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"Schwierigste Rennwoche": Wittmann verliert fünf Kilo und kriegt Infusionen

Marco Wittmann spricht über die härteste Rennwoche seines Lebens: Wie der BMW-Pilot trotz heftiger Magen-Darm-Erkrankung beinahe auf das Podium fuhr

Wittmann verliert fünf Kilo und kriegt Infusionen: "Für mich war es extrem"

Marco Wittmann erhielt dank Teamchef Torsten Schubert sogar zweimal Infusionen

Foto: Marco Marco

Marco Wittmann hat das härteste Rennwochenende seiner Karriere hinter sich: Der zweimalige DTM-Champion reiste ausgerechnet zum Heimspiel seiner Schubert-Truppe in Oschersleben mit einer Magen-Darm-Erkrankung an und verlor in vier Tagen fünf Kilogramm Körpergewicht!

"Das habe ich noch nie erlebt, dass ich in kürzester Zeit fünf Kilogramm verloren habe - und dementsprechend war das für mich die schwierigste Rennwoche", sagt der BMW-Werksfahrer nach seinem 220. DTM-Rennen, bei dem er als Vierter beinahe auf das Podest gefahren wäre, im Gespräch mit Motorsport-Total.com.

Auch im ProSieben-Interview nach dem Rennen, das Wittmann mit Matthias Killing auf dem Boden sitzend absolvierte, wirkte der 36-Jährige völlig gezeichnet - davor hatte er sogar eine Infusion bekommen. Noch heute rätselt er, woher die Erkrankung stammt.

"Extrem, dass ich vier, fünf Tage nichts in mir behalten konnte"

"Ich glaube, es war einfach, weil der Urlaub zu Ende war", scherzt Wittmann, der mit seiner Familie auf Urlaub in Südtirol und in Salzburg war und am Dienstagabend drei Tage nach der Rückkehr "schlagartig" Krankheitssymptome hatte. "Um 20 Uhr ging es los", sagt er.

"Für mich war es extrem, dass ich wirklich vier, fünf Tage hintereinander nichts in mir behalten habe - und im Prinzip auch kaum Medikamente angeschlagen haben, was bei mir eigentlich immer ganz gut funktioniert hat", erzählt er. "Das war auch ein Mitgrund für den enormen Gewichtsverlust."

Wittmann, der 1,79 Meter groß ist, wiegt normalerweise 72 Kilogramm. "Wir Athleten sind alle am Gewichtsoptimum - wenn da mal fünf Kilogramm runterkommen, dann nagt das am Körper", erklärt er. "Das war das Hauptthema."

Wie Wittmann mit der Ernährung gegensteuerte

Der Zustand des BMW-Werksfahrers hatte sich zu Beginn des Rennwochenendes zumindest etwas stabilisiert, denn nachdem er am Mittwoch und Donnerstag noch stündlich auf die Toilette musste, vergrößerte sich der Intervall ab Freitag auf drei bis vier Stunden.

"Den Durchfall konnte ich während des Fahrens ganz gut eindämmen", sagt Wittmann, der sich am Rennwochenende vor allem von gut verträglicher Kost wie "blanken Nudeln, vielleicht mit etwas Möhren" ernährte und von seinem Team und von seinem Physiotherapeuten unterstützt wurde.

"Es war vor allem wichtig, zu Energie zu kommen", sagt Wittmann. "Da waren die Trainingssitzungen und die Qualifyings gar nicht das große Problem, sondern die eine Stunde Renndistanz."

Infusionen für Wittmann: "Lief über Ärzte, die Torsten kannte"

Aus diesem Grund erhielt der BMW-Routinier sogar an beiden Tagen eine Infusion, was wegen der Antidoping-Bestimmungen nur in einer geringen Dosis erlaubt ist. "Das lief über Ärzte, die Torsten kannte", verweist der Fürther auf die Kontakte von Teamchef Torsten Schubert, der aus der Region stammt und dessen Team in Oschersleben ansässig ist.

"Wir haben das nach dem Qualifying gemacht, weil wir einen guten Puffer hatten", sagt Wittmann, der sich dafür bedankt, dass ihm die DTM und sein Umfeld am Wochenende den Rücken freihielten.

Denn während der BMW-Pilot den Großteil der Zeit liegend im Truck verbrachte oder sich ausruhte, vertrat ihn Teamchef Schubert beim Pitwalk und gab Autogramme. Auch für Medientermine und die DTM-Autogrammstunden in der Fanzone wurde Wittmann freigestellt, der nun an den nötigsten Meetings mit seinen Ingenieuren teilnahm und auf dem Nürburgring wieder für seine Fans da sein will (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!).

"Weiß, was mein Körper schaffen kann, wenn Adrenalin dabei ist"

Trotz des extremen Kraftakts war Wittmann in beiden Qualifyings schneller als der gerade vom Norisring-Crash genesene Teamkollege Kelvin van der Linde und eroberte am Sonntag mit Platz drei sogar seinen besten Startplatz seit fast einem Jahr. In der Endphase des Rennen hätte er beinahe noch den dominanten Manthey-Piloten Thomas Preining vom Podest verdrängt und wurde starker Vierter.

"Du merkst schon, dass es schwieriger fällt, die Konzentration hochzuhalten", verweist Wittmann auf das Duell mit Preining, bei dem ihm die zusätzliche Anstrengung zusetzte. Dass er sich trotz der gesundheitlichen Probleme so stark präsentierte, kommt für ihn jedoch "gar nicht allzu überraschend", sagt er selbst.

Thomas Preining, Marco Wittmann

Kampf um Platz drei: "Beißer" Wittmann jagt Preining in der Endphase des Rennens

Foto: Alexander Trienitz

"ich kenne mich und meinen Körper - und ich weiß, was mein Körper schaffen kann, wenn Adrenalin dabei ist", erklärt Wittmann, der als Kämpfernatur bekannt ist. "Ich hatte auch in der Vergangenheit schon Rennen, bei denen ich über meine Grenzen hinausgegangen bin."

Warum es für Wittmann keine Chance auf Erholung gibt

Erst nach der Zielflagge habe es "einen kurzen Moment" gegeben, "als ich aus dem Auto ausgestiegen bin und ich mich erstmal kurz in den Schatten setzen musste", sagt Wittmann. "Trinken, vielleicht ein bisschen Zuckerzunahme, dann ein schnelles Interview mit Herrn Killing, der so lieb war und sich neben mich gesetzt hat, damit ich es nicht im Stehen machen muss."

Kann sich Wittmann jetzt erholen? Fehlanzeige, denn dieses Wochenende steht in den USA das IMSA-Langstreckenrennen auf dem Road-America-Kurs in Elkhart Lake statt. Und Wittmann teilt sich beim 6-Stunden-Rennen mit dem Österreicher Philipp Eng den LMDh-Boliden von BMW. Seit Montag gehe es aber "bergauf", teilt er mit.

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