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Racing-One-Team kämpft um DTM-Paket: "Sprechen auch mit Aston Martin"

Wieso Aston Martin für Racing One in der DTM eine Alternative zu Ferrari ist, was für und gegen die Briten spricht und wieso die DTM-Trophy-Nennung wackelt

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Racing-One-Team kämpft um DTM-Paket: "Sprechen auch mit Aston Martin"

Vor rund einem Monat ließ die deutsche Racing-One-Truppe aufhorchen, als man offenbarte, den Ferrari 488 GT3 bei entsprechender Finanzierung gerne in der DTM einsetzen zu wollen. Doch wie ist nun der Stand der Dinge bei der Mannschaft aus Plaidt? Gibt es Fortschritte? "Wir stehen immer noch in Verhandlungen mit Ferrari, aber auch mit einem anderen Hersteller", sagt Teamchef Martin Kohlhaas im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

Und lässt dann die Katze aus dem Sack: "Es handelt sich um Aston Martin." Sorgt also Racing One für das Comeback des britischen Herstellers in der DTM, nachdem das Class-1-Projekt von R-Motorsport und HWA nach der Saison 2019 scheiterte?

Fakt ist: Finanzielle Unterstützung und Werksfahrer gibt es von keinem der beiden Hersteller.  Während aber Ferrari bloß die notwendige technische Unterstützung anbieten würde, "würde Aston Martin vielleicht ein bisschen mehr supporten, weil sie in Deutschland nicht sehr stark vertreten sind", gibt Kohlhaas Einblicke. "Sie würden uns im Gegensatz zu Ferrari sogar sehr gute Fahrer mit Budget vermitteln. Das DTM-Thema zu finalisieren, ist aber unheimlich schwierig."

Wo bei Aston-Martin-Einsatz die Herausforderung liegt

Das liegt daran, dass Racing One zwar seit einigen Jahren mit Aston Martin in Kontakt steht, bislang aber keine Boliden des britischen Herstellers eingesetzt hat. "Wir sind kein Aston-Team", bestätigt der Teamchef. "Und vor allem müssten wir dann auch unsere anderen Serien mit Aston Martin mitbegleiten. Es ist schwierig, dieses Puzzle zusammenzubekommen - mit einem anderen Hersteller."

Dazu kommt, dass man aktuell zwei Ferrari 488 GT3 Evo in der Garage stehen hat, aber keinen Aston Martin Vantage GT3. Und ein Fahrzeug würde rund 500.000 Euro kosten. "Daher stehen die Chancen zwischen Ferrari und Aston Martin aktuell 50:50", erklärt Kohlhaas.

Vieles wird aber davon abhängen, das Programm aus GT4-Serien und den GT3-Einsätzen für die Saison 2021 so zu schnüren, dass die Kosten möglichst gering bleiben. Fest stehen bei Racing One bereits die Einsätze der vier Audi R8 LMS GT4 in GT4 Germany und GT4 Europe, die im Rahmenprogramm der GT-World-Challenge Europe und des GT-Masters stattfinden. Dazu kommt ein weiterer GT4-Audi im GTC-Race.

Worst-Case: Platzt auch der DTM-Trophy-Einsatz?

Im GT3-Bereich plant man Ferrari-Einsätze in der Nürburgring-Langstreckenserie NLS (vormals VLN), beim 24-Stunden-Rennen, der neuen SRO-Amateurmeisterschaft Rebellion-Serie und in der 24h-Serie. Ob man in der DTM an den Start geht, wird von der Finanzierung abhängen. "Die Wahl fällt zwischen DTM und GT-World-Challenge Europe", stellt Kohlhaas klar.

Sollte man sich gegen die DTM entscheiden, könnte das für die DTM-Dachorganisation ITR ein doppelter Rückschlag sein - denn dann könnte man auch die Nennung in der DTM-Trophy zurückziehen. "Unser Engagement in der DTM-Trophy ist abhängig davon, ob wir in der DTM an den Start gehen", verweist Kohlhaas auf die Synergien.

Daher spricht man mit Aston Martin auf mehreren Ebenen über Einsätze im Jahr 2021. "Es geht da auch um das kontaktieren von Kunden", erklärt Kohlhaas. "Wenn ich jetzt über Aston intern zwei gute GT4-Projekte verkaufe, dann kann ich damit natürlich auch mein DTM-Projekt stützen. Es ist also nicht alles schwarz oder weiß, sondern man kann auch viele Kopplungsgeschäfte machen. Und dieses Puzzle so zusammenbekommen."

Warum die nächsten Tage entscheidend sind

Doch die Uhr tickt. Daran hat laut Kohlhaas auch die Absage des Ende Mai vorgesehenen DTM-Saisonauftaktrennens in St. Petersburg nichts geändert. "Auf dem Papier sieht es zwar so aus, als wäre noch viel Zeit, bis es losgeht", verweist er auf den nun für Mitte Juli geplanten Saisonstart in Monza. "Aber für uns als Team bringt es nichts, wenn eine Rennserie so spät losgeht, denn alles andere dreht sich auch weiter."

Die GT-World-Challenge Europe startet bereits Mitte April in die neue Saison. "Das beeinflusst natürlich mein DTM-Commitment", sagt Kohlhaas. "Wenn ich bis Ende Februar kein fertiges Programm auf die Beine stelle, dann muss ich mich mit Nachdruck darum kümmern, die Ferraris woanders einzusetzen. Ich muss mich also in den ersten März-Wochen dazu committen."

Positiv für das Team ist die Nachricht, dass der als Hauptsponsor agierende Essener Bremsenhersteller Hella Pagid sein Engagement auch für die Saison 2021 verlängert hat. Es gibt aber einen Wermutstropfen, wie der Teamchef offenbart: "Für Hella Pagid steht die DTM nicht im Vordergrund - ihnen sind andere Projekte wichtiger. Sie wären zwar an Bord und würden einen Teil beisteuern, aber sie wären nicht der Hauptsponsor für die DTM."

Dabei geht es für die DTM derzeit um jedes Auto und jedes Team: Mercedes-AMG unterstützt die Traditionsserie zwar mit bis zu sechs Autos, aktuell sind aber durch die Turbulenzen beim 2-Seas-Rennstall nur neun Autos fix.

Mit Bildmaterial von ADAC Motorsport.

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