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Habsburg nach Rekord in Titelform? Die DTM-Testanalyse

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Habsburg nach Rekord in Titelform? Die DTM-Testanalyse
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13.06.2020, 08:54

WRT-Audi-Pilot Ferdinand Habsburg sorgte mit der Bestzeit beim finalen DTM-Test für eine Riesenüberraschung: Die Analyse der Testwoche und die wichtigsten Zahlen

Noch nie war ein DTM-Pilot auf der Nürburgring-Sprintstrecke so schnell wie WRT-Audi-Neuzugang Ferdinand Habsburg: Der ehemalige Aston-Martin-Fahrer stellte am Mittwoch beim finalen Test vor dem Saisonstart in 1:18.911 einen neuen DTM-Streckenrekord auf. Und das, obwohl Habsburg, der im letzten Moment das WRT-Audi-Cockpit ergattert hatte, am Montag erstmals im RS 5 Platz nahm.

Der Österreicher scheint sich wohlzufühlen. "Ich peile definitiv Rennsiege an, denn ich sitze im konkurrenzfähigsten Auto im Starterfeld", sagt er der 22-Jährige. "Und natürlich muss ich mir daher große Ziele setzen und werde versuchen, den Titel zu holen. Das ist das Ziel. Wenn man sich große Ziele setzt, dann kann man auch viel erreichen."

Die Rekordrunde zeige, "wie schnell und spannend die DTM in dieser Saison wird", verspricht Habsburg, der acht Monate lang in keinem DTM-Auto saß und dann an vier Tagen gleich 529 Runden fuhr. "Nach so langer Wartezeit wieder im Cockpit zu sitzen, habe ich genossen."

Audi stellt die vier besten Zeiten der Testwoche

Dass Habsburg in seiner Runde die bisherige DTM-Rekordmarke von Meister Rene Rast, der in 1:19.642 im September 2019 die Pole holte, klar unterbot, ist aber auch auf die Bedingungen zurückzuführen: Der Reifengummi der Rahmenserien bremste beim Test nicht, die niedrigeren Temperaturen kamen den Motoren und den Hankook-Pneus entgegen. Zudem war die Strecke zwischen Kurve 1 und Kurve 3 neu asphaltiert worden.

Das Gesamtklassement der vier Testtage deutet an, dass Audi im Kräftemessen mit BMW tatsächlich nach wie vor die Nase vorne hat. Die vier besten Zeiten stammen allesamt von Piloten in den Boliden der Ingolstädter, ehe mit Sheldon van der Linde in 1:19.070 auf Platz fünf der beste BMW-Pilot folgt. Insgesamt verzeichnete Audi drei Tagesbestzeiten, während BMW durch Philipp Eng am Montag einmal ganz oben auf der Zeitenliste stand.

Die Abstände sind aber so gering - van der Linde fehlen 0,159 Sekunden auf Habsburgs Rekord -, dass es schwierig ist, viel in die Zeiten hineinzuinterpretieren. Außerdem ist die Frage, ob Leute wie Meister Rast bei den Tests wirklich schon alles gezeigt haben.

So sieht der Longrun-Vergleich aus

Spannend ist auch der Longrun-Vergleich: Sowohl bei Audi als auch bei BMW gab es beeindruckend konstante Dauerläufe auf hohem Niveau. Marco Wittmann, der am Montag einen Crash in der Boxengasse verzeichnete und vorzeitig aufhören musste, zeigte am Dienstagnachmittag in einem 14 Runden dauernden Einsatz, dass BMW gut aufgestellt ist.

Seine Bilanz: 1:22.3 - 1:21.9 - 1:21.8 - 1:21.7 - 1:21.5 - 1:21.5 - 1:21.6 - 1:22.0 - 1:22.1 - 1:21.7 - 1:21.8 - 1:21.8 - 1:21.9 - 1:22.1.

Gleichzeitig drehte aber auch Audi-Pilot Jamie Green 18 Runden am Stück und blieb sogar stets unter der 1:22er-Marke: 1:21.9 - 1:21.8 - 1:21.6 - 1:21.3 - 1:21.4 - 1:21.6 - 1:21.4 - 1:21.7 - 1:21.9 - 1:21.8 - 1:21.4 - 1:21.6 - 1:21.5 - 1:21.5 - 1:21.5 - 1:21.4 - 1:21.3 - 1:21.9. Das deutet darauf hin, dass die Ingolstädter möglicherweise auch in dieser Disziplin noch leichte Vorteile haben.

Und Habsburg? Der absolvierte am Dienstagmorgen einen starken, 20 Runden dauernden Longrun, bei dem er in den ersten acht Runden teils im niedrigen 1:21er-Bereich lag, ehe er daraufhin niedrige 1:22er-Zeiten fuhr.

Rockenfeller überzeugt: BMW hat aufgeholt

Der allgemeine Tenor ist aber klar: BMW hat aufgeholt. Und zwar nicht erst jetzt beim ITR-Test auf dem Nürburgring. Schon nach dem Young-Driver-Test in Jerez im Dezember 2019 sprach Timo Glock von einem "sehr wichtigen Schritt", aber auch beim Herstellertest in Vallelunga Mitte Februar machte BMW Fortschritte.

Timo Glock

BMW auf dem Vormarsch: Die Münchner wollen Audi abfangen

Foto: BMW

"Ich habe schon im Winter getestet, als sie auch auf der Strecke waren und wir haben den Trend erkannt", erzählt Mike Rockenfeller, der auch in Vallelunga vor Ort war. "Es wird ein harter Kampf, und ich hoffe, dass sie nicht schneller sind. Wenn sie so schnell sind wie wir, dann ist es großartig."

Wie Jens Marquardt die Lage einschätzt? Bis zum Saisonstart in eineinhalb Monaten in Spa "haben wir noch etwas Arbeit vor uns, aber ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind", sagt der BMW-Motorsportdirektor.

Topspeed und Zuverlässigkeit verbessert

Vor allem die Vibrationen hat BMW laut Informationen von 'Motorsport.com' nun deutlich besser im Griff als bisher, was sich auch in der Zuverlässigkeit niederschlug: Mit den drei Werksautos kam man auf insgesamt 1.725 Runden, Audi kam auf 1.964 Umläufe.

Und auch beim Topspeed zeigte sich BMW leicht verbessert: Während Rockenfeller am Montag vor der NGK-Schikane mit 273 km/h den Audi-Bestwert erzielte, war Eng mit 272 km/h nur knapp langsamer. Beim Qualifying im Vorjahr betrug der Unterschied in der Regel noch rund vier km/h - und das Feld war diesbezüglich weit weniger durchmischt.

Das wird auch BMW-Neuling Robert Kubica freuen: Der Pole steigerte sich beim Test von Tag zu Tag und war am Ende nur um 0,423 Sekunden hinter der schnellsten Zeit der Münchner in der gesamten Testwoche. "Das war absolut konkurrenzfähig", gratuliert auch DTM-Rückkehrer Lucas Auer, der einen Tick schneller was als der Pole.

Kubica: Longruns als Herausforderung

Insgesamt kam der ART-BMW-Pilot an seinen vier Testtagen auf 541 Runden. Nur Rockenfeller, der den verletzten Loic Duval ersetzte, fuhr mehr. Wie fleißig die DTM-Rückkehrer von ART waren, zeigt sich auch im Vergleich mit der WRT-Audi-Truppe: Obwohl man nur ein Auto im Einsatz hatte, kam man auf fast zwei Drittel der Rundenanzahl des belgischen Privatteams.

Bei den Longruns sieht man aber, dass Kubica noch Luft nach oben hat: Er begann oft stark, doch nach einer gewissen Zeit brachen die Reifen ein. Kein Wunder, schließlich müssen Ex-Formel-1-Piloten in der Regel erst lernen, ihren Gasfuß im DTM-Auto zu zügeln und den Boliden nicht zu überfahren.

Die Bestzeiten aller Piloten auf einen Blick:

1. Ferdinand Habsburg (Audi RS 5) 1:18.911 (Mittwoch)

2. Nico Müller (Audi RS 5) 1:18.944 (Mittwoch)

3. Rene Rast (Audi RS 5) 1:19.028 (Donnerstag)

4. Jamie Green (Audi RS 5) 1:19.037 (Mittwoch)

5. Kelvin van der Linde (BMW M4) 1:19.070 (Mittwoch)

6. Timo Glock (BMW M4) 1:19.157 (Mittwoch)

7. Phillip Eng (BMW M4) 1:19.204 (Montag)

8. Robin Frijns (Audi RS 5) 1:19.214 (Montag)

9. Jonathan Aberdein (BMW M4) 1:19.230 (Donnerstag)

10. Mike Rockenfeller (Audi RS 5) 1:19.286 (Donnerstag)

11. Lucas Auer (BMW M4) 1:19.476 (Donnerstag)

12. Robert Kubica (BMW M4) 1:19.493 (Donnerstag)

13. Fabio Scherer (Audi RS 5) 1:19.511 (Mittwoch)

14. Marco Wittmann (BMW M4) 1:19.581 (Dienstag)

15. Loic Duval (Audi RS 5) 1:19.587 (Dienstag)

16. Harrison Newey (Audi RS 5) 1:19.761 (Donnerstag)

So viele Runden fuhren die Piloten:

1. Mike Rockenfeller (569 Rd.)

2. Robert Kubica (541 Rd.)

3. Ferdinand Habsburg (529 Rd.)

4. Robin Frijns (363 Rd.)

5. Rene Rast (359 Rd.)

6. Fabio Scherer (354 Rd.)

7. Philipp Eng (330 Rd.)

8. Nico Müller (325 Rd.)

9. Jonathan Aberdein (318 Rd.)

10. Lucas Auer (300 Rd.)

11. Timo Glock (292 Rd.)

12. Jamie Green (280 Rd.)

13. Sheldon van der Linde (273 Rd.)

14. Marco Wittmann (224 Rd.)

15. Harrison Newey (140 Rd.)

16. Loic Duval (68 Rd.)

So viele Runden fuhren die Werksteams:

Audi (3 Autos): 1.964

BMW (3 Autos): 1.725

So viele Runden fuhren die Privatteams:

WRT-Audi (2 Autos): 844

ART-BMW (1 Auto): 541

Mit Bildmaterial von Audi.

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Urheber Sven Haidinger