Sieger van der Linde erneut Opfer der Spätstopper: "Albon spielte Teamspiel"

Nach dem Ärger von Zolder musste Kelvin van der Linde diesmal wegen Alex Albon und Timo Glock um seinen Sieg bangen - und sieht sich "als Zielscheibe"

Sieger van der Linde erneut Opfer der Spätstopper: "Albon spielte Teamspiel"

Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde erlebte auf dem Nürburgring mit der Pole, dem Sieg und der schnellsten Runde eigentlich einen Samstag nach Maß hier geht's zum Rennbericht. Doch nach dem Teamorder-Verdacht von Zolder verhagelten ihm mit Alex Albon und Timo Glock beinahe wieder Piloten das Rennen, die ihren Boxenstopp hinauszögerten und sich vor dem DTM-Leader breitmachten.

"Das war heute wirklich eine Prüfung", meint der Südafrikaner nach seinem Start-Ziel-Sieg. "Wir hätten was Dummes gegen Timo oder Alex machen können - und hätten alles verloren, wenn wir dann im Kiesbett gelandet wären. Das war ein Test, den wir bestanden haben. Und es wird dieses Jahr sicher noch weitere Tests geben, da bin ich sicher."

Zuerst schickte ihn Timo Glock in Runde 12 in der Mercedes-Arena in die Auslaufzone, dann kam es in der 20. Runde vor der Schikane beim Überholmanöver gegen Alex Albon beinahe zu einer Berührung. "Sie haben sich verteidigt. Und die Jungs hinter mir sind näher gekommen. Ich wusste, dass ich vorbeikommen muss, um zu gewinnen."

"Sind natürlich ein bisschen eine Zielscheibe"

Erneut glaubt van der Linde, dass sich sein Gegner auf der Strecke in den Dienst eines Titelrivalen stellte. "Alex hat in diesem Moment versucht, das Teamspiel zu spielen und Liam zu helfen, der auch um die Meisterschaft kämpft", ist der 25-Jährige überzeugt, dass Albon mit seiner harten Gegenwehr seinem AF-Corse-Teamkollegen Liam Lawson helfen wollte.

"Zudem geht es natürlich auch um sein eigenes Rennen. Das galt auch für Timo." Während Kelvin van der Linde in Zolder noch aufgebrachter war und eine Mercedes-AMG-Teamorder ortete, präsentiert er sich nun deutlich abgebrühter. "Wir müssen uns daran gewöhnen", sagt er in Hinblick auf die harte Gegenwehr. "Das ist normal. Ich bin eigentlich froh, dass sie kämpfen."

"Dachten eigentlich, dass schwarzes Auto gut getarnt ist"

Dennoch hat er den Eindruck, dass die Piloten gegen ihn teilweise härter zu Werke gehen. "Natürlich sind wir ein bisschen eine Zielscheibe, denn wenn man in der Meisterschaft führt, will dich jeder schlagen", meint van der Linde, der nun bereits drei Saisonsiege zu Buche stehen hat und auf HRT-Mercedes-Pilot Maximilian Götz in der Meisterschaft satte 45 Punkte Vorsprung hat. "Aber da müssen wir stark sein, ruhig bleiben - und dürfen keinen Blödsinn machen."

Auf die Frage, ob er den Eindruck habe, sein Audi R8 LMS sei mit einer Zielscheibe versehen, reagiert er mit Humor. "Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir mit einem schwarzen Auto gut getarnt sind, aber es sieht so aus, als würde man schwarz dieser Tage sofort erkennen."

Auch bei den Starts musste van der Linde zittern

Abgesehen von den haarigen Situationen mit Albon und Glock war van der Lindes Start-Ziel-Sieg nur beim Start und beim Re-Start in Gefahr gewesen. Denn obwohl der Pole-Setter zunächst etwas besser wegkam, zog Winward-Mercedes-Pilot Philip Ellis beide Male mit der besseren Beschleunigung am Audi R8 LMS vorbei, um dann auf der Außenbahn doch den Kürzeren zu ziehen.

"Beim ersten Start fehlte nicht viel - und ich hätte meine Führung an Philip verloren", erklärt der Sieger. "Als ich dann sah, dass das Safety-Car herauskommt, dachte ich mir: Mann, jetzt wird er an mir vorbeischießen. Er hatte ja bereits die Erfahrung vom ersten Start. Ich hatte aber das Glück, dass ich sogar noch besser weggekommen bin als beim ersten Versuch. Und dann konnte ich mein Tempo fahren."

Ellis stimmt van der Linde zu: "Musst mit Jungs aufpassen"

Auch Ellis war klar: "Ich musste meine Chance beim Start und beim Re-Start nutzen, um an ihm vorbeizukommen - und mich dann auch gegen ihn zu verteidigen." Doch das Vorhaben gelang nicht. Und so kam es, dass auch der Schweizer später im Duell mit Albon gefordert war und sogar einen Platz an Gaststarter Luca Stolz verlor, weil er in den Notausgang musste.

"Ich habe nicht damit gerechnet, dass Alex so hart kämpft", zeigt sich auch der Mercedes-Winward-Pilot überrascht. Und er kann seinen Kollegen van der Linde verstehen. "Man muss mit diesen Jungs aufpassen. Es geht schnell, dass man einen Reifenschaden hat oder rausgedreht wird. Das war zwar etwas unglücklich, ist aber Teil der Show. Das nächste Mal müssen wir es besser machen."

Mit Bildmaterial von DTM.

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