Sensation: SSR Performance sorgt am Nürburgring für Porsches DTM-Premiere

SSR Performance absolviert mit Michael Ammermüller am Nürburgring einen Porsche-DTM-Gaststart: Wie es dazu kam und wieso das erst der Anfang sein könnte

Sensation: SSR Performance sorgt am Nürburgring für Porsches DTM-Premiere

Sensationelle Neuigkeiten für die DTM: Am kommenden Rennwochenende auf dem Nürburgring wird laut Informationen von 'Motorsport.com' erstmals in der Geschichte der Traditionsserie ein Porsche am Start sein! Hinter dem Einsatz steckt mit SSR Performance das amtierende Meisterteam aus dem ADAC GT Masters, das für einen Gaststart mit dem Porsche 911 GT3 R sorgen wird.

Am Steuer wird der 35-jährige Passauer Michael Ammermüller sitzen. Er holte im Vorjahr in der ADAC-Serie für SSR Performance den Titel und führt aktuell auch gemeinsam mit Porsche-Werksfahrer und Teamkollege Mathieu Jaminet die Meisterschaft an.

Für Ammermüller geht damit ein Traum in Erfüllung: Der Niederbayer durfte sich vor über zehn Jahren gute Chancen auf einen DTM-Vertrag bei HWA ausrechnen, zog aber dann gegen Ralf Schumacher den Kürzeren. Über den Porsche-Supercup, in dem er dreimal den Titel holte, brachte er danach seine Karriere wieder in Schuss.

Absolviert SSR Performance 2022 komplette DTM-Saison?

Bei Porsche zeigte man sich zuletzt wenig begeistert vom Einsatz in der DTM, da man seine sportliche Heimat eher in den SRO-Serien oder dem ADAC GT Masters sieht. Das ist einer der Gründe, warum der Gaststart so kurzfristig zustande kam und bis zuletzt Details geklärt werden mussten.

Bei SSR Performance ist das Interesse an der DTM im Gegensatz zu Porsche groß: Das Team von Geschäftsführer Stefan Schlund, dessen Initialen im Teamnamen vorkommen (Stefan Schlund Racing), und Ex-Porsche-Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz, der dort als Teamchef agiert, ist finanziell hervorragend aufgestellt.

Nach dem Titel in der Premierensaison im ADAC GT Masters greift die junge, aber sehr professionelle Truppe nach größeren Zielen, zumal man sich diese Saison gute Chancen auf die Titelverteidigung ausrechnen darf.

Die DTM ist auch durch ihre mediale Präsenz für das Team, das von Manthey betreut wird, besonders attraktiv. Zum Hintergrund: Manthey kümmert sich auch um die Werkseinsätze des legendären Sportwagen-Herstellers.

Teambesitzer Schlund am Lausitzring bei der DTM zu Gast

Teambesitzer Schlund war schon am Lausitzring-Wochenende Ende Juli bei der DTM zu Gast und zeigte sich laut Informationen von 'Motorsport.com' von der Traditionsserie sehr angetan. Daher ist auch ein Engagement in der kompletten Saison 2022 ein Thema.

Bis vor wenigen Tagen gab es Anzeichen, dass der Einsatz auf dem Nürburgring doch nicht stattfinden würde. Denn die Balance-of-Performance-Einstufung der AVL, die an die Teams kommuniziert wurde, sieht keine gravierenden Änderungen vor. Dabei hat der aktuelle GT3-Bolide mit seinem kleinen Heckmotor weniger Leistung als die anderen GT3-Boliden in der DTM, weshalb die Einstufung aller Fahrzeuge nach dem Porsche ausgerichtet werden muss.

Dass diese neue Einstufung mit kleineren Restriktoren beziehungsweise weniger Ladedruck vor einigen Tagen noch nicht an die Teams kommuniziert worden war, zeigt, dass man sich bis zuletzt bei der DTM darum bemühte, dass nichts nach außen dringt.

23 Fahrzeuge auf dem Nürburgring

Aber wird der Nürburgring-Einsatz von SSR Performance der einzige DTM-Einsatz eines Porsche in der gesamten Saison bleiben? Das ist nicht gesagt. Denn auch das Saisonfinale auf dem Norisring könnte - wenn es denn trotz der Coronavirus-Krise stattfinden kann - als absoluter DTM-Klassiker für SSR Performance eine attraktive Bühne darstellen.

Dass der SSR-Porsche auf dem Nürburgring fährt, bedeutet, dass das DTM-Stammfeld aus 19 Fahrzeugen auf 23 Boliden anwächst, da der JP-McLaren mit Christian Klien seinen zweiten Gasteinsatz absolviert. Zudem sind diesmal gleich zwei zusätzliche Mercedes-AMG-Boliden am Start: Das Toksport-WRT-Team setzt Luca Stolz ein, während das HRT-Team einen zusätzlichen dritten Mercedes-AMG GT3 für Teambesitzer Hubert Haupts DTM-Comeback an den Start bringt.

Dass Porsche in der DTM an den Start geht, war schon vor der Saison ein Thema. Dennoch scheiterten Teams wie Speed Monkeys auch daran, dass der aktuelle 911 GT3 R ausverkauft ist und am Markt kaum Fahrzeuge verfügbar sind.

Auch beim Rowe-Team, das im Vorjahr mit dem Boliden die 24 Stunden von Spa-Francorchamps für sich entschied, war ein Einsatz Thema, man setzte aber am Ende doch auf den BMW M6 GT3, weil man sich im Lager der Münchner auch durch die DTM-Historie der bayerischen Marke bessere Perspektiven verspricht.

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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