. Damit würde der zweifache Champion allerdings an Engel vorbeirutschen, der einen Punkt weniger hätte. Auch der Rückstand von Wittmann auf die Tabellenspitze würde um einen Zähler schrumpfen.

So lief das Sachsenring-Wochenende für Wittmann

Sicher ist: Wittmann hat beim Finale noch Chancen auf seinen dritten Titel. "Es ist mega super, ich hätte es vor dem Wochenende nicht für möglich gehalten", sagt der BMW-Pilot mit Blick auf das Sachsenring-Wochenende, als er am Samstag seinen zweiten Saisonsieg holen konnte. "Wir haben es geschafft, wirklich richtig viele Punkte mitzunehmen."

Marco Wittmann (Schubert-BMW) gewinnt das erste DTM-Rennen auf dem Sachsenring 2026

Marco Wittmann kämpft um seinen dritten DTM-Titel

Foto: Alexander Trienitz

Dabei sah es nach dem zweiten Qualifying am Sonntag bereits danach aus, als wäre der Titelkampf endgültig verloren, als der Schubert-BMW-Pilot nur auf Platz 18 gewertet wurde. Dank zweier Strafen rückte er immerhin auf den 16. Startplatz nach vorne, doch auch das blieb für das chaotische Sonntagsrennen eine Herausforderung.

"Aber letztlich, glaube ich, haben wir uns gut verbessert", resümiert Wittmann, "haben uns nach vorne gekämpft, haben auch immer wieder von den Zweikämpfen der anderen profitiert. Und das ist das, was ich eigentlich immer mache. Dann, wenn es zur Sache geht, Vollgas geben, aber auch vielleicht mal raushalten und Punkte mitnehmen."

Am Ende nimmt der zweifache Champion für den sechsten Platz am Sonntag immerhin noch zehn Punkte für die Meisterschaft mit und hält sich damit weiterhin im Titelkampf. "In der letzten Runde habe ich noch ein Überholmanöver gegen Herrn Vermeulen gemacht, das war auch ganz cool", berichtet Wittmann.

Ganz zufrieden war er damit allerdings nicht, denn der Emil-Frey-Ferrari-Pilot hat sich offenbar hart verteidigt. "Am Ende fahren wir um die Meisterschaft, ich weiß nicht, ob das teilweise sein muss", war der Schubert-BMW-Pilot deshalb leicht verärgert. "Aber egal, ich bin vorbei an ihm."

"Alles, was noch kommt, wäre ein i-Tüpfelchen"

Vor den letzten beiden Rennen des Jahres in Hockenheim fehlen Wittmann noch 24 Punkte auf Tabellenführer Preining. "Dass wir mit so vielen Punkten nach Hause reisen vom Sachsenring und jetzt wirklich in Schlagdistanz vor Hockenheim sind, ist ein Traum", sagt er.

"Wenn man überlegt, dass wir über 60 Punkte zurück waren, glaube ich, ist das grandios." Tatsächlich lag der 36-Jährige nach dem Oschersleben-Wochenende bereits 56 Punkte hinter der Tabellenspitze zurück, ehe ein dritter Platz und die beiden Siege folgten.

Beim Finale in Hockenheim sind allerdings nur noch 56 Punkte zu holen, was die Ausgangslage des BMW-Piloten deutlich erschwert, selbst wenn die Grasser-Berufung von Erfolg gekrönt ist. Doch Wittmann ist mit seiner bisherigen Saison offenbar trotzdem schon jetzt zufrieden: "Alles, was jetzt noch kommt, wäre ein i-Tüpfelchen."

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