"Riesige Enttäuschung": Wieso Thomas Preining am Sonntag chancenlos war
Erst Auftaktsieger, dann im Mittelfeld: Warum der Sonntag für Manthey-Pilot Thomas Preining eine "riesige Enttäuschung" gewesen ist und was im Qualifying passiert ist
Auftaktsieger Thomas Preining hing am Sonntag im Mittelfeld fest
Foto: ADAC Motorsport
Im ersten DTM-Rennen am Samstag war Manthey-Porsche-Pilot Thomas Preining noch der strahlende Auftaktsieger, doch schon einen Tag später lief für den 27-jährigen Österreicher nichts mehr zusammen: Nach dem 14. Startplatz im Qualifying landete Preining auch im anschließenden Rennen nur auf der 13. Gesamtposition.
"Es ist einerseits wahnsinnig eng, andererseits ist uns die Strecke gestern extrem entgegengekommen", lautet die erste Problemanalyse des Manthey-Piloten im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Heute war die Strecke wieder so wie am Freitag, dann sieht man, wo wir sind."
Was Preining damit genau meint? "Gestern war viel mehr Grip", erklärt der Österreicher. "Man hat schon im Qualifying gesehen, dass wir mehr verloren haben als die Konkurrenz im Vergleich zu gestern. Die Strecke war gestern sicher zwei Zehntel schneller."
"Ich denke, das ist wahrscheinlich der Gummi von den anderen Klassen", so Preining. Denn auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg waren neben der DTM und dem ADAC GT Masters auch die ADAC GT4 Germany, der deutsche Porsche-Carrera-Cup und die Formula-Regional-European-Championship am Start.
Preining: Sonntag war eine "riesige Enttäuschung"
Das Hauptproblem des "Grello"-Piloten war allerdings die schlechte Startposition aus dem Qualifying. "Gestern sind wir natürlich von vorne weg unser eigenes Rennen gefahren", ergänzt der Sieger des Samstagsrennens im Gespräch mit ran.de. "Da können wir unsere Stärken ausspielen in den Kurven."
"Wenn wir allerdings im Mittelfeld feststecken, dann steckst Du in der Kurve halt immer hinter irgendwem fest und geradeaus geht trotzdem nichts", resümiert der Österreicher, der seine Tabellenführung an Winward-Mercedes-Pilot Maro Engel abgeben musste.
Das Rennen am Sonntag sei eine "riesige Enttäuschung" gewesen, gibt der DTM-Champion von 2023 zu. "Wir haben uns schon mehr vorgestellt, aber aus dem Mittelfeld startend war klar, dass wir niemanden überholen können und dass wir eher Opfer, wenn es geradeaus geht. Aber das gehört dazu."
Warum Preining am Sonntag kein gutes Qualifying hatte
Warum das Qualifying bei der Porsche-Truppe nicht perfekt lief? "Verkehr war eine Rolle, denn Thomas war nicht ideal positioniert", verrät Manthey-Renneinsatzleiter Patrick Arkenau gegenüber Motorsport-Total.com. Der Österreicher musste seine fliegende Runde deshalb sogar zweimal abbrechen.
"Das ist halt schwer. Auch bei 20 Autos ist es schwierig, gerade wenn man die Position in der Boxengasse hat, die wir jetzt haben." Denn das Manthey-Team ist ganz am Anfang der Boxengasse positioniert, sodass die Konkurrenz einfacher darauf reagieren kann.
"Die sind dann vor uns gezogen, was kein Vorwurf ist", sagt Arkenau. "Am Ende ist es ein strategisches Mittel, was absolut legitim ist. Aber das macht es uns halt schwer, weil egal was wir machen, wofür wir uns entscheiden, es kann immer jemand auf uns reagieren."
Genau das sei im Qualifying am Sonntag passiert, berichtet der Manthey-Ingenieur. Deshalb steckte Preining im Verkehr fest und konnte sich auch nicht perfekt auf seine gezeitete Runde vorbereiten. "Das war nicht ideal, aber wie groß der Effekt war, gilt es zu analysieren."
Manthey-Verantwortlicher gibt zu: "Das lag an uns"
Nichtsdestotrotz müsse sich das Manthey-Team auch an die eigene Nase fassen. "Gestern haben wir alles maximiert, heute war es schwieriger", räumt Arkenau ein. "Das gilt es zu analysieren. Das ist eine Hausaufgabe, die wir uns mitnehmen möchten und müssen."
"Das liegt nicht an der BoP, denn es gab keine Änderung." Und: Land-Porsche-Pilot Bastian Buus landete im Qualifying auf dem sechsten Startplatz und beendete das Rennen als Zehnter immerhin noch in den Top 10. "Er hat es sehr gut gemacht", lobt Arkenau. "Für ganz vorne hat es bei ihm auch nicht gereicht."
"Aber dass wir da standen, wo wir standen, lag nicht an der BoP. Das lag an uns, da haben wir leider nicht geschafft, unsere Leistung abzurufen", gibt der Manthey-Verantwortliche zu. Im Vergleich zum Samstag wurden auch lediglich "Nuancen" am Set-up geändert.

Am Samstag hatte Thomas Preining noch freie Fahrt ...
Foto: ADAC Motorsport
Ein Fehlgriff bei der Fahrzeugabstimmung lässt als mögliche Lösung für die Schwierigkeiten deshalb nahezu ausschließen. "Es ist und bleibt ein Sport", weiß der Ingenieur. "Auch im Hochleistungssport sind an zwei verschiedenen Tagen nicht immer die gleichen Leute gleich gut."
"Das gehört halt dazu. Mit Sicherheit hat man nicht immer einen perfekten Tag, so wie gestern. Aber wenn es dann nicht gut läuft, muss es besser laufen", fordert Arkenau seine Manthey-Crew. "Es ist an uns, das zu analysieren und zu verstehen, und beim nächsten Mal besser zu machen."
Thomas Preining hofft auf Besserung in Zandvoort
Der Blick richtet sich nun auf das nächste Rennen in Zandvoort, wo vor allem der Verschleiß des neuen Pirelli-Reifens größer sein sollte als auf dem Red-Bull-Ring. "Wirklich sehen werden wir es, wenn wir dort sind", will Preining noch nicht zu viel versprechen.
Aber "ich glaube, das Qualifying wird dort auch cool, mit ein bisschen mehr Grip im neuen Reifen", hofft der Manthey-Pilot, dann wieder eine gute Startposition zu erreichen, um auch im Rennen wieder im Kampf um die Spitzenpositionen mitmischen zu können.
Denn trotz des missglückten Sonntags ist für den ehemaligen DTM-Champion, der nach dem Auftaktwochenende auf dem vierten Gesamtrang liegt, noch alles möglich: Die DTM-Saison 2026 hat gerade erst begonnen und der Rückstand auf Tabellenführer Maro Engel beträgt gerade einmal 15 Punkte ...
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