Schwerere Autos in Monza: DTM will weiter schnellste GT3-Serie sein

ITR und AVL erklären, warum die DTM in Monza langsamer als die GT-World-Challenge (GTWC) Europe gewesen ist - Fehlende Restriktoren und Autos am Limit

Schwerere Autos in Monza: DTM will weiter schnellste GT3-Serie sein

Das eigene Ziel hat die DTM beim Saisonauftakt in Monza klar verfehlt. Die GT3-Boliden waren beim Auftakt in die neue Ära langsamer als die GTWC Europe bei ihrem Auftakt Mitte April an gleicher Stelle. Dabei wollte die DTM die schnellste GT3-Serie der Welt werden.

Wie passt das zusammen? Informationen von 'Motorsport.com' zufolge scheiterte der Plan daran, dass Audi keinen 44-Millimeter-Luftmengenbegrenzer nach Monza brachte. Schon der verwendete 43er wurde erst kurz zuvor fertig. Mit dem 44er hätten die Audis auf den Geraden schneller fahren können, womit auch das gesamte Feld schneller geworden wäre.

Stattdessen musste das Feld eingebremst werden, um nicht die Audis zu benachteiligen. Allerdings gab es auch hier Probleme, denn Mercedes-AMG hatte den 37-Millimeter-Restriktor nicht dabei. Deshalb blieb nur die Stellschraube Gewicht, was einen größeren Einfluss hat. Dabei waren die Fahrzeuge ohnehin schon schwerer als geplant, weil die elektronische Lenkung der Space-Drive-Autos 30 Kilogramm wiegt.

Ausgerichtet wurden die Fahrzeuge von BoP-Dienstleister AVL am BMW M6 GT3, der mit 2,135 bar Ladedruck am Limit war. Natürlich spielten die Temperaturen eine Rolle, doch insgesamt muss festgehalten werden: In Monza ist die DTM am selbstgesteckten Ziel gescheitert.

Ziel bleibt bestehen

Für den Veranstalter ITR ist das noch mehr Ansporn. "Wir wollen die schnellste GT3-Serie der Welt sein. Und wir geben das nicht auf, aber wir erzwingen es auch nicht", sagt ITR-Technikchef Michael Resl gegenüber 'Motorsport.com'.

"Die AVL ist eine sehr wettbewerbsfähige Firma. Und sie hat diese selbstauferlegte Philosophie, dass sie schnell sein wollen. Die Performance treibt sie an. Und da gehen wir einen gemeinsamen Weg. Es gibt natürlich Gründe, warum wir nicht die schnellsten in Monza waren. Einer ist offensichtlich - und das war die Temperatur, also die äußeren Umstände."

"Wenn es um die Motorleistung geht, dann hat man bei einem Saugmotor mehrere Möglichkeiten: Wenn man nicht mit den Restriktoren spielen kann, weil sie nicht kurzfristig verfügbar sind, dann muss man es über das Gewicht regeln. Und wenn man Gewicht hinzufügt, werden die Autos langsamer."

Wird es also mit dem selbstgesteckten Ziel noch etwas, sobald die neuen Restriktoren verfügbar sind? "Ich gehe davon aus. Es gibt immer noch Einschränkungen, weil es immer ein Auto gibt, bei dem gewisse Bedingungen vorherrschen, wodurch es die Messlatte für alle anderen Autos wird. Dafür gibt es ja die BoP."

Umgebungstemperatur größter Faktor

Es gibt also zwei Gründe, warum die DTM in Monza vergleichsweise langsam war. Als wichtigeren Grund nennt Resl die Temperaturen. Für den Lausitzring erwartet er kühleres Wetter.

Michael Peinsitt, BoP-Projektleiter bei AVL, glaubt, dass die Monza-BoP schon die schnellste GT3-BoP gewesen sei: "Würden alle GT3-Serien unter denselben Bedingungen antreten, dann ist die DTM wahrscheinlich die schnellste Serie", sagt er gegenüber 'Motorsport.com Global'.

"In Monza sind wir bei 30 Grad Celsius gefahren. Das ist ganz schön heiß und hat einen großen Einfluss auf die Autos. Ein Temperaturunterschied von 20 Grad macht ungefähr eine Sekunde in Monza aus, vielleicht sogar noch etwas mehr. Bei 20 statt 30 Grad wären wir also eine halbe Sekunde schneller gewesen."

"Die Umgebungsbedingungen können wir nicht beeinflussen. Was wir tun können, ist, so viel Motorleistung und so wenig Gewicht zu ermöglichen, wie es geht. Und das natürlich immer unter der Bedingung, dass alle Hersteller die gleiche Rundenzeit erzielen können."

Weitere Co-Autoren: Rachit Thukral. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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